Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1867-09-26 · 39 (26.9.1867) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
39 (26.9.1867)
Date
1867-09-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428720-5431783--1730-4898171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstande« und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitisch >r Lehrer, Lehrer- 1 M 89. Wittmen und -Waisen'in Deutschland. Mainz, den 26. September 1867. (Liadsnler Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Adonnemrmspreis 27 lr. --- >,4 Thlr. Bei frantirter 'Zusendung unter An,eigen zu 1 Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlm Kreuzband jährlich 2 st. 12 gen a». ' kr «» W»»» Mit dieser Nummer schliesrt das dritte Quartal unserer Zeitschrift und bitten wir um «rlsbatvige Erneuerung des Abonnements bei den bezüglichen Poststellen. Zeitfragen zum Zeltcnwechfel. Die Jabre des Krieges ziehen vorüber und die Jahre des Friedens haben ein Ende. Der Mensch aber geht seinem Ziele entgegen und die Menschheit schreitet weiter aus ihrer Bahn — so oder so! Es wird Abend ... dunkle Nacht überlagert den Horizont ... der Morgen bricht an ... die Emme steht auf ihrer Mittagshöhe .. wieder will'S Abend werden .... und es war ... ein Tag. Schon wieder ein Jahr dahin I Wenn der Herbst herannaht, dann wird immer kürzer die lichte Hälfte des Lebens — der Tag. Je älter der Mensch wird, um so schneller und schneller e> scheint ihm die Flucht der Jahre. Blume um Blume, Blatt um Blatt fällt ab vom Lebensbaume. Wie die Jahre fliehen I Kaum begonnen — schon am Ende. Auch die Jugendzeit flieht schnell — in Lied und Lust, in glühenden Träumen und glänzenden Hopnungen. „Golden ist des Lebens schönste Zelt." Doch die Jugend empfindet noch nicht so sehr, so schmerzlich den Schnellschrilt der Stunden, Tage und Jahre! Ihr Maß ist noch voll. Cie nnßt noch mit scheinbar unendlichen Zahlen. Anders das Alter! Da stehen wir wieder an der Neige des Jahres. Hinter uns — verlorene Träume; entschwundene Hcffnungen I Bor uns — neues Träumen, neues Hoffen! Was wird erfüllt? 1 Noch einen Augenblick laßt uns zurückichauen; dann vorwärts aus der Bahn des Lichts, des Strebens. „Leben ist Streben und ächtes Streben ist erst das wahre Leben! Darum laßt uns streben, so lange es Tag-ist!" — Wir möchten — die Versuchung liegt so nah, in dieser feierlich ernsten Zeit, so gerne wieder zu unseren College», zu unseren freundlichen Lesern sprechen, von Allem, was uns bedrückt, was wir anders wünschen. O, wir-könnten ein Sündenregister herbeiholen. länger als das, das unsere weisen Gebetordner für den.Versöhnungstag anordneten und daS doch wirklich nicht zu kurz weggekommen ist. Wir könnten sprechen von den „verlorenen Se flen" im Lehrerstande, vom faulen Gesindel, deffen.es noch ein gutes Theil gibt; wir -konnten von der Einseitigkeit dir Anderen, vom schlechten Willen bei guter Einsicht. vom guten Willen bei schlechter Einsicht und geringer Erfahrui g sprechen, — ein alter Fluch: „sie haben nichts gelernl und nichts vergessen" — doch wir wollen die Wege, die n -r so oft schon durwschritten haben, heut^ abseits liegen lassin, und unseren Blick zum Ze.trnwechsel nur einigen Zeit ragen zuwenden, die eine ernste und tlesgehende Besprechung dringendst erheischen, die bleiben dürfen, gehen einer großen Gefahr und es ist heiligste Pflicht, nicht mehr länger unbesprochen Tie jüdischen Gemeindenentgegen, der allergrößten! dieser entgegenzutret n. Ter Lehrermangel ist schon jetzt, in vielen Gegenden bis zur äußersten Gränze gediehen. Eine Menge Gemeinden darf.car nicht mehr daran denken, einen Religionslehrer aufzuneh aen. Soll die Lehre schwinden aus Israel? Soll es nufc: mehr jüdische Berlreler des Lehramts geben, an jeder Siätte, wo Israeliten geboren . werden, leben und stezben? Wohl wiffen wir, daß allerlei ‘ Facloren den Lehrermangel veranlassen. Wohl dürfen wir i nicht vergessen, daß wir-für den tüchtigen jungen Mann,! der ms Lehramt eintreten soll mit frohem Muthe und mit warmer Hingebung, immer 11 rtb immer wieder eine dankbare Gemeinde, eine möglichst sorgenfreie Existenz, ein auskömmliches Gehalt, eine entsprechende sichere Lebensstellung fordern müssen, wenn wir sehen wollen, das geeignete Kräfte sich diesem schweren und hochwichtigen Berufe widmen. Wohl wiffen wir, baß viel" unserer besseren College« sagen werden: wir werden unsere Söhne nimme mehr zu Lehrern heranbilden; denn ein jeder andere Berufs weig ist lohnender a-’jirjnn 7y a.i'7p *)’DinS ja nnxi O’-iyrnc ux. Wir wiffen das wohl! Aber wir wiffen auch und sind überzeugt, daß eine entsprechende Anzahl tüchtig geshulter Lehrer, ausgerüstet mit geistiger Kraft und energisö em Willen sich selbst die geeignete Lebensstellung erkämpfen wird, daß wir aber jetzt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.