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Der israelitische Lehrer · 1867-07-18 · 29 (18.7.1867) · p. Seite 119

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
29 (18.7.1867)
Date
1867-07-18
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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Dauer nicht vorenthalten werde». Ja seinem ganzen Leben, in seine« unvergleichlichen Heldenkampfe mit den Feinden de» Lichtfür die Wa-rheir und die Liebe, für Alle-, was eS Große- und Heiligegiebt, liegt ein Moment, dainsbesondere auf oen denkenden J-racliten erhöhte Anziehung äußert, weil er in den Schmerzen dieser Seele und in seinem Heldenkampfe etwa- Ber-vanotefindet, waihn an eigen; Leiden erinnert. T»e Saat, kie Diefterweg auSgestrrut, ist nicht verloren; eine neue Zeit kommt heran; fie kommt, wenn auch die Mächte der Fiasterniß noch eine Weile wüthen sollten. Und einst an dem Tage, wo die Mens wen sich verbinden werden zu einem großen und heiligen Bruder-unde, wird unter den Sternen, die am lichtvollsten erglänzen am Himmel der Mmschheit, der Name DiesterwegS heroorleuchten, der die neue Zeit für uns die messianische — geahnt und ihr ein fester Grundstein war. WaS wir beute so dachten und fühlten, was wir so in armen Worten an diesem ersten Lahrtage des ed'lsten deutschen Schulmannes auszusprechen unS gedrungen fühlten, das hat ein Anderer,, der ein Meister des Wort- und ihm nahe stehe, von ihm ausgesprochen vor v elen Wochen. Und mit diesen Worten wollen wir uns re ErinneiungSferer schließen: „WaS er entdeckte und auder Fülle secnes Geistes hervorholt:, reflektirte und brach gar schön eie Strahlen einer göttlich:« Wahrheit, wie der Diamant die Strahlen der einen leuchtenden und wärmenden Sonne. Lauter und klar wie Vieser war sein Geist; glänzend und funkelnd wie Vieler breitete er aus, was der Genius ihm offenbarte. Er war der Wahrheit intimer Fr und; er diente ibr furchtlos, rücksichtslos, hoffnungsvoll und freudevoll. Im Sonnenschein wie im Regen, cm Säuseln des Zephirs wie in Stürmen, hielt er fest die Richtung auf die alles lenkende Einheit, und durch sein Wollen und Wirken hat ec sich rerches Loo erworben aus dem Munde der ganz n vorwärtsstrebenden Welt, der Mündigen und Unmündigen." \ . Er war ein Diener des höchsten Gdttes. Lein Andenken kann nicht schwinden. — M t diesen G^anken feiern wir heute seinen ersten Jahrtag. , Al zei, 4. Juli. Uns liegt „Hebrew Leader" vom 10. Mai vor, worin ein A tikel aus Ehicazo sich benndet, wonach auch dort die Frage üoer erelustoe jä i'che üe.grävnißplätz: n cht nur theoretisch besprochen, sondern praklgfch gelöst ist. Es bestehen dort allgemeine, n cht confeisio iell' Friedhöfe. Au» einem 0:rselven (Rosehstl E mekry) oaden die Vorstände der zwei jüdische» Gemeinden (2anal- und Zion- Äemtinde) wsthe ois j-tzt ohne eigene Bezraonißstätt n besta iden haben, Veschloff m. Fami.ienloose (Familiengru'te) zu kaufen und diesen Bejyluß auch ausgeführt. Dr Ribbiner Felsentbal hat sich gutachtlich zu Gunsten der Frag: ausgesprochen Ec bebaiptet sogar, daß biefe'oe. gar nicht r ligiöser Natur >ei, und nur auffallmd genug viele mehr im Tooe ihr Ludenthum dadurch bekanden. daß st' von Juden und neben Jud n begraben sein wollen als im Leben, wo sie nur gar zu oft Juden uid Judenthum verleugnen. Darmstadt, 0. Juli. Einem von der zweiren Kammer zum Beiustuß erhobenen Anträge o-s Aog. Siockharwn aas Abänderung de. B rordnung, die Bildun; der Vorstände der israelitischen R lligionsgemeinden detr., eriheilte die erste K,mmer nicht ihre Zutun nung, indem sie von d:m Grurdlatz: auSzeht, vaß, falls eine solche Abänderung wirklich eine Verbesserung der die Judrnichafk des Land S betreffmden Be-ordnunzen bewirkr, de Jnitiatrve dazu wohl von j neu felost oulgeben müffe, und daß den Gruntpeincipien der waoren Freioeit cewiß nicht entsp echen würde, w nn man eine vielleicht auch bessere Vorschrift g-g n den W.llen der Betroffen » eciass n wolle (W r werden ar diesen Beschuß in ausführlicher Weise zurückkommen müssen.) Aus Mecklenburg, 21. Juni. Auf dem letzten auße ordentlichen Landtage wurden durch den Vertreter Rostocks, de SvndicuS Meyer, die durch den Erbvertrag von 1783 der Stadt Rostock gewährleisteten Rechte feierlich verwahrt gegen etwaige Touchirungen, welche sie durch die Berfaffung des norddeutsche« Bundeerleiden möchten. Zu diesen gewährleisteten Rechte» gehört (wie man dem „Hamb. Corr." berichtet) denn auch, daß ln Rostock keine Juden wohnen dürfen, und seiner auch, daß fremde Juden, die den Rostocker Pfingstmarkt beziehen, einen „Judenzoll" zu erlegen ba >en.. Dieser beträgt für die in den . Hä Fern au-stehenden Israeliten L Thlr., für. die in Buden au». stehenden 3 Thlr. Einer der im diesjährigen Pfingstmarkt zu« „ studenzoll" Heraigezogenen batte sich veranlaßt gefühlt, im „Psingstmarktanzeizer" vom Ill.Jum zu inieriren: „Trotz Parlament und Bundesverfassung bat mm hier in Rostock gestern einem Handelsmanne 6 Thlr. 38 Sch. Judenzoll abgefordert." Ob; dieser Anzeige waren gest-rn sowohl der Handelsmann alauch 1 der Herausgeber de- BlaiteS, H rr Hinstorff, zur Veranlwbr» tung vor die Polizeibehörde geladen. (Das ist in demselben ' Lande, Wb die Schulsrminaristen während ihrer Studienzeit zur E lernurz der Holzschneidekunst, resp zum Unfertigen pon Hölzschuhen, wohl auch von Peitschenstielen und ordonanzmäßigen Stöcken angehaltea werden.) Berlcn, 0. Juli. Wäh end die ofstciösen Zeitungen und die Telegraphcndrahte mit a lem Fleiß: berichten, weich: hohe Person a,gekommen oder ab,gereist ist, wie lange Hoftrauer um den erschoss men Kag'.r Mirimil'.an angeordnet worden ist u s, w. u. s. w., geht das Volk seine Wege, um Zeugniß dafür abzu«! legen, daß die Interessen der Menschheit sich doch auf einer a n-; deren Bagn v.wegen und von Anderen abhängen, als von solchen und ähnlichen Dingen. Das zeigte sich heute wieder recht i klar an dem Grave eines unsterblichen Mannes, wir meinen : Adolph Diesterw:g's, des großen Meist:rS der deutsche« i Volksschule. Politische Freunde und dankbare Verehrer des Verstorbenen halten seine lebensgroße Büite in Bronze ansertizea . taffrn, und der h.utige Tag war zu ihrer feierlichen Enthüllung; gewählt wo den. Abgeordnete umstanden das reich geschmückte ■ Grab, die mit dem Verstorbenen gekämpft hatten für Verfassung, Fre'oeit und Recht, Dpntrtionen der statischen Behörden, der , Lehrecver.ire. Auch von Auswärts waren Lebrerdepntatwnen : anwesend. Die größere Bevölkerung war ebenfalls sehr stark ' vertreten. Der Abgeordnete Predig'r Richter, ein larzsähri« , gec Gesinnungs- und Wirkunzsgenosse deS Verstorbenen im Äogeo dnetenbause hielt die Weihrede. Die unsterblichen Verdienste Diesterweg'S um das vaterländisch: und qesrmmte deutxhe Schul» -w seu, die Reinheit- und Festigkeit seine? idealen Charakters, seine Kcait und Beoarrlichkeit hob er in großen, markigen Zügen hervor, und« auch die Äilieinkungen und Verfolgungen, denen er ausgesetzt wa', konnten natürlich nicht unerwähnt bleiben. D.esterweg vereinigte in sich j.ne ursprünglichen Gaben, die den ganz:» L lksmrnn, im edelsten Sinne des Wortes eben au-» i machen; er ko inte stch nicht bücken, sondern nur seiner Ueberi zeu >ung und der Wahrheit folgen; die Verfolgungen und Anfeindungen, denen er ausgesetzt war, baden ibn in den Augen; der Ra ion nur um so höher gehören^, deren Wohlthäter er ist und für alle Zeilen bleibt. Mögen Andere Earrie-e machen, das Volk wird dafür den Vorkämpfer der freien Volksschule mit um so fester in sein Herz einlchließen, und wer schließlich Recht behalten wird, das werden wahrbaitig nicht die Regulative deS f ligen Herrn v. Raumw, sondern die Peincwien Diesterweg'S sein! Die Büste ist ein wabres Meisterwerk, und wer den großen Todt m gekannt, w ro gewiß Nicht untrlaffen, den lieben, theueren Zügen seine Verehrung zu zollen.s (Fr. 3) — DaS „Dresdener Journal" enthält eine Verordnung dcS Mnist rium deS Innern in Betreff eer Ausfüb ung^der Verfass auz >es norddeutschen Bundes vo n 5. Juli, in wetcherstScheißt: „I r Ansehung deS Aufenthaltes und der Niedcrlaffuaz der

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