Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 2 (8.1.1868)
- Date
- 1868-01-08
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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^eordnetenbadseS für die UnterrichtSverwalttmg die Staätsregierung mn Auskunft Darüber ersucht, wann die jüdischen Schulen die längst erbetenen (Sorjjoratienöreebte erhielten? worauf die Antwort erfolgte: Den jüdischen Sckulen überbaupt Corporarionsreckte zu ertdeilen, wird nickt beabsichtigt. Hoffentlich werden sick die preußffcken Lehrer hiervon nickt abbalten lassen, rbr Reckt ninsoinedt nackdrucksvollst zw^erlangen. - Berlin,23. Tee»-Heutewurde der Bericht dervereinigtenCommissionen für das Gemeindewefen und für daS Unierricktswesen über eine Petition des Magistrats und der Stadtverordneten zu Elbing, betreffend einen Constict zwischen demselben und der Regierung zu Danzig in städtischen Sckulangelegenbeitcn «usgegeben. Zu deu .^Vorstand" dev bcberen Töcktersckule zu Elbing wurde der jüdische Arzt vr. Zacobi gewäblt. Stalytenznäßig fgllrdiesem Porriande nur die Aussicht über das Sckulgebäude in baulicher' Beziehung und die Einziehung deS Schulgeldes zu und Kat sich derselbe also jun die Znretna der Sckule uickr zu bekümmern, Glerckwobl wurt: Seitens k</ Regierung die Bestätigung versagt, weil ein Zud: nickt im Horstende einer christlichen Sckule m.iksitzen dürfe. Bergebeus wurde darauf bingewiesen, daß das 2£pn „Borstand" bie: nickt einen eigentlichen Sckulrontank, sondern, nur ein ganz gewöhnliches Gemeindeamt bezeichne-, eS blieb , bei der' Ricktbestäligung. Berlik. Zn dem neuen-preußischt-n Unterricbisgei'etze ist ein Paffuß enthalten, der' besonders von deü^Zuden spricht. Es ist der 8 8: „Penerrickrew öffentliche Bolkssckulen sotten in der Reggl evangelische oder' katbolii'ck'e sein. Wo eine.ausreichende Zabl von jüdischen »rindern vorbanden ist, können auch jüdische. Elementarschulen mit Letzi Reckte öffentlicher Bolkssckulen errichtet werden.—" Wie wir eigentlich das ganze Gesetz nickt versieben, so begreifet wir auch die>est 8 nickt. Wir glauben jedoch, daß derselbe sckor um deswillen keine praktische Bedeutung bat, weil wir nickt glaube r können, daß die Kammer ein .Gesetz., -wie den ibr vorgelegtelt Entwurf annebmen kann, nachdem vor-Zabren die Majorität derselben Männer die bekannten Resolutionen angenoininen batte, die anck nock ßicki ganz auf der Höbe der- Zeit sieben, gegen die jedock dieses (Gesetz mebr als ein Rückschritt, ja fast ein diametraler Gegensatz isi. P ar iS, 3k. Del:. Man meldet den in der oerwickenenRackt erfolgten Tod des -Herrn Furtado. Cbes des Bankbauses Fould u. Eo. und Sckwager des verstorbenen Finanzministers Ackille Fould. Herr Funado tcaj der Schwiegervaterdes vor einigen Zabren verstorbenen Hamburger Banquiers Karl Heines seine - Enkelin Paula Heine, eine der reichsten Erbin Europas, bar sich kürzlich mit einem Adjutanten des Kaisers, dem Herzog von Elcklingen vermählt T'. Herr Fourtado selbst gekörte nock^em jüdischen Glauben an, er war Mitglied des iraelit. Consistoriums von Frankreich. Sein Bater batte im Jabre 1607 in dem von Rapoleon i. ein berufenen Sanbedrin den Borsitz geführt. Zn P o.k e n werden die Zuden, welche sick jväbrend des Znsitrrecrionskrieges von Seiten der russischen Behörden besonderer Berücksichtigung zu erfreuen hatten, nun bei dem Russisicirungsimd Bekedrungswerke mit den Polen nack eirfet Elle' gemessen, ryrd sind die griechisch-orthodoxen Emissäre, in den jüdischen Gemeinden ebenso eifrig thätig, als in den katbolischenz auch werden dort wie hier energische Maßregeln an gewendet, wenn Worte allein sickctls j erfolglos beweisen. — (Ter Untergang einer jüdischen Colonie in China.) Die alterthümlicke jüdische Colonie von Kajfimg-see in China hat sich aufgelöst und die Synagoge daselbst ist zerstört worden. Ein Missionär, der diese Gegend bereiste, fand daselbst bloß einen Stein, der' auf seiner linken Seile die Errichtung dieser Synagoge im Zabre 1162 und die Ankanft der Juden in China unter der Dynastie Han (3 Jahrevor Christi) anzeigte. Die rechte Seite des Steines meldet eine Restauration der Synagoge unter der Dynastie Ming,. also vor beinabe 3no Zabren. Der Missionär entdeckte einige Abkömmlinge dieser Colonie, deren Gesanimtzabl sick auf 300 Seelen beläuft, Rack ibren Aussagen mußten sie die Baumaterialien verkaufen, um sick das Leben zu fristen. Dieselben beschäftigten sich jetzt mit Tauschgeschäften, mit dem Berkaufe von L bst und Bäckereien. Sie besitzen einige Abschriften alter hebräischer' Schriften und eine unleserliche Tborarolle. Hebräisch verstehen sie gar nickts. Der Missionär sah noch den Sobn des letzten Rabbiners, mit dessen Tode die Senmniß hes Hebräischen unterihnen erlosch. Die Leute, die zu den Ueberresten dieser Colonie gehören, versammeln sick nickt mebr!und sehen sick auch nickt mebr als Gersieinde an, verloren überhaupt bereits jede Spur ihres Glaubens und ibres Stammes: sie erwähnen bloß nur noch das Laubbüttensest und das Fest des ungesäuerten Brodes. D. Presse. Ungarn. 2^it dem Ende des Jahres iHOT hat-der seit -10 Zabren i« Szegedin erscheinende und von. dem Rabbiner I)r. Löw redigirte „Ben Chananjah" seine Laufbahn beschlossen. Immerhin ein Zeichen der Zeit! „B. CH." war das einzige jüdisch-iheologisch-wissenschaftliche Blatt, das frei und entschieden den religiösen Fortschritt vertrat. MT Drei Bitten! "WU Tie verehrlichen Herren Collegen aus Bayern, welche ein besonderes Exemplar von Nr. 49 (1867) d. Bl. erhalten haben, und welchen dasselbe entbehrlich sein dürste, werden freundlichst aber dringendst gebeten, uns dasselbe gefälligst unter Kreuzband zukommen zu laffen, da diese Nummer noch an andere bayr. Collegen versendet werden soll und bei uns gänzlich vergriffen ist. Zum Voraus unseren Tank! Ferner ersuchen wir unsere sämmtlichen Correspondenten, uns fernerhin nur frankirte Schreiben zukommen zu laffen, da die eben eingetretene Ermäßigung der Portotaxe nur bei frankirten Briefen gilt; wir sind bereit, beim Jahresabschluß den geehrten Herren für ihre Portoauslagen vollen Ersatz zu bieten. Schließlich fordern wir die geehrten Herren Mitglieder der „Achawa", welche ihre Schema noch nicht ein gesendet haben, dringend auf, dies alsbald zu bewerkstelligen, weil jede Verzögerung die definitive Regelung der neuen Verhältnisse unseres Vereines verzögert und daher möglicherweise schädigt. Die Redaktion des „Jsr. Lehrer." _, . „ Für den Buchhandel: in ar Stintt « Leipzig. — Dampsi^chnckchrefsendrvü von I. Sottilebrn in Main». verantwortlicher Xcbactatt: Z. Klingen stein in Odernheim in Rheinheffen; Selbstverlag der Redaktion, smmmssion bei O - k -.. - - - -