Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 30 (25.7.1867)
- Date
- 1867-07-25
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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123 in der beinahe ganz katholischen und acht frommen Amtsftadt Bder iSrael. Unterlebrer, gleich seinen christlichen College», eine Tbeucrungszulage von 25 fl. aus der politischen Gemeindekaffe bekommen. Such bei der von unserer hohen Regierung vertheillen Tbeueningszulage für das lausende Iabr haben 41 isr- Hauptlebrer. und mancher derselben mit 120—130 fl. Berücksichtigung gefunden. Bis zum kommenden September wird unsere bol-e Kammer zusammenberufen, wo das neue Schulgesetz nach allen Bestimmungen zu Ende bcrathen werben wird. Milchten nun die bad. Lehrer in ihren / schönen Erwartungen nickt getäuscht werden. — Die Kölnische Zeitung Rr. 150, erstes Blatt, vom 6 Juli bringt folgende Roti; aus Brilon, den 3- Juli. . „Der heutige Tag, welcher in der- Erinnerung an Preußens Sieg bei Königsgrätz jedes Preußenberz freudig erregt, batte für einen kleinen Kreis unserer Stadt noch eine andere Veranlassung, denselben festlick zu begeben; Vas Personal der M. Friedländer'schen Offizin*) feierte nämlich das fünrnndzwanzigjäbrige Jubiläum seines Prinzipals, — zugleich Redaelenr des Sauerlänviscben nnd Waldeck'scden Anzeigers — der im Iabre 1^12 zuerst seine biefige Buch drnckerei übernabm. Morgens übergaben Gelullten und Lehrlinge der Buchdruckerei dein Jubilar ein zu dem Tage eigens verfaßt^ Festgedicht, welches der Factor der Offizin vortrug, und welches in typographischer Ausstattung de» Arbeiten größerer Druckereien nickt nachstebt; alle Räume des Hauses nnd der Geschäftslokale waren festlich geschmückt. Rachmittags vereinigte fick das ganze Personal mit dein Jubilar in einem bier nabe gelegenen Kaffeebause, wo beim vollen Glase mancher Trinkspruch zur Feier des Tages ausgebrachi wurde nnd bis spät i» die Rackt die Festgenossen zusammenbielt." Wien, io. Juli. In der beutigen Sivung des ilinerhauses begnind^ue der Abgeordnete Müblfeld seinen Antrag bezüglich des Religivnsgesebes. Er bob bervor, wie der Wunsch uachAufbebung des Eoncvrdats seit der ursprünglichen Einbringung sefnes Antrags fick in der Bevölkerung und Gleichbeit aus religiösem als auf vvlirisckein; wie die iunes loch gesteigert bat; wie Freibeit!biere noch norbwendiger seien ui und äußeren VerbLknisse fich anders gestaltet bälten, wenn gwßere religiöse Duldsamkeit bestäube lliid wie nainentlich der Einfluß Oesterreichs auf Deutschland fr* anders gestaltet Kälte. Der Redner tadelte die Richlaufnabuie der ungarischen Israeliten in die Liste der Geschworenen und. forderte daö Haus auf, in dieser Bestellung ilngarn mit gutem Beispiel voranzugeben. Die Regierung möge ninkebren, die Zeit dränge dazu. Das Haus beschloß, den Religionsgeseventwurs einem Ausschüsse, von 15 Mitglieder»;ü überreichen. - Aus Pest wird geineldet, daß in den Eonscriptionslisten zur Bildung der Schwurgerichte für Preh'vergehen, obwohl die Oualificalion von der Confessio» unabhängig ist, dennoch kein einziger biefiger Israelit eingetragen sei. Der „Loyd" tritt dieser ungerechtfertigten Unterlaisuug entgegen. Sväier wurde jedoch gemeldet, daß drei Israeliten in die Schwurgerichtslisten von Pest anfgenommen worden wären. Red.) Wien, 13. Juli. Die „Reue fr. Presse" meldet: Anläßlich der neulich vorgekvinmenen barbarischen IuvenoerfolgungenH in . Gal atz «seitens der rumänischen Bebörden bat die österreichische Regierung das kaiserl. Eonsulal in Galav angewiesen, nnvenveill *)-M. Friedländer ist d-r Enkel des sel. Rabbiners I. Friedlän. der und der ernzige Jude Westphalens, der eine Buchdruckerei besitzt. Der Einsender: M. Ratz. Schritte zu thun, um die Bestrafimg der Schuldigen zu erzielen und fernere Excesse zu verhüten, indem die kauert. Regierung gleichzeitig ibre höchste Entrüstung über diese Vorkominniffe aussprach und das Eonsulat ausforderte, diesein Gegenstände seine ernsteste Aufmerksamkeit zuzuwenden, gleichviel ob die von Mi Verfolgungen Betroffenen österreichische Unlerlhanen oder Angebörige anderer Staaten seien." __ Bukarest, 17. Juli. Zebn „israelitische Vagabunden" .wie man in Ruinänien die ans den Vereinigten-Fürstenlhümern vertriebenen Juden zu nenne» beliebt/, welche nach der Türkei, ibrem Heiinalblaude, geschafft woiMn waren, wurden von einer türkischen Barke an das ruinänische Ufer zurückgebrachl.- Da man fich aber da weigerte, sie aufzunebmeu, ließ sie der Eontinandanl der Barke in die Donall iversen. 'Acht derselben wurden von den Eiuwohneru von Galatz gerettet, zwei ertranken. Das amtliche Blatt von Ruinänien fügt einer Mittheilung hierüber binzu, das Ministerium babe eine Eomniisfion abgeiwickt, welche eine genaue Untersuchung über Viesen Vorgang auzustelleu beauftragt sei. London, 2. Juli- Inf Oberbause beautragt Lord Stralford de Redcliise die Vorlegungl rer Eoiaespondenz, die zwischen der britischen Regierung und der Pforte oder dem Hospodar der Donanfürstenthüiner über die Indenverfolgungen in der Moldau gefübrt worden sein inag.! Er benierkl dazu, rie Fürstruuhümer seien lraciainläßig unter die besondere Obbut jtJr britischen Regierung und mehrerer ihre, mäkligen Verbündeten gestellt, und nun gebt der edle Lord au die Thaliachen ein, wie nämlich «die Juden in der Moldau', uu Gebeiß des Ministers Bratiano, unter dein Vorwände, daß sie Vagabunden seien, den unbarmberzigsteu Verfolgungen aisgesetzt worden, waren. Rachdem er lauge Berichte darüber aus den in Frankreich erscheinenden „Archives ISraelites" vom 22. Mai vorgele'en, spricht [er schließlich die Hoffnung ans, daß der Th ubestand besser, als fs bisher der Fall gewesen, aufgeklärt werdet nnd die Regierung! fich directer und wirtsamer ins Mittel legen werde. Earl Deifbigh spricht mit großer Entrüstung über die den moldauischen Juden widerfahrenen Mißbandlungen. So viel bekannt, sei keine anSere Beraulassung die anderen Con- Die englisch« Regieruug babe der Moldau /eine gerechte und dazu Vorgelegen, als baß.es eben Juden waren, cunviitei j den Vorrang al liefen, die Verpflichtung, den Julien in billige Behandlung zu sickern, wie es denn übe/haupl böckste Zeit fei, die politische und bürge: licke Gleichberechtigung aller Religionen ur Wirklichkeit zu machen. Earl MattnesburEenviderl im<Raiuen. des abwesenden Premiers die von Lord Slraliord gewünschte Eorresvouden; werde ohne Anstand dem Hause vorgelegl werden, und bis dies geschehe», ersuche er die edlen Lords, nicht weiter in die Erörterung eines Gegc »standes einzugeben, über den sie unmöglich vollständig' im Karen sein können. Die Schwierigkeit für die Regierung liege in dein Umstande, daß sie es hier mt einer rein inner» Frage zu lhnn babe und eyier Einmischung in innere Angelegenheiten fremder laate» gerne so viel als möglich aus dem Wege gehen möchte- 2 ord Slattvrd, der seinen Antrag zurückstehl, behält sich die Freibe il vvr, später aus den (^egeiiuaud wieder zurückzukommcn. London, 0. Juli. U ilerbaus. Sir F. Golvsuiid erbebt sich zu einer Interpellation über die Juden in den Donaüsüritenlbüinern f lind schließt eine längere 2lebe über den Gegeustaiiv mit der 2ln= I nage an den Miniuer des 2luswärtigen, ob seit den dem Parlamenle initgelbeillen Schrift rücken weitere Berichte eingelaufen seien, deren Mittbeilung er ever tuell beantragt. Lord Stanley erklärt