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Der israelitische Lehrer · 1867-08-29 · 35 (29.8.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
35 (29.8.1867)
Date
1867-08-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Jsraclitiüdtf Zeitschrift für die gefamtnten Interessen des israelitischen Lehr^rstandeS Mrer. und zugleich - Organ für den Percin J\t 35. zur Unterstützung hilfsbedürftiger ifruelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waifm in Deutschland. Mainz, den 29. August 1867. (Liebsvlsr Jahrgang.) L'rchenUuh 1 9h:mmct. Vierteljährliü er jlbonnenientspreit 27 kr. - 1/4 Tblr. Bei frankirter Zusenb Bnreigeii zu I Egr. die Prtitzelle. Bchellungen nehmen alle Postämter und ung uiiter Kreuzband jährlich 2 st. 12 Buchhandlungen an. Wie kann die Volksschule den Schüler an Ordnung gewöhnen? 'Ein Konferenz-Aussatz ‘ von MeFander ^Llsätzer. Motto: Ordnung Hat Gott lieb Ordnung erhält die Welt. Deutsche Spriichwörter Mein lub.r junger Freund und College! Herzliche Glrckwünskie zum At tritt Deiner ersten Stelle hm Schuluittte und zum glücklich übersiandenen Examen l es freut mich, daß Tu nun selbst auch im Echnlemte wirkst und ich erinnere nach recht wohl, wie Tich Deine selige Mutter mi> in die Schule brachte und ich das Lauliren mit Dir beaaun; jetz' bist Tu selbst e>n Lehrer und unterrichtest wieder. Das Wirken eines Lehrers kommt mir vor, wie wern man einen Stein in einer See wirst, es bildet sich eine Krerswel e und diese zeugt fort und fort ruimer größere Krciswellen, bs fite anr llfekronde ihre Grenze finden. Ter Unterricht ist ebenso weiltrag-nd; eine gute Lebre kann sich ins Unendliche weit-., zeugen. Bedenke dies wohl beim Antritt Deines An.h.s und wenn der Unmulh Dich überkommen will, so erinnere Dich "n die Erhabenheit Deines Berufes. Es ist mir erst in den jüngsten Tagen vormkommen, laß sch mit Mose B. M. 1t, 12 ragen mochte: „Bin ich mit diesem Volke schwanger gegangen, oder habe ich ,s geboren, daß Tu zu mir sprichst: Trage es in Deinem Eckooß^, gleichwie der Wärter trägt den Säugling;" da kam mir ein Zertungsblatt zu Hand und ich las, daß erner meiner Schüler das Exa: en fürs Predigtamt erstanden und ich suhlte mich aufs Neue gehoben. Tu wnst denken, da läuft ein wenig Ehrgeiz mit unter; es nag rein, denn wir beachten im leben dle kleinen Wirkungen und Folgen weniger: wenn ein Lehrer bedächte, wie viele Lippen durch ihn den Herrn preisen leinen, w e erhaben müßte ihm sein Beruf erscheinen! Ich schweife aber zu weit ab und will Tir.doch die ^rage aus Teinem lreben Jüngsten beantworten:- j Wie kann der Lehrer seine Schüler an Ordnung gewöhnen? — Du hast recht, das Tu mit der Ordnung Dein Lehramt beginnen willst, de m auf ihr ist die Welt und gewiß' auch die kleine Echulwelt gebaut. ~ Die Schule st' die Drill ingsschwester von Familie und Kirche; sie muß also cus ihre Geschwister auch Rücksicht nehmen und dieser dreifach gezwirnte Faden wird nicht reißen. Der Schüler nutz in der Schule daran ewöhnt werden, die Schule als einen Organismus zu/betrachten, der nur in Harmonie m t Familie und Kirche stehen darf. Aber lerder fleht die Fa niste nicht immer aus der rechten Basis, darum muß der Grundstein, das Fundament der Schule, der Glauben sein; aus ihn: muß sie ausljauen, dann kommt sie nicht in Conflikt mit sich selbst. Au-> dem Glauben entwickelt sich: Gesetz und Freiheit. Das Gesetz ist die von < Hott eingesetzte Ordnung und wer sich im Glauben dem G setze unterwirft, der /wird innerlich frei. Ea wird also vor Allem nolhwendig sein, daß im Lehre: selbst, in seiner Per sönlichk it, Gesetz und Frerhe.it »der ausgeprägt sind. Der Lehrer muß Vorbild seinen Schülern in der Ordnun j sein. Sein Aeußerech 'ein Thun und Lasi.n, sein Sprechen, sein Züchtigen, sein Beten, leine > Erholung müssen durch t ie Ordnung geregelt werden. Wie rn eine«: Hauswesen, w nn der Hausvater ünd die Ha. smutler nicht der Ohdnun; huldigen, der HauSständ dadurch Roth leidet, so gebt a>ch das Gemeinwesen der Schule „drunter und drüber," nenn die Ordnung nicht waltein ihrem Kreise Wie der Herr aus dem Tohu wabohu die Welt erschaffen , dadurch, baß rr b-e Elemente ordnete und sie ordnend an ihre Stelle wies; 'o soll auch her Lehrer als Schöpfer der- Ordnung ir der Schule walten. Der Leh er wird Ordnung halten in der Schulzeit, pi'nktlich ansangcn, pünktüch schließen, den Lictroneplan aufrecht erhalten, en Lehrplan befolgen, ein Diarium führen. Ordnung in der Rede un) Geverde, in der Kleidung und im ganzen Gebaren, Ordirung in den Zuchtmittelu, Plan- Mäßigken in Allem, nrchi den Zufall walten lassen Die

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