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Der israelitische Lehrer · 1867-12-26 · 52 (26.12.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
52 (26.12.1867)
Date
1867-12-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Jsradifedir Imrer. Zeitschrift für die gesammteü Jnteresien. des israelitischen Lehrerstatz und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. des j\# 52. Mainz, den 26. Dezember 1867. (Siebenter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 lr. 1,4 Thlr. Bei srankirter Zusendung Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeüe. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchh, c. intet Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. < ndlungen an. Die Bestimmung des Weibes zur Mutter. Zur Frauenfrage. (Schluß.) Doch die Zeit ist eine andere geworden. Männer, die . Freihkit und Volkserziehung erstrebcn, unsere besten Päta- 1 gegen hielten es für vothwendig, in die Kinderstube, an die Wiege des Säuglings zu treten, um die zarte Menschenblülhc allseitig von ihrem Beginn an zu beobachteu, ihre weitere Entw cklung zum Studium ihres Lebens zu machen. Tiefe Männer sprechen sich ganz bestimmt darüber aus, der Mutter^ gehöre das Kind in den ersten Jahren seines Lebens! Bon ihrem Lieben, Erkennen und Können hängt sein junges Dasein ab, sie hat eö zu behandeln, zu pflegen, zu erziehen — und diese ersten Jahre sind die wichtigsten für das Menschensein l Wir Freuen haben mit dieser immer allgemeiner werdenden Anschauung einen festen Boden, einen Mittelpunkt unseres Wirkers erhalten I Was Einzelne mit Thränen und stillen Kämpfen sich errangen, frei und vernünftig um sich zu schauen, um für ihre Kleinen emsig. Samenkörner eines glücklichen Lebens einzusammeln und nicht selbst!gefangen und befangen, Gefangene und Befangene zu erziehen, dar soll Gemeingut für das ganze weibliche Geschlecht werden. Die sittliche Familie ist die Wurzel aller menschlichen Größe, Güte und Befriedigung. Ihr entstammt die Kraftentmicklung des Einzeln enschen; sie weckt den Gcmeinsinn, entwickelt Arbeitskräste und Fähigkeiten; ihr entkeimt Heimoths- und Vaterlandsliebe.—Tie Familie ist der Gipfelpunkt olles weiblichen Schaffens. Darum ist jeder Beruf der Frauernatur entsprechend, der daS Walten in der Familie, im Haufe nicht stört, der vielmehr das Familienleben behaglich, geistig und gemüthlich veredelt. Bon allem Wirken für die Familie ist der Mutter Thätigkeit die am tiefsten und weitesten eingreifende, nicht allein für die. jüngeren und älteren Kinder, sondern für alle HauS- und Familiengenoffen; ja, jeder Fremde, der über die gastliche Schwelle tritt — wird von Heiwothsgefühl umweht, wenn er eine gediegene Mutter walten sieht. Darum kann der Beruf des Weibes zur Mutter nicht hoch genug geschätzt, nicht wichtig genug bei der Töchter-Erziehung berücksichtigt werden. ES gilt ja nicht nur dem Wirken und dem Besitz eigner Kinder, sondern dem sittlichen Einfluß auf das weibliche Geschlecht, auf die Jugend, die Kindheit im Al gemeinen, und es sollte der erfreuliche Fortschritt von Nümand unb"achtet bleiben, daß, während früher Mädchrn j de geistige Ausbildung eher ermöglicht wurde als die zur Mutter, dagegen jetzt immer mehr Bildungsanstalten aus tauchen, vorzugsweise Fröbel'sche Kindergärten, wo Jungsrcuen Gelegenheit geboten wird, sowohl theoretisch als praktsch die Kinderpflege kennen und äbcn zu lernen. Betrachten wir dasVechältniß der Mutter zum eignen Kinde näher. Tie Natur lcj t ihr Kostbarstes, das Menschenkind, hilflos in die Arme i er Frau, während sie für alle niedern LebenSgattrmgen sebst pflege und Ernährung fürsorglich vorbereitet. Die -? lllutter als solche entscheidet in der Behandlung ihres Kirdes über Sein oder Nichtsein eines ganzen Geschlechtes, fit ist die verantwortliche Trägerin und Pflegerin der Menschh st und arbeitet an deren Entartung, wenn sie durch Vernachlässigung oder Unkenntniß ihre Knospen ankränkeln, sie nicht naturgemäß entwickeln läßt. Tie große Sterblich! sit unter den Kindern im Säuglingsalter, die alljährlich besonders im Sommer, wiederkehlt, fordert uns Frauen zum Nachdenken über deren Ursachen und ihre mögliche Hebung auf. Berühmte Aerzte berichten uns, daß unter der Kindern ein Todelfall vorkommt, und daß die meis en unter ihnen vor dem vierten LebenSwonotsterben. Unmeglich ist dieses Verhältniß natur- 1 gemäß. In ihrem ganzen Haushalt zeigt uns die Natur ' weise Berechnung und Vorsicht bei allem Rcichthum ihrer Schöpfungen. Warum sollte sie dem schwachen Pflänzchen, deffen zarter Keim die nutze Scholle durchbricht, seine schützenden Herzblättchen gewoben haben und für das Menschenkind wäre so unvollkon men gesorgt, daß von vornherein 1 der vierte Theil derselben lebensunfähig zur Welt käme? . Die zart und verletzbar a ich der Organismus des neuge- : bcrnen Kindes sei, ihn durci dringt mindestens dieselbe Lebens- 1 kraft, welche der Pflanze und den Thieren innewohnt, die sie den äußeren schädlicher -Einwirkungen Widerstand ent-

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