Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 32 (8.8.1867)
- Date
- 1867-08-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der KrselitjscllL Kelirer. Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ, für den Verein zur ' Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. J\£ 32. Mainz, den 8. August 1867. (8isdsi»ter WSchenllich 1 Nummer, vierteljährlicher Abonnemmtspieis 27 kr. =- >/< Thlr. Bei frankirter Zusendung! unter Kreuzbands jährlich 2 sl. 12 kr Anzeigen zu 1 Sgr. di« Prtitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Der Unterricht in der Geographie in der Volksschule. Ein Konferenz-Aufsatz von Alerander ^lsäßer. Motto: Carl: Guten Morgen- Vater. Götz — küßt ihn. — Guten Morgen, Junge. Wie habt ihr die Zeit verlebt? Carl. Riecht geschickt, Vater! die Tante sagt: ick sei reckt geschickt. Götz. So! was wird Das sein? Carl. Jaxtbausen ist ein Dorf und Sckloß an der Jaxt, gehört seit zweihundert Jahren den Herren von Verlickingen. erb- und eigentbiimlick zu. Götz. Nennst Tu den Herrn von Verlickingen? — Carl — sieht ilm starr an —. Götz — vor sich —. Er kennt wohl vor lauter Gelehrsamkeit seinen Vater nickt. — Wein gehört Jaxthausen? - Carl. Jazihauscn ist ein Dorf und Sckloß an der Jaz-t. Götz. Das frag ich nickt. — Ick kannte alle Pfade, Weg' und «Kurten, eh' ich wußte, wie Fluß. Tors und Burg hieft. Götz von Verlickingen mit der eisernen Hand. Ein Schauspiel von Göthe. Die Geographie ist nach dem Gesetze ein Pensum der Volksschule und zwar mit vollem Rechte. Sie ist materiell sowobl, als auch als formell-bildendes Mittel, in der Volksschule nothwendig. Materiell bietet uns die Geographie den Stoff, zu erfassen die Größe der Schöpfung, die Weisheit und Allmacht des Schöpfers; „Wenn ich sehe deinen Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du eingerichtet" — Psalm 8. „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und die Veste vei kündigt seiner Hände Werk." Ps 19, 2. Sie ist unentbehrlich bei der Naturkunde, sie ist die Zwillingsschwester der Geschichte; die Bibelkunde und die biblische Geschichte müssen durch sie erläutert und zum Verstänrniß gebracht werden. Der ethische Zweck deS Unterrichts bedarf dieses Pensum; aber auch für den künftigen Lebensberuf des Schülers ist der Unterricht in der Geographie unerläßlich. Der Bsick-deS Schülers muß die Hei« math und die Fremde betrachten und beurtheilen lernen. Das Zerfällen der Geographie in: Mathematische, physische und politische, wie es früher betriebest wurde, ist nicht mehr rathsam. Die Geographie will allerdings den Erdkörper in seinem Verhältniß zu den übrigen Himmelskörpern, seine eigne Grstaltung, und wie die Menschen sich darauf eingerichtet haben, betrachten. Aber di«! Volksschule kann sich nicht aus die rein wissenschaftliche Behandlung einlassen. Ter Schüler sieht seinen Himmel mit dem Himmelsheer üoer sich, hat die Erde unter sich und wandelt auf ihr, lebt unter den Bewohnern derselben und steht mit ihnen im lebendigen Verkehr. So muß auch der Unterricht in der Geographie in der Volksschule dem Schüler stets die Wechselwirkung, in der Himmel und Erde und deren Bewohner stehen, zur Anstauung bringen. Es kann sich hier nicht von einem rein synthetischen oder analytischen Gange handeln; her Lehrer wird aufbauen und zerlegen müssen. Gedächtniß und Verstand, Urtheil und Fantasie, Anschauung und Theorie weiden bei dem Schüler aus jeder Stufe des geographischen Unterrichts wirken müsss^ Sobald man eimn dieser Faktoren einseitig in Thätlgreit zieht und durch ihn allein Ziel und Zweck erreichen will, so verfällt man auf Jrrthum und führt den ~ Es ist fast mit allen Pensen so, daß handelt werden dürfen, wen» sie nicht geisttövtenden Mechanismus erniedrigt der solchen UnterrichtSgegenständen, die Mensch-mleben entnommen sind, ba Schematismus, alle geisterschlossende halten werden. Ter geographische Ele von der nächsten Umgebustg aus Drei Erdgestaltiing liegt dem Schüler nahe; hoch und nieder, nah und fern, Land und Wasser,. Tag und Nawt, Sonnenaufgang und Untergang, Mond uno^Sterne, Ruhe und Bewegung, Land und Leute, Volk und Stand, Europa und Am elitäre. sind lauter Begriffe, die theils vor den Augen liegen, theils im Begriff rahe gelegt werden. Schüler auf Abwege, sic nicht einseitig bezum Schlendrian des werden sollen; aber der Natur oder dem uß besonders aller edantene fern geintarunterricht geht