Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 28 (11.7.1867)
- Date
- 1867-07-11
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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115 l l zur Anwendung. Die sprachliche Bemerkung über my rc. hätte entbehrt werden können. Sie hatte im günstigsten Falle nur für die Sprachkenner Werth, welche jetzt in großer Menge unter dem groben Publikum nicht mehr gesunden werden. Für das christliche Publikum, auf welches der Redner doch auch Rücksicht nimmt, war sie werthlos. Oder sollte dadurch das alt-jüdische Colorit der Predigt in etwas gewahrt bleiben? Die Predigt b< handelte drei Punkte, und zwar 1. und 3. mit vielem Geschick. Es ist in unsrer Zeit, auch den Christen gegenüber von Bedeutung, hervorzuheben, daß die Ideen, aus welcher die civilisatorische Bildung der Menschheit und ihr sittlicher Halt beruht, gerade dem Judenthum zu verdanken sind, deffen Träger Israel ist. Dies der erste Punkt. Die Anerkennung, welche dem sittlichen Fortschritt in der Menschheit gezollt wird, ist würdige und verdiente. Dies der dritte Punkt. Der zweite Punkt über die Veränderlichkeit dcs jüdischen Gottesdienstes in seinen äußeren Formen nach Ort- und Zeitverhällnisien sollte wohl eine Rechtfertigung für etwa vorgenommene oder eine Vorbereitung für etwa noch beabsichtigte Cultus-Reformen sein. Dieses Thema ist indeß zu umfassend, um in Kürze erledigt werden zu können. Die Rechtfertigung früherer Reformen war überflüßig, die Vorbereitung konnte verschoben werden. Den christlichen Zuhörern mußte dieser Punkt ohnedies theils unverständlich, theils gleichgültig sein. Wir empfehlen das Echristchen. Der Ertrag ist für die Blöden-Anstilt. (I) Es soll wohl heißen: Anstalt für Blödsinnige, den „blöde" bedeutet „furchtsam, schamhaft", nicht „stumpfsinnig, geistesschwach." Zu einigen sprachlichen Bemerkungen ist auch sonst noch Veranlassung; jedoch find sie von zu untergeordneter Bedeutung, um, sie besonders hervorzuheben Sie stören die sonst edle Diction nicht. R. Wochenbericht. B.'rickten sich ergiebt, ein erkleckliches Resultat. Bei dem Re» organis ilion-werke sind sie aber völlig übergangen worden; sie \ Hit man weder bt* seht daran mitzuwirken beruf-n, noch ihren Stand dadurch anerkannt, daß man einem Lehrrr ibrer Wahl Sitz im Curatorio obligatorisch eingeräumt. Nichtsdestoweniger Hab. n die Lehrer überall auch für die R orzan s,t osi» zu w rken gesucht und ist e« wihstich ihre Schuld nickt, wenn Nicht ü erall das Erwünschte erstell worden ist. Ihnen hierüber einen Vorwirf zu machen, dam dürfte doch wodl Nemaidimt Fug V ranlaffung h rben.*) Ferner enthä t das Schreio-n eine V r« ficherung, daß Herr Dr. Phil pvlon es m-.t den Lehrern wohlmeine. Diese schien uns auffull'Nd. da derselbe einer, solchen den Lebr.rn gegenüber w'bl nickt bedarf. Dum wo Thaten sprechen, sind Worte überflü'sig, oder hat e'wa e>n Hsiizdruck diese Versickerung veranlaß:? — Die rhemisch-westphälischi.-Conferen; erisiirt seit 1856; s it l-*02 -st sie zur sammelnden Thä» tigkstt für ihren Unterstützungsverem üoergegangcn. Gehör sie Unte-stützunqen leistet, was im Jahre 1872 geschehen soll) will si> ein sichere« Vermöoen von 6000 Thlr. besitzen . Nun hstt sie feit 1802 bis 1867' 2000 Thlr.. ge'awm:lt. Die Einnahmen pro 1866 betrugen 428 Tblr; di se bestehen a>S 118 Thlr. Beitrüge der "Nitgliever, 23 r Thlr. sonstiger Beiträge! und 6» Thlr. Zinsen. So erfreulich dieses Resultat auch sein mag, so gewährt cs k-ineswegs noch die Gewipbet, daß die Kasse unter obiger Bedingung schon nn Jahre 1872 aus ihr^r Pa-fi« vität beraustreten könne, wenn >dr nichr von Menschenirtun» den, von wohlhabenden Israeliten, die ein Her; für jüdische Jugendbildung und deren Repräsentanten, die Lehrer und ihre Mühen und Sorgen haben, nachdrücklich unter d:e Arme gegriffen wird. Her biett sich ihn n ine Belegen hei dar, die Thränen verlassene: Waisen und L.hrerwitlwen trocknen zn Hellen, eine Tbat, d>e ihren Rat dauernder und segensreicher auf sdie Nachwelt bringen wird, als es plastische Bauten und DenkmAer zu thun vermögen. Ihnen wolle» wir diese Anstatt aufwärmste und nachdrücklichste mit der Hoffnung aus Erfolg an- Herz gelegt haben. Wir thun dieses in Ihrem Blatte unter Ihrer Redaktion, Herr College, indem wir uns des frönen PsalmmverseH in' oi D’nx rov D’yi noi aio no nin erinnern, der auL gewiß in Ihrem Herzen volle Berücksichtigung findet.**) — Herr Vom Rhein, 17. Juni. Kurze Mittheilungcn und Bemerkungen. Unter diesem Rubrum werden wir Eie von Allem, was in der rheinisch-wettphästschen, jüdischen Lehrerwclt sich zuträgt, soweit es zu unserer K nntniß gelangt, in Kenntmß setzen und machen wir damit heute nach unserer Rückkehr von der Conserenz in Hamm den Anfang. Natürlich ziehen wir auch Einzelnes auS dieser, ohne hiermit dem ausführlichen Beritte vorgreisen oder ihn überflüssig machen zu wollen, in den KreiS unsrer Miltheilungen. Die Conserenz war. zabl-eick besucht; eS mögen wohl 50 Lebrer doit gewesen sein; Westphalen war wie gewöhnlich weit stä ker alS unsere Provinz vertreten, was den rheinischen Lehrern im Allgemeinen nicht zu sehr großsin Ruhme gereicht, indem sie hierdurch daS Prädikat rühriger S-rebfamleit den westphälischen Collegen abtreten. — Herr Rabbiner Dr. Philippson in Bonn war, obgleich vom Vorstände besonders etageladen, nicht erschienen; aber ein Entschuldigungsschreiben war eingegangen, daS als G-und deS Nicht rschein nS ein Unwohl angab. Ob dies S sich wirklich so verhält oder ob es aus verschiedenen denTieserblickeadea nicht unbekannten Gründen nur ein finzirter Vorwand war — darüber gezi, mt unS nicht zu urthesten; nur meinen wir einen Vo-Wurf dieses Schreibens gegen die Lehrer, daß sie in Bezug der Haindorf'schen Anstalt ihre Pflicht nicht aethan hält n. zurückweisen zu muffen. Denn wo die Lehrer die Eollekten vorzenommen, da zeigen diese fast ohne Ausnahme mit Berücksichtigung der Lokalität überall, wie aus den vorliegende» *) Ober sollen die Lehrer immer, wenn der Karren von Andern sestgefahrcn worden ist und nicht herausgebracht werden kann, dafür \ verantwortlich gemacht werden? (Einsender.) : **) Wir begreifen in der That nicht, aus welchen Gründen der ver- . ehrliche Herr Einsender uns obige Worte besond.'rs empfehlen zu müs- > sen glaubte, und was uns veranlassen sollte, obige Bitte nicht zu der \ unsrigen zu machen. Es ist kigenthümlich, dag die isr. Lehrer noch , nicht gelernt haben, die Person von der Sache zu trennen. Man kann uns nicht verargen, wenn wir unfern Verein nachdrucksvoll vertheidi- \ gen und böswillige Angriffe auf denselben zurückweisen und ernülichst . bekämpfen. „Wir sind in Kämpfen nicht wählerisch in den Ausdrücken?" Wir würden bedauern, wenn das nicht so wäre. Der freie und wahrhafte Mensch kann im gerechten Zorne herb werden, aber er bleibt doch immer:—wahr! „Höflichkeit ist keine Pflicht, und nicht höflich sein ist noch lange nicht grob sein. Hingegen, zum Besten ■ des Mehreren, kreimüthig sein ist eine Pflicht; sogar es mit Gefahr sein, darüber sür ungesittet und böswillig gehalten zu werden, ist Pflicht." (Lessing.) Unser Kampf ist vorüber, er galt nur einzelnen Männern, die zufällig Mitleiter des rh.-w. Vereins sind. Wir sprachen dabei auch den Wunsch auS, — und es liegt dies doch in unfern Prinzipien, in unfern bis jetzt noch nicht widerlegten und wohl auch nicht widerlegbaren Ucberzeugungen, die unserem gesammtenWirken zu Grunde liegen, in dem Gedanken der Einheit, — datz alle jüdischen Lehrer Deutschlands sich zu einem einzigen Vereine verbinden möchten, weil wir das als höchst segensreich für die Lehrer halteni Wer seine Ueberzeugungen in solchen Dingen nicht mit Nachdruck verficht, hat kein Herz sür seine Sache. Aber wie könnte uns das abhalten, den rheinisch - westphälischen Verein unsere lebhafteste Theünahme zu schenken; jetzt, nachoem >