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Der israelitische Lehrer · 1868-01-29 · 5 (29.1.1868) · p. Seite 19

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
5 (29.1.1868)
Date
1868-01-29
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 ihrem Berufe entsagt haben, wenn sie nicht immer auf eine! Besserung der gesetzlichen Verhältnisse gehofft hätten. Eine Täuschung hierin würde die Zahl der Lehrer und der Lehrercandidaten noch mehr vermindern, als bis jetzt der Fall war. Das Letztere-ist aber auch deshalb schon für. die Zukunft vorauszusehen, weil, abgesehenr hiervon, der durch die allgemeinen Zeitverhältniffe bedingte leichtere Zugang zu allen Lebensberusen, für die israelitischen Jünglinge insbesondere durch den ihnen gestatteten Eintritt m den Staatsdienst, vielfach neue Laufbahnen eröffnet werden ' Die nothwendige Folge der gesetzlichen Lage der jüdischen ' Schule ist die: daß die jüdischen -Gemeinden nicht medr im Stande sein werden, tüchtige Lehrer zu finden und zu unter-; halten, also entweder ihre Kinder in christliche Schulen i schicken, oder jüdische Lehrer von geringer Qualifikation annehmen müssen. Die erste Alternative ist aus den vorhin t angeführten moralischen Gründen eine gefährliche; sie ist! aber auch nicht durchführbar, weil sich keine gesetzlich qualificirten Elementarlehrer zur bloßen Erth.ilung des Religionsunterrichts finden werden. Bei dieser Gelegenheit ist; hervorzuheben, daß das Gesetz einen Unterschied zwischen dem israelitischen Reiigionslehrer und dem israelitischen Elementarlehrer statuirt, obgleich der Unterschied wesentlich nicht vorhanden ist. Wenn auf dem Stundenpläne der israelitischen Schule ,Religionsunterricht" steht, so will diese Fachbencnnung nichts mehr besagen, als auf dem Stundenpläne der christlichen Schule. In seiner Eigenschaft als Cantor ist der Lehrer bloßer Cultusbeamter, was seinem Lehrerberufe keinefi Nachtheil bedingt Wo aber die Mittel der Gemeinde ausreichen, einen Cantor und Lehrer getrennt in zwei Personen zu besoloen, da besorgt der Lehrer und nicht der Cantor den Religionsunterricht. Besondere Religionsschulen sind deshalb auch mit wenigen Ausnahmen nicht vorhanden. (Schluß folgt.) Ein protestantischer Geistlicher. Herr- Peiavel, machte varaus aufmerksam, dass kies die nebenie Versammlung sei, welche die Alliance abballe, und gab unter Beziehungen, welche er darin aut die beilige 2ieben;abl des Iudeiilhuuis fand, sein Interesse an Israel -;» erkenne», welche er seine Brüder nannte. Hr. Eremieur schloss, wie alljährlich, mir et»ein Bonrage über die Mission der Alliance^ insbeü »der Allgemeinen- Cr schilderte um bekan nein der früheren und heutige» religiösen Verfolgungen und wies den Nutzen der Schuleil »ach, welche die Alliance in Asien und Afrika gründete.! Zuletzt biell Hr. Isidor, cRossraobiner des Eennaleonsistounv die Israel's im Talent die Schrecken Wochenbericht. Al;e» im Januar. (Alliance' israelite universelle.) Wu geben einstweilen nack den Ar^V,iv.-s israelite» einen kurzen Bericht über'die jüngste Iabresoersammlung der Alliance, bis die gedruckten Bulletins ausgegeben sein werden, nach denen wir unsere. Mittbeilungen alsdann zu veroollständigen gedenken- Es war die siebente öffentliche Jahresversammlung, welche die Alliance am l!>- Dezbr. i\ Iunter Tbeilnat'iiie einer grosse» Anzahl Mitglieder und Damen iin Saale Her; abbielt. Die Sitzung war feierlich und inleressanr. Je weite»- die Alliance sich ausdebnl, und je mehr Btikglieder sie gewinnt, um so mebr nimmt die Tbeilnablne für ihre Wirksamkeit zu. Hr- Ereinicur führte wiederum den Borsitz an Stelle des vornorbenen Munk, und zwar in Eigenschaft eines Bicepräfidenten, da während des Todesjahrs in solcher- Weise die Alliance das Andenken des grossen Todten, Uwes früh verstorbenen Präsidenten, zu ehren beschlösse» hat. Hr. Levern, Secrerär, erstattete Bericht über die Wirksamkeit und Hr. Levy-Alvares. Rechner, überdie Finanzlage der Alliance. Man erfuhr, dgss-die Ausgaben um 2000 Fr. die Einnahmen überschritten hatten; indess erregte dies bei dem reellen Aktiv- Vermögen der Allianee keinerlei Bedenklichkeit. Zwar ergriffen verschiedene Redner das Wort, aber der Vorsitzende wusste ihre Bemerkungen fein und geistvoll zu widerlegen. riums, eine Lobrede auf Hrn. Ereniwur für die Dienstleistungen, welche die französischen Israelile» Hrn. Cremieur zu verdanken hätten. Insbesondere erwähnte er Eremietu's Bemühungen um Abichassung des Eides. »>. »»- jwUicoj. welchen der Redner mit Recht eine Enlwin'dignng Iirael's nennt. . Hr. Isidor soll ,an jenem Abende wunderbar schön gesprochen und sich selbst überlrosieu haben. Hr- Eremieur ivar auch so hingerissen von dieser Rede, dass selbst seiner beredten Zunges die Worte zur Erwiderung fehlten. Er umarmte Herrn IsidoU zweimal in Bewunderung und Daukbarleil. Der Saal dröhnte' in dieieni Augenblicke vom Beifallklatschen des Publikums. - Tämil schloss die interessante Sitzung. . R. Alzey i>» Jan. .In Amerika drebl eine Polemik zwischen >>>-. Wiese;' lanzjährigem Rabbiner iü Eineiunaii, dem bekannten Herausgeber ^es „Israeli!" und der ..Debora", und Iasrrow, zuletzt ükabbiner i:> Worms und >'Ac Kurzein in Pluladelpfra, eine drohende t^estall anzuuehme». Der Streit-wurde anfänglich im ..Israelit" und „Hebrew Leader" gind dann in Brochüren und Bamvhleieu geführt unk artet jetzt in Persönlichkeiten aus, wobei er äusbörl, das allgemeine Interesse in Anspruch zu nehmen. Die Freunde des Hr». Iastrom wollen es ihm Dank wissen; dass er die amerikanischen Juden endlich aufgeklärt habe über die linwissenbeil oder Qherilächlichkeil Derjenigen, von keueu sie so lange betrogen »nd hinter das Lswi geführt worden seien Wir enthalten uns vorläufig des tlrtbelis über die Sache, welche in ihren Details uns augenblicklich nock uirh; bekannt genug ist, erinnern - aber daran, dass Gott nicht jedem Eiferer für die heilige Sacke den Lolm des Binebas znerkennl: selbst ein Elias musste darauf -verzichten und statt dessen kerbe Zurechtweisungen von seinemGoitd- R. und Meister enlgegenzunebmen. Aus Baken. Der Seiieitö unsrer Regierung den Kammer» vorgelegie „Entwurf eines Unierrichlsgei'etzes" erhielt in de« 2. Kammer eine Fassung, mit der die Israeliten und wir Lehrer be'onders allen cZrtiud zur Zusriedeirl'eil naben. Wahrend der Entwurf die uns bctressenc,en -Aus»al»ii^>estiminutigeii vom allen (besetze fast alle wieder ausnabin, fügte er noch deren unS Lebrern iebr beuachtheiligeuden Zusätze bei. Die Schuleommission nahm unter Berücksichtigung einer von Len i>'r. Lehrern eiugereichten Petition uichl eine dieser AttSliahmehesiimniungeii auf. so dass, das ueue Schntgesetz, wie es von der 2 klammer angenommen wurde, uns Israeliten ganz und vollständig den anderen Eonsessionen, gleickstelll. Die Hauptlehrer und Gemeinden gewlimen viel dadurch und die praktische Humanität trägt einen gläuzenden Sieg davon. Sobald die 1. Kammer das Gesetz angeiiommeii, werden wir Ihnen ausführlicher berichten. Kassel. Dem „Frankfurter Journal" wird von hier geschrieben: Sämmtlicke in Kassel vorhandene Saalbauten haben

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