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Der israelitische Lehrer · 1867-07-18 · 29 (18.7.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
29 (18.7.1867)
Date
1867-07-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ser IsmeMsrke % chm Zeitschrift für die gcsammten Interessen des israelitischen Lchrcrslandcs und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger ifraelitifcker Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. J\& 29. Mainz, den 18. Jnli 1867. (Livdeuter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Rümmer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 fr. ',4 Thlr. Lei franlrrtn Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 sl. 12 ft Anzeigen zu 1 Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmrn alle Postämter1 und Luchhandlungen an. Stellung und Aufgabe des ier. Lehrers in de« kleinen Gemeinden Bo« L. R. (Fortsetzung.) - Der Lehrer hat noch einen weitern Wirkungskreis: Die Synagoge. Die Synagoge ist zugleich der Ort des praktischen Religionsunterrichts und der Religionsübung. Aus ihr kann das eigentlich religiöse Leben sich entwickeln; von der Synagoge sich in die Familie verpflanzen. Wir suhlen unS darum gedrungen, annähernd die Grundlagen der Zustände zu zeichnen, die der Lehrer in der Synagoge herdeisühren muß, wenn er kein Theil an der Regenerirung deS JudenthumS freudig zu leisten Willens ist. Die jüngst vergangenen Epochen — wir meinen die Zeit vom 12. bis 19. Jahrhundert — haben eine jüdische Liturgie herausgebildet, die mit dem ganzen synagogellen Leben so verwachsen ist, daß es Muth und Geschick erfordert, auf die liebgewordenen Gewohnheiten deS am Herkömmlichen klebenden Landmannes auch nur einigermaßen veredelnd »inzuwirken. Und doch leidet der herkömmliche Gottesdienst in vielen kleineren und Landgemeinden auch heute noch an sehr vielen Gebrechen, die wir nicht erst auszuzählen für j nöthig finden. DoS Verständniß der Gebete, höhere Würde : «nb Einfachheit de- Gottesdienstes sind Forderungen, die nicht erst heute erscheinen. Soll es bester werden mit Juden und Judenthum, muß dahin gestrebt werden. Nur aus einem geläuterten und erhebenden Eynagogal- Gottesdienst kann das echt religiöse Leben deS Judenthums geläutert hervorgehen und erstarken. Mag eS nun dm Gegnern deS Fortschrittes Ernst sein um die Erhaltung todter Formen, — und sie fie wirklich für unantastbar halten; oder mögen es Gewohnheit ohne Ernst, Parteisucht und Eigmnutz ohne tiefere Beweggründe! s sein, immerhin ist eS Pflicht des Lehrers, mit Aufopferung m>d mit dem Willen zu überzeugen einem beffern vert edelten Gottesdienst das Wort zu redm. ES ist hier der Ort abermals, an einm Unterschied im Wirten deS Lehrers und Rabbiners auf einem und demselben Gebiete — in der Synagoge — aufmerksam zu machen. Er kann den Pflichten und der Stellung des Rabbiners angemesten sein, aus „Autorität", also mit Consequmz Anordnungen zu treffen und durchzuiühren, die seinem religiösm Standpunkte, seinm Ueberzeugungen und Antecedmtim entsprechm, ohne auf Gewisten und Meinung Einzelner Rücksicht zu nehmen, die. oft nur vorgeblich, ihr religiöser Gefühl mit jenen Anordnungen nicht vereinbarm können, oder sich nicht unterordnen wollen; — dem Lehrer ist solche Autorität nickt eigm, er muß, er kann nur überzeugen ES ist jedoch deßhalb gerade dem Lehrer nicht so sehr schwer, wie Manche vielleicht glaubm, für einzelne sortschrittliche Elemente im Gottesdienste zu wirken. Schaum wir in die heutigen Synagogen Dmtschlandr, so gibtS wohl wenige, in dmen tüchuge Lehrer wirkm, wo nicht Choral, Predigt u. a ni. Platz gegriffen hätte. Wo aber dies ist, da ist die Bahn auch für weitergehende Reformen, für eine Neubelebung des ganzen synagogellen LebmS geöffnet. Mögm eS die log. Orthodoxen leugnm; indem fie, zuwider den unnahbaren Anschauungen der „Strengen" und Unbeugsamm unter ihnen diesen beidm Bahnbrechern der Reform die Thore der Synagogen öffnetm, haben sie dm weitestm Schritt gethan — und von da bis zur Orgel, diesem Zankapfel und non plus ultr» der Reform ist lange nicht mehr der größere Schritt. Schreiber dieses hat in seiner Praxis Beweis hiervon. Predigt und Choral find die Grundpfeiler und die Ausgangspunkte aller Synagogmreform; wo fie einmal eingrführt sind, tritt auch, dos Bedürfniß weiterer Verbefferungen ein, ohne daß wir selbst damit einer überstürzendm Reform insbesondere für kleinere Gemeinden dar Wort redm möchten. Wir sind nicht einmal. überall für Instrumentalbegleitung des Gesangs, für Orgel oder Harmonium. (?) Wir fordern nun, daß, wie sich nur der dem Lehramts widmen sollte, der dazu inneren Beruf fühlt, so auch nur der dem Cynagogmamte, dem hierzu inneren Beruf, worunter wir eine begeisterte und begeisternde Liebe fürs Judmthum verstehm — und äußere Kraft und Talmt für würdige Führung des GotteSdimsteS nicht fehlen. Da

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