Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 33 (15.8.1867)
- Date
- 1867-08-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der KiArlitiLcke IeKrer. Zeitschrift für die gesammten Jntereffen bei israelitischen LehrerstandeS «nd zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittiven und -Waism in Deutschland. J\§ 33. Mainz, den 15. August 1867. (Siebenter Jahrgang;.) wöchentlich 1 Nummer, vierteljährlicher AbonnementöpreiS 27 kr. 1/4 Thlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. Der Unterricht ln der Geographie in der Volksschule. . Ein Konferenz-Aufsatz von Zitterander «Llsäßer. (Schluß.) -*1 Für die Volksschule müssen wir aus diesen drei Unterrichieweffen eine machen und sie zusammengenommen, we'den zum Ziele führen. Wir haben schon darauf hingedeutet, daß >S keine strenge Abgrenzung des Stoffes, keine ausschließliche Methode gibt. Beim ersten Unterricht, schon in der Fibel liest der Schüler Namen von Städten, Ländern, Füssen, Gebirgen n. s. w. er wird di se abschreiben, auswendig lernen, leproduciken. Bei dem Schüler von Laupheim ist es ganz g'eich, ob ich ihm von Nanking oder von Augsburg spreche; dieses liegt ihm so fern, wie jenes; ' von diesem kann er sich so wenig eine Vorstellung machen, wie von jenem. WaS nicht in seinem nächsten Gesichtskreis' liegt, ist ibm gleich bekannt oder unbekannt. Man darf ■ also wohl dem Schüler von fremden Ländern rc. etwas 1 beibringen, ihm gleichsam eine copia verborum geben, die er später wieder verwerthen kann. — Bis zum >0 Lebensjahre wird dem Schüler kein specieller geographischer Unterricht ertheilt; das Vorbereitende für denselben geschieht im Anschauungsunterricht, bei der biblischen Geschichte, im Lesen und beim Echrerben, wo man manchmal auch geographischen Stoff andiktirt. Bei dem eigentlichen geographischen Unterricht nehme ich meine beide Klaffen zusammen; was d>n Kleinen noch; fr md ist, wird den G ößeren zur Repetiton; und wenn jene i auch noch nicht Alles verstehen, so lernen sie hören, aufmerken, nehmen geographische Wörter und Begriffe auf. \ Sind kie Weltgegenden, die Windrose den Schülern ■ verständlich, so lasse ich Uebungen in Angabe der Grenzen des Schulhauses, des Elternhauses, des Wohnorts machen. ES entstehen nach und nach geographrsche Beschreibungen. An der Wandtafel mit der Kreide wird der Wohnort und seine Umgebung in Abriß genommen. Allmälich schreitet maü zur Erklärung der Karte vor. Globus und Planiglobus gehen dabei Hand in Hand. Von dem, waS dem Schüler zunächst liegt, von dem Geburtsorte, von «^nächsten Umgebung, möge der Lehrer nicht zu viel redän; her Uebergang auf das Entfernte darf bald folgen. Gerade das macht den geographischen Unterricht anziehend, daß etwas Mystisches, Sagenhaftes, Wunderbares in ihm liegt. Es kann ganz gleichgiltig fein, mit welchem Land, mit welchem Kontäent man beginnt. Ich gebe zuerst das Bild Europas, die Gliederung, Inseln, Halbinseln, Hochland, Riederlaud, Tiefland, schreite dann zu Deutschland, behandle aber dabei das engere Vaterland, (Württemberg) in Zwischenstunden. Reisen auf der Karte sind sehr instruktiv. Ist einErdtheil zur vollkommenen Anschauung gebracht, dann kann man eine Zone nach der klimatischen Beschaffenheit in Rücksicht auf daS Leblose und Lebendige behandeln. Da gibt ein Zeitungsartikel Veranlassung zu einem neuen geographischen Abi iß. Die Entdeckung der Höhlen in Evbirien mit dem Elfenbein des Urelephanten, die neuprojekvpta^Nordpolexpedition von Peterman gaben mir mehrere Ebrnden Stoff zur Belehrung bei meinen Schülern. Ich führte vor, die Urwelt mit den Palmenwäldern, - die, jetzt von Eis bedeckt, geborgen im Echooße der Erde als Steinkohlen liegen und dem Dampfboote auf dem Amur Brennstoff reichen. Den Elephantm, wie er in diesen Wäldern wandelte und feine riekigen Knochen, die jetzt noch.von seiner Ungeheuerlichkeit Kunde geben. DaS Ernst und Jetzt CybirienS; sonst tropisch, jetzt in Eis erstarrt. Angereiht an dieses werden Stücke aus de" Lesebuchs, die, stofflich erklärt, dem Schüler dann wahren Genuß bieten. Die Vergleichung einer obrrschwäblschen Landschaft, mit einer im rebenbekränzten Unterlande bietet des Anziehenden genug. DaS Gestein, daS Pflanzen- und Thierleben, der Mensch und seine Cultur, welchen mannigfaltigen Stoff bieten siel Die Geschichte liefert wieder n>ues Materials um eS als buntes Garn einzuschießen in das gegebene Retz. Nationalität, Sprache, Religion, Verfassung, Regierungsform werden in den Kreis der Besprechung gezogen, Etandeseigenthümlichkeit I