Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 25 (21.6.1867)
- Date
- 1867-06-21
- Page
- Seite 104 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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werden, und zwar auf Veranlassung eines sich freisinnig »nh volkSthümlick nennende» Minister-, dockten wir wohl, daß ein Schrei de- Unwillensich von allen Ee>ten r heben werde; wir dcchten wohl, daß d>e kaiserliche Regierung, wenn sie davon unterricktet fein würde wie wir," bald energische Vorstellungen nach Buckarest gelangen lasten werde. Was wir vorgussaben, ist eingctrcffen. Hr. Eremieur hat. wie er uns bericktet, den Kaiser bereit gefunden, im Anschluß an die vorausgegangenen Schritte seiner Minister seine persönliche Bermilteiung gellend zu macken Frankreick hot noch einmal an den Ufern der Donau Freiheit und Gleichheit gepredigt. Seine immer mächtige Stimme ist. zuerst zu Gunsten der bedrohten Juden ertönt. Kaiser Napoleon bat die Mackt seine- Einflusies benutzt,, um die rumänische Regierung an die Achtung vor den Verträgen zu erinnern. Ter Bericht über die Besprechung de- Kaisers und Eremieur', so wie das ehrenwertbe Mitglied der Alliance israeiite ihn unS wittheilt — wird einen tie'eu (Eindruck hinterlasien. Wir er-l halten da einen Beweis von dem Interesse, womit Se. Mas.! jeden errpiäagt, der seine Unterstützung iür eine gereckte Sacke' anruft, aber wir ei halten auck in dem Briese des Hrn. Crewicurl die unparteiiscke und verdien'e Bestätigung der in Frankreich binrcickend gekannten Wahrheit,, daß man nie vergeblich die Vermittelung des' Kaistrs da anrufe, wo g'oße Jnt.ressen im -Spiele sind / wo rs sich darum handelt, für großes Unglück Hülfe und Trost zu vcrlchafscn. Die Bossiscke Zeitung' lheilt das Telegramm mit, welche- Kaiser Rapolecn an dcmielben Sonntag Rack mittag an den Fürsten Carl von RumänieU a^gehev ließ. Es soll, wie folgt, begonnen baben: .(Es drückt mch nieder, Fürst, in dem Jahrhundert. in welchem wirleben, persönlich in einer derartigen Frage einschreit, n zu müssen." Die Antwort des Fürsten, welcke Dienstag in Paris eir.traf, bat gelautet: .Es sind Befehle ertheilt, die Berfolgungen eiwzustellen und die vertriebenen Israeliten wieder in ihre Wohnsitze zurückzulübren Wir erkennen hieran aufs Reue die segensreiche Wirksamkeit der Alliance isr. un. und wie notbwendig ein Anschluß an diesilbe auck Seitens des deutsck'en Israel ist. Wo gibt es' zur Zeit eine Vertretung der g esamm teu Israeliten wie die der Alliance? Und dächte man daran, eine derartige Eondervcrtretung in Trutsckland zm begründen, wüpten deutsche Regierungen und Fürsten Will.ns und mäcktig genug sein, zu Gunsten der Juden so energisch und wirksam einiusckrei'ew, wie der Kaiser und die Regierung Frankreich'-? Das Verdienst gehört diesem Lande: Es bat die.Philosophie der Aufklärung, die Ideen der Freiheit und Gleichheit zwar mckt zuerst verkündet, — darin ging ihni (England rühmlich vo an — a er zuerst populär gemacht, bet sich verwirklickt und in der Welt verbreitet, — und was noch mehr sagen will; es stebt überall mit seiner Macht und seinem Einflüsse, wie kein anderes Land llsid.Volk, keine andere Regierung und kein anderer Fürst in der. Welt, beute nock dafür ein. Daher fordern wir. wiederholt die deutschen Israeliten Anschlüsse auf. ' Tr. Rothschild. Ladenburg. 4. Mai. Eine bl>jährige treue und gewissenhafte, mit Sorgen verbundene Amtsthätigkeit gehört im Allgemeinen zu den Seltenheiten; denn nur Wenigen ist eS vergönnt, eine lo lange Reibe von Jahren rüstig — mit Ausnahme von vorüberzebenken Un'erbrechungen — itren Berussge chäften obzuliegen. Seltener noch ist dies im Lebrerstartde der Fall; kenn bekannter Weise ist dieser Beruf mebr als jeder andere aufreibend und ein groß r Tbeil der Lehrer sinkt leider im besten Mannesalter ins Grab. Glücklich preisen wir darum Denjenigen, dem es vergönnt ist, rüstig und wohlgemuth, froh und heiter auf den langen, langen Weg, den er durchwandert, auf das große, schwere Arbeitsfeld, aus -dem er sünfzia Jahre treu und redlich un'et Nahruugssorgen und andern Mißlichkeiten gearbeitet, gerungen und gekämpft, zurückvlicken zu können , mit dem erhebenden Bewußtsein: seine Pflicht unter GotteS f Beistand und Hilfe nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt zu laben. W r scllte sich nicht herzlich mit einem solchen Amtsbruder freuen; wer scllte ihm nicht heitern Sinnes und frohen Herzen» die Hand reichen, um ihm den ferneren Segen de- Himmels erbitten! zu helfen? Erven so alücklicken Amlsbruder sahen wir am ersten Tage des Herr licken Wonnemonats auf dcm hiesigen Ratb Hause, umgeben von zahlreichen dankba'en Sckülern auS jüngster und älterer Zeit, umgeben von liebenden Anverwandten, von seinen Vorgesetzten, vielen Amtsbrüdern aus dem diessertigen und benachbarten Bezirken, umgeben von dem hiesigen Gemeinderathe und Bürgern oller Bekenntnisse. ES war ein ernster, ein erhebender Anbl ck. kie Bru>t eines biedern, treuen, redlichen und aufrichngen Arntsbrudsrs, des hiesigen israelitischen Hauptlehrers Ev'smann Ladenburger durch die Hand ys Hrn. KreissckulrataS Strübe aus Heidelberg mit der ihm von S. K. Hoh. unserm allrerehrten Gvoßherzog Fr edrick hultrollst verliehenen kleinen goldenen Eivilpienit-Medaille schmücken zu sehen! Ermunternd, erfreul-ch war es aus dcm Munde dieses hochgeehrten Vorgesetzten in beredten Worten dcm Jubilar ein so glänz-ndcS Zeugniß seiner aufopfernden Berusstbäligkeit und seiner ch'ara'terrollen Ha tung ausstellenzu bören; zu hören, wie unser edler Fürst k ine Gelegenheit vorübergebcn läßt, wahres Verdienst anzuerkennen und zu würdigen! Mit Begeisterung stimmten aber die Anwesenden in taS von Hrn. Krsscklr. Et. Sr. - K. Hoh. unserm G,oßher;og ausgebrackte dreifache Hoch ein. Wie ergreifend mußte es für den würdigen Jubilar, ja für alle Anwesenden sein, als ihm hierauf von einem früheren Schüler im Rainen fccrj Gemeinde ein schön auSgearbeiteter silberner Pckal mit der Jnsckriit: .Dem Hauptlecrer Eossmann Ladenburger iy dankbarer Anerkennung iür öOjähriges strebsames Wirken die israelitische Gemeinde" — üb, r eicbt wurde! Die Momente waren zu überwä tizend und der Jubilar vermochte nur in kurzen und herzlichen Worten für die ihm von unserm Fürsten erwiesene Gnade und für das schöne Geschenk, daS ihm feine Gemeinde überreichen ließ, danken. (Schluß f.) Anzeige. Hffene Leljrerstcsse. Die Stelle eirstö sinocl'tischen Rrligionslehrers, Vorbeters und Schächters in der h'esigen Gemeinde ist bis zum 1. August d. I. erledigt. Das Einkommen beträgt außer den Accidenzien als Vorbe'er nnd mindesten- 120 fl. Schächlergebühren, 250 fl., nebst freier Wohnung und Heizung. j Oualificirte, unverheirachele Bewerber wollen sich unter > Vorlage ihrer Zeugnisse alsbald an den Unterzeichneten Vor-. stand wenden. Sprendlingen, Kr. Offenbach im Juni 1867. Für den Vorstand. .Isaac Stern. B r i e f k a st e u Herr Lehrer H. in G. Wollen Sie gütigst Ihren Artikel einsenden. Sobalv Raum, werden wir ihn benützen. Verantwortlicher Redaclcur: I. Klingen st ein in Ldernheim in Rhemhepen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: in Eomnnssion bei L-ök ar i ein er m Leipzig. — Dampf-Schnellprstsendruck von I. Gottsleben in Mainz.