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Der israelitische Lehrer · 1867-10-10 · 41 (10.10.1867) · p. Seite 167

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
41 (10.10.1867)
Date
1867-10-10
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 Worte schafft u« so gröberen und ku»chhaltiger«n Eindruck, je mehr Autorität er besitzt. Fragen mir, worin die Lut«- ' rität de» Lehrers besteht, so kann man wohl sagen: Sie bestehet in dem Ansehen und in der Achtung, welche der Lehrer, al- Lehrer und als Man», sowohl bei de» Eltern, «Is bei de» Lindern grntetzt, t». der Thal und Wahrheit verdient und auf die Dauer zu erhalten weiß. Die äußere Autorität besitzt der Lehrer schon vermöge seines Amte»; dieselbe geltend zu machen, namentlich unter Unmündigen geltend zu machen, dazu gehört im Ganzen wenig Verstand und Geschick, obwohl ei häufig mit Ungeschick geschieht. Soll diese äußere Autorität von Bestand sein, so muß sie von der Achtung abhängig sein, die man Jemand innerlich zollt. Diese innere Achtung hinwieder stützt sich auf den innern Werth, den edlen, sittlichen Charakter deS Mannes. Wer sich etwa von der Meinung beschleichen läßt, bei Lindem komme eS darauf gar nicht an, der irret gewaltig, und der Unbefangene wird mitleidig lächeln und sagen: Nun, Irren ist menschlich. Wer hätte eS nicht schon erfahren, daß Kinder in der Regel scharfsichtiger sind, als man gewöhnlich anzunehmen gmeigt ist? Sie fühlen zwar mehr, als sie denken; aber eben deßwegen nehmen sie nicht selten rascher und schärfer wahr, als selbst E wachsene und Männer eS im Stande sind. Man hat genug Fälle, daß Kinder die äußere Autorität des Lehrers respectiren; ihr Gefühl jedoch ist weit entfemt, demselben auch innerlich ergeben und zugethan zu sein, ist weit enfemt, ihn, den Lehrer, wahrhaft zu ehren! und zu achten, wenn nicht eben ihr instinktmäßigeS Gefühl, auf Grund wahrer Achtungswürdigkeit de» Lehrers, sie dazu nöthigt. Nicht sUten auch verficht es unsere Jugend mitunter, Achtung gegen den Lehrer zu erheucheln, während sie hinter seinem Rücken über seine Schwächen und Mängel sich lustig macht, auch den Lehrer wohl gar schmähet und lästert. Wo dieses der Fall, da halte der Lehrer bei sich selbst ein strenges Selbstgericht, er raste und ruhe nicht cher, bis ihm die vollste Anerkennung Seitens der Kinder aus Grund voller Würdigkeit zu Theil wird. Diesterweg erkennt in der Autorität des Lehrers den Schwerpunkt der DiSciplin; er sagt darüber: „Wer die Freiheit will, muß Ordnung wollen; wer die Ordnung will, muß Achtung des Gesetzes wollen, wer diese will, muß die Erziehung zur Achtung deS Gesetzes, muß die Erziehung in Achtung und Ehrfurcht vor dem Erzieher wollen. Wer unter jener Bedingung diese nicht will, der weiß nicht, was er will. Je freier der Staat, desto strenger muß die Erziehung sein Wodurch aber, fragen wir unS, werben unsere Kinder zur Ehrerbietung und inneren Achtung vor ihrem Lehrer und Erzieher genöthigt? — Die Antwort liegt sehr nahe. Ich meine, ei müsse dies vorzugsweise durch Tüchtigkeit, Geschicklichkeit und Umsicht des treum, fleißigm, rechtschaffenen Lehrers geschehen können. Der Lehrer soll täglich seinen Anbefohlenen zu Kenntnissen und Einsichtm verhelfen; billig stellt man daher an ihn die Forvemng, daß er Kenntnisse und Einsicht besitze. Ja, es versteht sich von selbst, daß der Lehrer als ein vorwärtsstrebender Mann bemüht sein muß, seine Einsicht unabläffig zu erweitem. Er wird ferner das, was von Belang und Wichtigkeit ist, zu berichtigen suchen, war durch eigene Beobachtung und «elbstprüfww, durch Unterredung mit BerusSgenoffen, durch Studien guter Schriften, geschehm kann. Vor allem muß er sich die Seelenkunde angelegen sein lassen. weil der nur dm Menschen auch im Kinde richtig zu behandeln im Stand« sein dürfte, der chn richtig kennt und immer besser zu erkmnm, sich ernstlich bemüht. Fleiß und Treue im Amt und Beruf find schließlich Tugeudm, derm sich kein Lehrer mtschlagen kann, will er sich als Schulmann wohl und befriedigt fühlen, will er schöner Früchte seines Wirkens sich ersreuen. Fleiß und Treue i« Berufe sind Eigenschaften, die sich Jeder bei Gesundheit und Kraft, unter allen Umstände« und Verhältnissen, selbst unter Noth und Druck de- Lebens, wie schwer eS auch fei, anzsteignen im Stande ist; Eigenlchaftm, welche dm Lehrer sittlich und beruflich fördem und seinem stillen und wenig beachteten Werke die Krone aussetzen, also daß die Sterne des Friedms und der Freude in der eigenm Brust hell uüd erwärmend leuchten und Engel Gottes darin auf- und niedersteigen. Ruppertshofen (Provinz Nassau), im Juli 1867. Friedberg, Lehrer. Wochenbericht. <} va n t r u v t a. Di- Das „(ieunalblatt für die gelammte Unlerrichlsverivallung im Königreich Preußen" enthält unter M. 2i»«"des Inli-Augusthesles folgende Bestimmung: > Berlin, l l." Juni. Der Oberpräsideut von Möller zu Casio! bat darauf angetragen, baß die Begünstigung, der Militärpflicht durch eine fechswöchentiiche .Dienstleistung bei" einem Infanterie^ Regimenie;n genügen, auch den Zöglingen des israetitischm Schullehrer-Seminars in Cassel zugestanden werde, welche durch die .königliche Prüflings - Commission mit einem BefäHignngs-! Zeugnisse versehen werden. < Das genauure Seminar in mit (Genehmigung der Landes-! Regierung von der Judenschaft der vormaligen Provinz Rieder-! helfen zur Ausbildung israelitischer Elementarlehrer dauernd be- \ gründet. Cs Hai zwar den Charakter einer Privatlebranstalt, steht t aber unter Aufsicht und Leitung der Staatsbehörde, und die letz-! tere hat zur Prüfung der in der Anstalt ausgebildeten Abiturienten! eine Prüflings-Commission ernannt, welche nack denselben Grund- 1 salzen -,it verfahren hat, die bei den Abiturienten-Prüfungen der \ vom Staat begruuveieii Seminarien zur Anwendung kommen. □ \ Hiernach steht diese Anstalt unter wesentlich gleichem Perhältl nisseu wie die jüdische Pereinsfcknle in Münster und njie'W jüdische V Lehrerbildungsanstalt in Berlin. Beiden ist für ihre Abitnrienteil > die Begünstigung der fechswöchentiiche» Dienstleistung zugestanden/ I der ersteren durch tj- >s Rr. 2 Litt. e-. her Mistlair-Crsatz-Iustruction vom 9. Dezember 1*.V<, der letzteren durch Erlaß vom 12. October 1861. Der obige Antrag erscheint daher um so mehr gerechtfertigt, alS die im vorinaligen tturfürttenthiiin Hessen bestehenden israelitischen Clementar-Polkssckulen einen öffentlichen Charakter habm und in dieser Beziehung den christlichen Volksschulen gleichstehn. Das Königliche Generalcommando und das Königliche Obcrpräsidium ersuchen wir ergebenst, nach dem mehrerwähnten Antrag das Erforderliche in Ihren beiderseitigen Refforts veranlaffen in wollen. Der Kriegs-Minister. Der Minister des Innern.

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