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Der israelitische Lehrer · 1867-08-08 · 32 (8.8.1867) · p. Seite 131

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
32 (8.8.1867)
Date
1867-08-08
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 falleinen Reichthum an schönen Bildern und eizenthümlichen Schwung verleiht. Da« Thema, dem Midrasch und seiner D^utungswesse entlehnt, ist ein theologischer Gemeinplatz. Rur die speciellen Beziehungen vermögen die Behandlung desselben interessant zu machen. Der Redner sucht diese in den Ereigniffen und Folgen de« vorjährigen Kriege«. Den Gru' d für den Sturz und Untergang von Fürsten und Staaten. Einzelnen und Völkern findet er in dem Verlassen von Gotte« Lehren und Wegen. Im Gegensatz dazu wird gezeigt, daß Israel'- Sieg und Bestand trotz härterer und längerer Bedrückung und Verfolgung nur seiner Tora zu verdanken sei. Eme nähere Erläuterung, worin auf der einen Seite da« gattlose und auf der andern da« gotterfüllte Leben bestanden hat und besteht, hätte da« Thema genauer specialifirt und wäre nicht nur zur Erweckung höheren Jntereffe«, soudem auch um den Zweck de« Reden« fruchtbarer zu machen, angezeigt gewesen. Denn da« Publikum muß au« jeder Predigt eine bestimmte Lehre zur Anwendung im Leben, zur Prüfung und Besserung seiner Handlungen mit nach Hause nehmen. Durch die Vorhaltung diese« Zweckes wird der geistliche Redner am Besten vor Gemeinplätzen und Wiederholungen bewahrt, wohin auch die Anschauung gehört, jedes Weltereigniß, welche« neben den traurigen doch auch sehr ost gute Seiten in sich birgt und M Folge hat, von der Kanzel herab jedes Mal und sofort als ein Werk des Teufels und des Abfalls von Gott zu bezeichnen. Für solche einfache Themata ist es auch nicht nölhig, in die entlegenen Tiefen des Midrasch hinabzusteigen. Dem Redner und Zuhörer liegt dafür das einfache Wort der Bibel näher, zumal wenn, wie im vorliegenden Falle, die zihlreichen „Perlen", welche der geschickte Taucher auf tiefem Meeresgründe dabei entdeckt und erblickt hat, doch nicht alle einmal aufgelesen, geschweige zur Fassung jenes oratorischen Schmuckes verwandt «erden. R. Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen. In vier St fen Von Th. Krirbitzich, Direktor^ der höheren Töchterschule in Halberstadt. Preis: broch. 18 Sgr. In gutem Schuleinband 21 Sgr. Berlin 1867. Verlag von Aloin Prausnitz. Der Vetfasier beginnt den Geschichtsunterricht in der 4. Klasse (von oben ab), nachdem in der 5. und 6. Klaffe (sechsklassi. er Schulen) die Grundlage durch den biblischen Geschichtsunterricht gelegt wurde. In dieser, der 4. Klaffe, 1. und 2. Stufe gilt er sodann 20 Geschichtsbilder aus den verschiedenen Gelchichtsperioden — alte, mittlere und neue Geschichte. In der dritten Stufe wird dann die deutsche, in der vierten Stufe (1. Claffe) die allgemeine Weltgeschichte vorgenannten. Die Anordnung »st übersichtlich; die Schüler werden, obwohl das Buch weniger die pragmatische Motivirung bezweckt, am Ende chreS Schullebens doch eine gute Grundlage für weltergehende distorische Lektüre und eine VotkSschülern ent sprechende geschichtliche Bildung mit aus der Schule nehmen. Der Verfasser hal auf die Culturoerhältn'ffe ein besonderes Gewicht gelegt. Wir muffen das höchst anerkennenSwerth finden.^ Unsere Zeit wird wohl hoffentlich bald von dem geistschändenden und wahrlich nicht menschenwürdig» n Wahne zurückkommen, daß die größten Thaten der Geschichte auf dem Schlachtfelde geschehen. Die Zeit muß kommen, wo man fich der Überzeugung freut, daß {Iber Krieg ein Unglück, ein Rückschritt, heidnische Barbarei ist. Die cultur« geschichtliche Entwicklung ist da« einzig wrhrhast bildende Element des historischen Unterricht«. U ld weil der geehrte Versaffec beabfichtigte, dies Element verwiegen zu lassen, wird sein Buch in.der Hand denkender Iehrer eine brauchbare Grundlage für lebendigen Unterricht bilden., — In der obersten Stufe nimmt der Verfasser durchweg Bezug auf einichlägigen Schriften, insbesondere Poe,len. Dakönnen wir nur loben und erhöht sehr den Werth de» Buckes. I geschichtlichen und Jugend und da- Buchhandlung in Sephora; 3) die Pompeji; 5) ein Vergangenheit und Gegenwart in geographischen Erzählungen für die Vo'k; von I Pflanz. Oflander'sche Tübingen. 1) Der Morgenstern; 2) Gefangene; 4) die letzten Tage von Mann aus dem Volke. Jede- Bändchen mit Titelbilds eleg carkon. ä 24 kr., 7'/, Rgr. (27'/l Rzr.find 27 kr.; sollte das ein Jrrthum der Verlagshapdlung — Druckfehler — sein?) i Wir begrüßen diese und ähnliche! Erzeugnisse der Jugendliteratur mit Vergnügen. In einfacher und faßlicher Sprache, dabei doch interessant und in schöner Ausstattung bietet der Herr Verfasser geschichtliche und geographische Erzählungen, die für die Jugend ebenso unterhaltend als belehrend sind. Diese Schriftchen können Kindern von 11 Jahren schon in die Hand gegeben, und werden auch! von älteren noch recht gerne gelesen werden. Sie erfahren I da so Manches über Sitten und Gebräuche entfernter Völker und entschwundener Zeiten, wofür die Schule keinen Raum bietet. Zu bedauern ist, daß diese Schriftchen theilweise gar zu einseitig christlich kirchlich sind, ja mänche sogar dem Einsiedler- und Klosterleben stark das Wort! reden. Selbst bei vielen Chiisten wird dieser Ton, der insbesondere in Rr. 1 g aß heroorlritt, Anstoß erregen. Möge der talentvolle Verfasser sich mehr reinsiltlichen und neu.ralen Stoffen zuwenden; es wird dann sein Unternehmen gewiß! erhöhten Änklang finden. Für das Leben, daS thätigichaffende und strebende, nicht für Klöster und Einsieceleieth erziehen wir unsere Kinder. 28 o cd e il der i cd t. Wien, ±i. Juli, lieber den empörenden Borst«: in Galae; verbreitet sicd mehr und mehr Victor. Die fr-Vier." liefert beute Den aeteninäßen Beweis, daß die jebtt Juden nickt von den Türken, sondern von rumänischer Seite in die Donau gesagt wurden. Die Tarbariscke Thal ward auf Beiebl der noealbebörde unter Leitung eines Otsisiers verübt. Die rumänische viegiernng, welche »ach allen Weltgegenden telegrapbiren ließ, daß die zehn Juden von den Türken ins Wasser geworfen wurden! war dev Unwahrdeil ihrer Behauptung sich so wohl bewußt, daß sie allen Privat - Telegraminen, welche den Vorfall der Wahrheit gemäß meldeien, die Annalime und.Bet'prderung Seitens der Teljgrapbenbüreaux verweigerte. Das Blatt tl'eilt Heute den Protest mit, welchen die dortigen Eonsuln gegen dte<s)räuelrbai erbobetz haben. Das Aktenstück lautet:. i

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