Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 4 (22.1.1868)
- Date
- 1868-01-22
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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15 mögen incl. der AchawaausstÜnde pro 1868, Inventar und s. f. wohl über sechstausend Gulden. Wenn wir nun ungünstige Verhältnisse aller Art, Krieg u. ««. A. und den Umstand in Betracht ziehen, daß innerhalb der drei Vem einSjahre eintausendneunzig Gulden (incl. der obsm genannten Pensionen) zur Vertheilung kamen, so haben wie das gegründeste Recht, mit diesen Resultaten unserer Bemühungen zufrieden zu sein und mit froher Zuversicht auf - die Zukunft zu blicken. Näheres bringt der demnächst erscheinende Rechenschaftsbericht, mit dem zugleich die revidirten Statuten ausgegeben werden. Obwohl dieselben bereits im Drucke fertig und auf Wunsch von unszu erhalten sind,' so stehen ihrer Vertheilung noch einige, jedoch nur formelle Hindernisie entgegen, die auf die Sache selbst durchaus keinen Einfluß haben. — — Herr Lehrer M. Eppstein in Kilchberg, Regierungsbezirk Cöblenz, hat an seine College« in der preuß Rhein- Provinz einen sehr eindringlichen Mahnruf erlasien, sich der Lethargie zu entreißen und eine Conferenz zu bilden. Eine Versammlung hat bereits staltgesundcn, eine zweite wird auf die Pfingsttage vorbereitet. Segen sei mit dem Unternehmen. § Aus dem Kreise Eschwege im Dezbr. Unlängst wurde in Herleshauien die Einweihung eines neuen jüdischen Schulhauses gefeiert. Ueber die Feier selbst ist nichts Näheres zu berichten, da ich derselben nicht beigewohnt habe, nur so viel habe ich gehört r sie soll recht würdig und angemesien gewesen sein. — In Herleshavsen fungirt der wackere College Oppenheim, gebürtig aus Altona. Den Lehrern der Provinz Hessen (ehem. Kurhessen) ist kürzlich die Weisung geworden, ihre Schulzimmer auszumessen und -anzugeben, ob etwa der Neubau eines Schulhauses oder auch n>rr Reparaturen u. dgl. an demselben nöthig seien. Einige Wochen später erschien der Baunieisier und nahm nochmals die Messung der Schulzimmer vor; es war derselbe nämlich dazu von der Königlichen Negierung ebenfalls wie die Lehrer aufgefordert. Diese Geschichte hat doch auch eine erfreuliche Seite: die israelitischen Lehrer wurden nicht ignorirt, wie man solches bei dergleichen Fällen oftmals findet. — Was unfern Anschluß an die altpreußischen Lehrer hinsichtlich der Einreichung einer Bittschrift an die preußische Ständekammer betrifft, so spreche ich meine Ansicht dahin aus, daß es für uns Löhrer in Hessen sehr räthlich sein dürfte, ebenfalls wie die wackeren College» in Altpreußen an die erwähnte hohe Stelle eine Vorstellung bezüglich unserer Gleichstellung mit den christlichen Lehrern zu richten; und sollte der eine oder der andere etwas hiegegen haben, weit bei den chrisil. Lehrern in Hessen die staatlichen Gehaltszuschüsse über kurz oder lang wegfallen werden, so würde ich's meinen College» anheim stellen, eine Petition um Fortdauer unserer geistigen (?) Stellung zu verfassen und baldmöglichst abzuschicken. Bitten ist immer gut. Seit dem verflossenen Sommer (im Juli) ist die isr. Schulstelle zu Netra vakant. Lehrer Heinemann, jetzt in Rinteln, war (etwa 1*/iJahr) der letzte Inhaber der Stelle und soll jetzt eine bessere Stelle haben. — Ein erfreuliches Zeichen der Zeit scheint Rinteln sein zu wollen; denn schon voriges Jahr sprach man in verschiedenen Bürgerkreisen von der Verschmelzung der jüdischen Schule mit der dortig Bürgerschule, d. h. von der Begründung einer Gommu 3 schule, wie deren einige schon bestehen. Zur geistigen regung der College» stelle ich hiermit eine pädagogi« Frage: Woher mag es wohl kommen, daß die Erricht'^ von Communalschulen in diesem Zeitalter, sowie die stellung jüdischer Lehrer an solchen noch so viel Schmie leiten bietet? W. in Bielefeld, 9. Jan. Am 27. v. M. wurde, lq Circularschreiben des Hrn. Lö b, als Präses, das Cu, torium der Marx-Haindors'sche» Stiftung Seitens des vinzial-Schulcollegiums zu Münster in sein. Amt eingefüh Dasselbe besteht außer dem genannten Präses ans Herren: 1) Lehrer Blumen seid in Essen*); 2) Rechl anwalt Metz in Petershagen; 3) Banqüier M. E. Fra^ in Köln; A) Banqüier S. Rothschild in Werden (nis Minden, wonach die abweichende Mittheilung auS S£ri| Wochenbericht in Nr. 2, zu berichtigen sein würde). Stellvertreter sind bestätigt die Herren: l) Kausma^ Alsberg in Münster; 2)Kaufmann Ems düs.; 3) Ob« rabbiner Kahn in Trier; 1)Obercollecteur Levi in Aache DaS revidirte Statut ist von diesem Curatorium, heißt in dem Circular weiter, nunmehr endgültig festgeste^ worden und soll denhöhern Behörden zur Geneh.-iigr vorgelegt werden Sobald diese erfolgt ist, wird den meinden Gelegenheit geboten werden, entweder durch Ne mahl ein anderes Curatorium zu bilden, oder das -unktion stehende wieder zu wählen. Inzwischen tiftt ab an uns Alle die dringende Nothwendigkeit heran, Jahre beiträge zu sammeln, damit dem Curatorium auch die uo bedngt notbwendigen Mittel zu Gebote stehen, tüchtig Lehrer, zunächst namentlich einen tüchtigen Director al ersten Lehrer anzustellcn :c. Man muß also,-da, wie ausdrücklich gesagt wird, Gemeinden, trotz der früheren dringenden Amprachen de Hrn. »r. Pbilippson in Bonn, nicht zur Beschaffung aus reichender Mittel zu bestimmen waren, wieder zur Privat wohlthätigkelt recurriren Die Lehrer Rheinland Westphalen^ werden, wie früher so auch jetzt, gewiß das Ihrige thri das verjüngte Institut zu rascher und segensvoller Billig fördern zu helfen. Nach dem, was bis jetzt über die Intentionen de^ Negierung zur Schulfrage bekannt geworden, dürfen miß auf erhebliche Erfolge unserer Petition nicht rechnen, uns wir bekennen, daß wir.in dieser Beziehung uns keine« allzUgroßen Illusionen hingegeben haben. Nichlsdestowenige« müssen wir untere Schuldigkeit thuu und mögen die Cols legen Preußens ja nicht unterlassen, in möglichst großes Anzahl ihre Zustimmung zu der Petition aNszusprechen. In Bezug am die Denkschrift, die Sie demnächst von neue« zu veröffentlichen die Güte haben wollen, muß ich bemerken^ daß allerdings einige, den veränderten Zeit Verhältnisse« Rechnung tragende, Änderungen mit denselben vorgenommeu *) Wir wünsche» den verehelichen College» in Wesrphalen zum er« rungcncn Liege Glück. Der Eintritt eines so vorzüglichen Volks« lehrers in besagtes Curatorium ist bereutsam für die Lache der Lehre« und die Anstalt selbst. Red.