Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 37 (12.9.1867)
- Date
- 1867-09-12
- Page
- Seite 151 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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151 Sinnliches zur Vorstellung dar, d. h. er ist nur für Sinnliches empfänglich, wodurch dann das sinnliche Begehren bestimmt wird. Das sinnliche BegehrungSoermögen finden wir zuerst in der Kinderwelt. Nachdem die Vorstellungen ihnen zufagen oder nicht, wird fich ihr Wille zu denselben hinneigen oder davon wegwenden, d. h. sie werden begehren ooer verabscheuen. Dieß geschieht unwillkürlich und liegt in der Natur des Menschen, daß im ersten Falle ihn die Lust anwandelt, dieses oder jenes zu besitzen, zu genießen u. s. f., wird aber im erhöhterem Graoe — wenn dem Verlangen hierin zu oft oder zu viel nachgegeben wird — zur Begehrlichkeit, zur Begierde. Die Begierde erzeugt Lüsternheit, Neid, Menschenhaß, Wollust und deren Gefolge. Doch findet sich bei dem Zöglinge nicht nur simuicheS Wesen, er ist auch zur Vernünftigkeit berufen, und sind Sinn und Gemüth unzertrennlich. Will ein Lehrer nun I. auf da» sinnliche Begehrungsvermögeu seiner Jugend nützlich einwirken, so hat er auf Sinn und Gemüth des Kindes zu influiren, so weit es in seiner Macht steht. In Beziehung auf a) den Sinn, wird er, insofern auf die Kult ur der sinnlichen Gefühle zu achten ist, vor Allem diese fich zur Ausgabe machen. Er wird bah n sehen, daß die Sinne, da sie die Kanäle sind, welche dem Verstände die äußere Natur zur Kenntniß zuführen, die gehörige Uebung und Stärkung erhalten. Er wird, da die Sinne oft zu falschen und irrigen Vorstellungen Veranlassung geben, die Kinder frühzeiti, gewöhnen, die Gegenstände unter den gehö-igen Wah^nehmungspunkt zu bringen, wird sie gehörig anschauen, unterscheid >n und vergleichen lassen. Er reize sonach die Aufmerksamkeit oer Schüler durch die Anschauung; denn alles Wissen — selbst das von Gott und Religion — kommt von der Anschauung. Doch hüte man sich vor aller lleberreizunz und Abstumpfung der Sinne. (Schluß folgt.) Recensio n. Festpreoigten von Dr. M. Joel, Rabbiner m Breslau 1867. Breslau, Schletter'she Buchhandlung (H. Skulsch.) Die Sammlung enthält eine reiche Auswahl von Predigten Der die biblischen Feste. Ein ausführliches Vorwort beweist uns, daß sich der Verfasser der rhetorischen und homiletischen Anforderungen bewußt ist Der Anhang, Rede zur Grundsteinlegung der neuen Synagoge in B., glot uns Zeugniß von der versöhnlichen Gesinnung, mit welcher der Nachfolger Geiger's trotz seines abweichenden Standpunkts die verschiedenen religiösen Richtungen unsrer Zeit und seiner Gemeinde, beurtheilt. Als Prediger hat er sicherlich den Vorzug vor Geiger, daß er wohl durchdachte und ausgearbeitete Predigten vorträgt und darum auch sich kürzer als G. fassen kann. Bisweilen ist die Dialektik des Inhalts störend, man kann Hann den suchenden und erwägenden Gedankengang des Redenden oder besser Schreibenden verfolgen; die Predigt riecht da, um mit Demokrates zu sprechen, nach dem Del der Studierlampe. Index ist die Schriftauslegung originell und oft überraschend, das Thema, wenn auch, wie gar nicht selten,- auf eine allgemein bekannte Idee gegründet, doch neu und speciell ausgelegt. Die- Sprache ist die der philosophischen Ruhe; doch finden sich auch Stellen schwungvoller Begeisterung. Die Ruhe und Klarheit herrscht indeß vor. Es liegt dies eines ThellS in den vorherrschend historisch-philosophischen Studien des Verfassers, andernfalls in der durchgängigen Absicht de» Predigers begründet, auf die Ueberzeugung und den Willen; des Hörers zu wirken und ein praktisches Resultat für dessen . religiöse Gesinnung und Lebensweise zu erzielen. Um eine l solche Frucht reifen zu lassen, glaubt der Redner die Blumen I der Beredtiamkeit unberührt netzen lassen zu müssen. Wir j glauben rnveß, daß der Wille und die ausführende That ' ebenso sehr durch das Gefühl, als die Ueberzeugung beein- . flußt wird und aui das Gefühl wirkt besonders eine ' blumenreiche Sprache. Die Predigten sind sowohl zum öffentlichen Vorlesen, wie zur Privatlektüre geeignet, während sie j eine reiche Fundgrube für die angehenden Prediger oder gar den studirenden Fachmann gerade um deswillen weniger bieten R. | I Wochen der i,ch t. Aus Dev Gr. Hess. Provinz Starkenburg, un. Septt 0» iimevev zweiten Kammer jwar neulich Die %a.'mmiieatii.'u. Der l.-Hainmev be;. DeS Antrags Des Abg. Stock bauten auf Abänderung Des Z. ~> auD i) Dev Ber orDnnng vom 2. November 1811, Die Bildung Dev BornänDe Dev iov- Religiousgemein- Den ivtv., auf Dä Tagesordnung. Xev von Dem Ada. SolDan Namens Des l Ausschusses evttattete Bericht lautet: Xev Ausschuß bat von Den BerbanDlungen Dev I. Kammer ain >>. Juli D- J. Kenntniß genommen urtD Davin kein Moment gefunDen, was ibn beniininen könnte, von seinem früheren Beschlüsse abzugeben. Er beantragt also: Bebarrsit ans Dem früheren Beschlüsse. 'Nach Dev Evöffnung Dev Xiseussson bemerkt Abg. Stockbausen: Ju Der l. Kammer babe man Dem Antragseine j sachliche Berechtigung nicht abgesi-rochen, aber geltenD gemacht, Dev Kammer gebübve in si-ragen Dev vovliegenDen> Art Die Initiative nicht, Dieselbe habe sich nickt tu utiieve Angelegenbeiten Der Re» Itgionsgesellschatte» zu mischen, sondern Deren Beschwerden abzuwavten. Allein es lagen eben Beschwerden über Die UelvlftäitDe. welchen eben Dev Antrag abbeiten solle, bevetts vor. .Er, Redner, sei jedoch nickt Der Ansicht, Daß Die 2. Kammer wegen der vorliegenden Angelegenbeit eine einseitige Adresse erlassen sötte,. Da Dieselbe nickt von großer Tragweite sei und auch Die Bemtbnug Des zu erwarteuDen uöeseves über Die. Berbältntsse Der Krrcke und Der tircklichen Bereute Gelegenheit bieten werde, aus Diese» Gegenstand zurückznkvnun-.-n- ■ i Abg. Xu »tont: Er baue'Die Sache nicht niv io ganz unwichtig, Da B. grave Eingrme in Die Berbaltmsse Der ortbodoxen JuDengeineindeu vorgekommen seienunD nicht geleugnet werden könne. Daß Die Juden immer noch Die geDrüctiesse GlaubenSge- : nossenschatt un VauDe fei. Er wolle bei Dieser i^elegenbeit er-! wäbnen, Daß man Den vorliegenden Antrag als ein Agitations- - mittel Dettubt, iiiDeut inan in einer Beriammluiig in Mainz unter Huuvets aut Denselben behauptet, Die 2. Kamnier mische sich in s religiöse Angelegenbetten Der Juden- Die Kammer beschließt einstimmig, aut ihrem früheren Beschluß zu beharren und schließt! hieraus der Präsident die Sihung.