Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 51 (19.12.1867)
- Date
- 1867-12-19
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i ' I ' I — 208 — - oder nie wahrhafte Ueberzeuguug die Quelle des Uebertritls bildet. Immer ist es das äußere — sinnliche oder pecunäre — Intereffe, daS ^u diesen oft mit so vielem tzclat in Scene gesetzten Bekehrungen die Veranlassung war. Weber soll bei Cbaje Sara Radamsky — einem Mädcben, das zwischen „Mein und Dein" nickt unterscheiden kann .?,, die erbabene sittliche Ueberzeugung kommen, daß nickt j die angestammte Religion, in der sie geboren und erzogen, sondern eine Religion, die ihr-fremd und. käst unbekannt sein muß. die ,(wabre" Religion sein soll, in der das Seelenbeil zu finden ist? : Jedenfalls aberfehlt es an. genügender Bekanntschaft mit den kehre» der eigenen Religion, feblre es an klarer Erkenntniß und sittlicher straft, sonst bäne dies Mädcken-und viele ihres Gleichen wissen müssen, daß Pietät, Elternliebe, eine heilige, unantastbare Grundveste aller wabren Religion ist, und daß sie also den Uebenritt zu einem anderen Bekenntnisse, wenn er fick gründen soll auf wahrhafter Ueberzeugung und sittlicher Erkenntniß, nickt manifestiretr dürfen durch die imsittlickne aller Handlungen: durch Besckiinpfung und Berleugnnng def^Eltern. Ein Ueberrritt zu einer anderen Religion ist eine so ungeheuer bedeutungsvolle Tbat, ein Bruch mit der ganzen Vergangenheit daß wir ibrcn äußeren Bollzug iiur als. das Produkt gereiftester Erj fadrung annebmen müßten. Aber gerade^diese gereifte Erfahrung und i sittlich-religiöse Erkenntniß wird daun dem' äußeren liebertritt, auch wenn er sich innerlich vollzogen batte, die gewichtigsten und eutscheidentsten Bedenken entgegen «'etzLii. Wir wollen diese Folgerungen nickt weiter ausspinnen; aber wir müssen uns dock-sagen, daß fast bei allen diesen Borkommniffchr die Schuld rast nur allein an den Eltern liegt oder in - dem' Mangel eines tüchtigen Religionsunterrichts zu suchen ist. i Sebeu wir beute unsere jütischen Eltern, wie sie ibre Töchter den! christlichen Instituten anveNrauen und weder die religiöse Richtung j derselben berücksichtigen, noch auch nur nebenbei für eine» tüchtigen jüdischen Religionsunterricht Serge tragen, so möchten j wir ne iusrner fragen: Wollt Ihr Eure linker in die Arme des : Ebristentlmins treiben? Gewiß, Ihr habt die Absicht nickt! und! dock bandelt ibr so, daß es fast nicht anders kommen kann- Tie l Tbati'acke, wenn sie einmal, nickt mehr ungeschehen gemacht wer-! den kann, wird Euch tief betrüben! £, so schaut doch um Euch, ' und ieber, welche £pfer diesen vornehmen christlichen Pensionen schon von jüdischen Eltern' gebrockt wurden? Es ist nickt genug, daß wir unsere jüdischen.stinker vom christlichen Religionsunterricht ferne halten; wir müssen den dock noch tiefgebenden, wenn auch oft unbemerkbaren Einflüssen der ckristlich-lcudenziksen Anstalten — und das sind sie Alle — mindestens einen tüchtigen jüdiichen Religionsunlerarcht entgegenstellen! Wo cs ater nur irgend »reglich,- da. dürften wir insbesondere unsere erwachsenen Töchter' durchaus nur jüdischen Anstalteit anvertrauen. Das religiöse Bedürfnis:, die Hinneigung zur religiösen Schwärmerei ist bei dem sensitiven w eib l i'ckcn G esck l erti l e anerkanntermaßen se d r st ar k- Früher' oder später wird sichdas' äußern. Hüten wir unsere Kinder, daß diese Hinneigung mindestens nickt auf den bedauerlichsten Abweg führe — zum' Abfall. Sorgen wir. daß unsere Kinder' nickt uns und unserer Religion entftemdet werden. Dazu aber bedürfen sie der-sorgsamsten Teilung und Erziehung; dann werden auch die Einflüsterungen' der Rönnen fruchtlos bleiben. Pest, 25. Rov. Der Ministerpräsident Graf Andrassy legte in der heutigen Sitzung deS Unterhauses einen Gesetzentwurf vor, welcher Israeliten zur Ausübung aller bürgerlichen und politischen Rechte gleickinäßig für befäbigt erklärt und alle hiermit im Widerspruck siebenden Verordnungen aufbebt. Der Entwurf wurde mit begeistertem „Elfen" aufgenominen- Achawa *). Spenden: Von Hrn. Baron M. C. v. Rothschild in Frankfurt a. j M. ft. 50; Frau Rosa Sottmar (Jahresbeitrag) fl. 5; ungenannt aus; Breslau fl. i. 45; von Hrn. Baron James v. Rothschüd aus Paris i «durch Hrn vr. Albert Lohen) fl. 18. 40;- durch Hrn. Isaak in Als»! feld gel. fl. 2. 4{f. Bei Hrn. Kramer, Vorstand des bayr Bezirkscomitss, , sind cingegangen: von Hrn. Lehrer Morgenthau von staumheim ges. bei! der Hochzeit des Hrn. Weil von Leutershausen mit Frl. Erlanger von j Tottenheim fl. 6. 9; Hr. Kohn in Wasiertrüdingen (mehr für ein« Achawa) durch Hrn. Löwcnmayer in Wittelshosen 57 kr.; durch Hrn. Lehrer Lindner in Würzburg: von Hrn. Baron J.J.v. Hirsch (Jahresbestrag) fl. 10; von Hrn. Tavid Hirsch fl. 5; S. Freudenthal (mehr für eine Achawa) fl. 2. 06; ungenannt fl. 3 (zusammen von Hrn. Lindner fl 80. 36); - von Frau Reinmann aus Gunzenhausen 30 kr; durch Hrn. Lehrer Stein aus Schwanfeld, Sammlung in seiner Gemeinde fl. 3. 54; bei der Hochzeit des Hrn. Kotz von Biber mit Frl. Hirfch» bergcr in Gerolzhafcn fl. 3. 14; bei der Hochzeit des Hrn. Friedenheim aus Schweinfurt mit Frl. Ehrlich aus Lohr fl. 3. 8; bei der Hochzeit des Hrn.Tannmbaum von Bastheim mit Frl. Lebern-uth von Schwein» furt fl. 4 (zusammen von Hrn. Stein fl. 14. 16); Sammlung des Hrn. Lehrer Fried aus Nürnberg fl. 78. 15; aus Veranlassung desselben von dem dortigm Fraucnvercin fl. 25 (zusammcn vonHrn.Fried fi.97. 15); zus. bei Hrn. Krämer in Ansbach fl. 139. 43. Zusammen fl. 215. 8. Gesammteinnahnie von Spendcnprol 866/67bls heute fl. 1721.43. 2. Erlös aus Beremsküchern. Nei in Mcerholz fl. I. 24; Marx in Alsheim fl. 33. 6: Bender in Osthofen fl. 5. st, Eckmann in Schmalkalden fl. 2. 34; Königsbacher in Rottweil fl. 1. 26; Waldbott in Münchweiller fl. 5. 53; Lehniann in Bretzenheim fl. 2. 10; Salo» mon in Rülzheim fl. 3. 37; Sinzheimcr in Bühl fl. 6. 28; Rohrheimer in Trebur fl. 6. 30; Jsaacson in Güsten 42 kr; Nathan in Lorsch fL 9. 43; bei dem Vorstand des Landesconiites Hrn. E. Krämer in Ansbach fl. 197. 24; zusammen fl. 275. 42. Gesammtsumme fl. 637. 23. 3. Mitgliederbeitröge 118. Ehrenmitglied Hr. Leopold Bee^ in Frankfuit a. M-; > 19.Marx in Alsheim; 120. Eckmann in Schmalkalden; l2l. Thalhcimer in Höchst; 122. Sinzheimer in Bühl; 123 Rohrheimer in Trebur; 121. Jsaacson in Güsten; 125. Nathan.in Lorsch; 126. Hammel in Schweinfurt; 127. Fried in-Nürnberg; 128. Lrthal in Fellhcim; 129. Wildbcrg in Kleinheubach; 130. Richard in Ellmgen; I3l. Bernheimcr in Buchau; 131. Lbermayer in Sulzbach; 133. Frank in Günzenhausen; 134. Lindner in Würzhurg. Neue Mitglieder: 135. Stein in Cchwanield; 136. Hofmann in Wenkheim (Baden); 137. Rvsensclder in Unteraltertbernheim*). *TSum Rechnungsjahr 1666/67. Fortsetzung wegen Mangel an Raum in der rächsten Nummer. **) Ich habe hier die Bemerkurg anzusügcn, daß die Gelder, welche bei mir cingehen, vorerst an den Rechner Herrn Leopold Tann in Frankfurt a. M. abzulieftrn sind, und daß mir dann von dort die Genehmigung zur Veröffentlichung der Quittung — nach den neuen Statuten von 4 zu 4 Wochen — zugeben muß. Ter Geschäftsführer der Achawa: I. Klingenstein. Verantwortlicher Redakteur: I.'n bin gen ft ei n in ».ternterm in Rtcinbes en; Eklbstverloc ter Redaktion. Für den Buchhandel: in - Commission bei L skar Seiner m Leipzig. — Tamri-Lchnellprefirndruik von I. Gott Sieben in Mainz.