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Der israelitische Lehrer · 1867-09-05 · 36 (5.9.1867) · p. Seite 146

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
36 (5.9.1867)
Date
1867-09-05
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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die keines zweiten; sind doch die Konsequenzen, die aus Hhser Stellung folgern, so bittere, daß es den Lehrern zur heiligsten Pflicht gemacht ist, selbst einzutreten für ihre Sache; den großen, sittlichen Gedanken der Selbsthilfe, der em Hauptfactor unserer neueren Zeitbewegung ist; auch in ihren Verhältnisien zur Geltung zu bringen; durch festes Aneinanderschließen, durch vereinte Kraft den ganzen Stand und dadurch jedes einzelne- Glied vorwärts zu bringen. Mit Genugthüung und Freude dürfen wir jagen, daß die Mehrzahl der isr Lehrer Deutschlands die Rolhwendigkeit dieser Selbsthilfe erkannt hat und im eifrigen Streben zur Hebung des Lehrerslandes in allen seinen Verhältnisien begriffen ist. Zeugniß deffen sind die Lehrervereine, die in den verschiedensten Gegenden Deutschlands sich zu diesem Zwecke gebildet haben, und die, wenn sie sich auch nicht that'achlich vereinigt haben, doch in geistiger Gemeinschaft mit einander nach einem und demselben schönen Ziele hinsireden! Die isr. Lehrer Westfalens und Rheinlands, die sich wohl zuerst unter den Lehrern Deutschlands zur gemein schastlichen Vertretung ihrer Interessen vereinigt haben, hielten am 12. und 13. Juni d. I. im Hotel de l’Europe zu Hamm ihre alljährige Konferenz, mit der zugleich die Generalversammlung ihres „Unterstützungsoereins" verbunden ist, ab. Die vorjährige Corfferenz war wegen der mißliche« politischen Verhältnisse ausgefallen. Zu der diesjährigen Conierenz-waren 13 Lebrer erschienen, meistens auS Westfalen; die Rheinprovinz hatte wie immer nur ein kleines Contingent gestellt Der Vorsitzende Blumeaü er öffnete die Verhandlungen mit einem kurzen Gebete, worauf dann geschäftliche Miltheilungen folgten. Zu n größten Leidwesen der Versammlung war Herr Dt. Philippwn aus Bonn verhindert, derselben beizuwohnen. Auch von verschiedenen Lehrern waren Entschuldigungsschreiben eingelaufen, die zum Theil von der Versammlung als genügend begründet, zum Theil aber als unbegründet angesehen würden. Als genügend entschuldigt wurden betrachtet: Braunschweig aus Peckelsheim, Mayer aus Salzkotten, Cahn aus Borgentreich und Dr. Steinberg aus Münster. Tie übrigen schriftlichen Entschuldigungen einzelner Kollegen wurden von der Versammlung als nicht genügend bezeichnet. Der Vorsitzende Blumenau sprach nachträglich seinen College« den Dank aus, daß sie in ihn io ehrender Weise seines im vorigen Jahre gefeierten Jubiläums gedacht hatten. Wir verfehlen nicht an dieser Stelle auf die großen Verdienste, die sich Blumenau um die Sache der rheinisch-westfälischen Lehrer erworben hat, und die es seinen College« zur Psijckt machte, seinen Ehrentag nicht schweigend zu übergehen, hinzuweisen. Blumenau ist schon seit Jahren Vorsitzender der Lehrerconferenzen und der Vorstandes des Unterstützungsvereins und fast allein in seinen Händen ruht die ganze Leitung desselben. Wer da weiß, welche Anstrengungen und Mühen die Leftung der Unterstützungscaffe verursacht und mit welcher Aufopferung und welchem Erfolge sich Blumenau derselben unterzieht: der wird gewiß mit unserer oben ausgesprochenen Aeußerung übereinstimmen. Der erste Gegenstand der Tagesordnung war der Bericht des Vorstandes der Unterstützungscaffe über den Stand derselben. Aus betreiben geht hervor, daß die Anzahl | ihrer Mitglieder 45 ist. Während der Conferenztage traten i aber, noch mehrere hinzu, so daß sich jetzt die Mtgliederzahl! wohl auf 50 belaufen wird. Aus dem Berichte des Rea- 1 danten der Unterstützungscaffe, Herrn Rittergutsbesitzers Loed, heben wir folgende Zahlen hervor: Vom 39. Oktober 1862 bis zum heutige» Tage (13. Juni 1867) beträgt die Gelammteinnahme:; 1. an Pflichtbeiträgen und SintriUsgel- 1 dern der Mitglieder.904' Thlr. 25 Sgr. — Pf. : 2. „ Geschenken von Gemeinden und Privaten.1169 „ 5 „ — „ 3. „ Zinsen .. 218 „ — „ — | Lumina . . 2292 Thlr. — Sgr. — Pf. Die Gesammtausgaben (Verwaltungs- . kosten) betragen: ' In den Jahren ' 1662, 63 u 64 17 Thlr. 10 Sgr. — Pf. In den Jahren , Iv65, 66 u. 67 82 „ 28 „ 2 „ 130 Thlr. 8 Sgr. 2 Pf.! t! Ist Bestand . . 2161 Thlr. 21 Sgr. lo Pf. Während der Eonferenstage wurden noch eingezahlt 63 Thlr., fo daß jetzt das Gesammtvermogen 4225 Thlr. beträgt. Unter den Gemeinden und Privaten, deren Wohlthätigkeitssinn der Cafle jährliche Unterstütz innen zufließen ließ, befinden sich u. a. die Gemeinde Aachen mit 20 Thlr., Bielefeld mit 30 Thlr., Dortmund mit 10 Thlr., Herr Rittergutsbesitzer Lob mit 20 Thlr., Freiherr von Rothschild in Paris (durch die Güte des Herrn Albert Cohn) im vorigen Jahre mit 53, in diesem Jahre mit l00 Francs. Auch wurden die Namen verschiedener College», Die mit Eifer und Erfolg sich der Sammlung von Beiträgen in ihren reich. Gemeinden unterzogen, ehrend he, vorgehoben und ihr Bei'piel vom Vorsitzenden zur Nachü'ermig empfohlen. Aus der Uebcrsicht der - Vermögenrverhältniffe des Unteritützungsoereins geht zur Genüge hervor, wie die Casie jetzt schon, wenn es nothwendig wäre, Unterstützungen zu erlheilen, ein Erkleckliches leinen konnte, zumal wenn berücksichtigt wird, daß bei den beschrankenden Vorbedingungen der Aufnahme bezüglich deS Alters und der Gesundheit die Anzahl der Unterstützungsbedürftigen stets eine verhältnißmäßig geringe sein würoe, und der Verein z. B. gegenwärtig noch keinen dieser Categone unter seinen Mitgliedern zählt. Wenn die Anzahl der Mitglieder sich aber vergrößert hat und in demselben Maße das Jnteresie für die Unterstützungscaffe auch in weiteren Kreisen wächst, dann wird mft der Zeft ein Werk entstehen das noch lange dem Lehrerstande zum Segen gereichen wird. Unseren College» aber, die bis jetzt noch nicht dem Unterstützungsvereine deigetreten sind, möchten wir hierdurch warm ans Herz legen, des Ausspruches der Ravbinen -i^isn zu gedenken und sich nicht aus kleinlichen Rücksichten, weil ihnen vielleicht ein §. des Statutes nicht nach dem Sinne ist, diesem wohlthätigen Justftute zu entziehen. Das Gedeihen der Caffe hängt in erster Linie von uns Lehrern, von unserer Thätigkeit, von unserem Jnteresie für dieselbe ab, ist auf „Selbsthilfe" gebaut! Jeder Lehrer sollte es sich deshalb zur heiligsten I Pflicht machen, für dieselbe zu wirken, und auch in weiteren! Kreisen das Jnteresie für dieselbe zu erregen. Nicht Alles, aber sehr Vieles ist in dieser Rücksicht in Eure Hand aei geben! „Bewahrt und pflegt dieses; mit Euch wird sie sich! heben!" De» Israeliten Rheinlands und Westfalens aber i möchten wir zu bedenken geben, daß das Gedeihen des Ver-

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