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Der israelitische Lehrer · 1867-06-14 · 24 (14.6.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
24 (14.6.1867)
Date
1867-06-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zeitschrift für die gesammten Jnteresien deS israelitischen LehrerstandeS und zugleich Organ für den Verein znr Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehre^, Lehrer^ Wittwen und -Waisen in Deutschland. M 24. Mainz, den i4. Juni 1867. (Liedentsr Wöchentlich 1 Stummer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 kr. —, */< Thlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. lg fr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Pelitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Verschiedene Ansichten'). j Wir werden unseren Lesern wohl bald die Fortsetzung; und Vollendung des Lehrplanes bieten können, dessen bedeutendsten Theile die jüngsten Nummern unserer Zeitschrift brachten. Unseren Lesern werden die Förderungen über den hebräischen Unterricht, die dv geschätzte Verfasser stellt, wohl noch erinnerlich sein.. .Heute liegen unS zwei diamcn Iral sich entgegenstehende ÄnstchtlN in demselben Betreff in jüdischen Zeitschriften vor. Und doch bezeichnet mindestens die «ine, nach rechts.sich neigende Anschauung noch lange nicht die äußerste Richtung ans diesem Gebiete. Es werden da noch viel weitergehende Anforderungen von der äußersten Orthodoxie gemacht;— ob in ihren Schulen übrigens das geleistktet wird, was angeblich geleistet werden soll und aus dem Lehrplan steht, mochten wir sehr bezweifeln. Die geehrten Lestr mögen diese verschiedenen Ansichten miteinander und wohl auch mit ihren eigenen vergleichen; sie bezeichnen zugleich die verschiedenen religiösen Standpunkte. Wir wenden uns zuerst einem Artikel im Abendlcnde zu, mit einem dahin bezüglichen Gutachten des Rabl inen Herrn Duschak in Goya, hervorgernfen durch die Eonferenzen mährischer jüdischer Lehrer. Es lautet im Auszüge: „Dar jüdische Kind tritt nicht erst nach dem sechstem, sondern gewöhnlich schon nach dem fünften Lebensalter in die Schule; wenn diese den Schüler, wie es die Herren Confereuzmitglieder ganz richtig angeben, dis nach dem I?. Jahre beschäftigt, so kann und muß ihm, bei aller Rücksicht auf Diäte:s- und Sanitätsgründe. ohne Uelerbürdung und Erschwerung, weit mehr als ein Fragment des Pentateuchs, die ersten Prcpheteu und eine Blvmenlese aus den Psalmen nach Gutdünken der Lehrers teigcbrocht werden. Der jüdische Schüler soll in der hebräischen Sek ule nckt allein sittlich religiös erzogen und gebildet werten, er fcOI auch in dieser Schule fürs ganze Leben, wohin er sich auch wendet, und zu welchem bürgerlichen Berufe er auch heran- *) Unseren Leitartikel „Stellung und Aufgabe der Lehrer" werden wir erst fort setzen, nenn das vorliegend« drängend« Material teseit'gt und der wohl durch die Lehrerversamuilungen in Anspruch zu nehmende »au« t» gestattet. \ Redaktion. | reifen mag, einen solchen Fonds von hebräischem Wissen sich zu eigen machen und mit sich nehmen, daß ihm! dar Verständnis, der hebräischen Gebete nicht schwer fällt,! und daß er in den biblischen Bekenntnißschriften sich leicht!orientire« , kann. Beginnt man mit dem Knaben, wie gewöhnlich i«! 6. Jahre den Pentateuch, so kann er nach zuttmgeiegte«! 10 Jahre nicht nur denselben, sondern auch einen große«! Th eil der ersten Propheten und einige Psalmen inne habe«, ' die letzten zwei Jahre können dann für das Wiederhole« ' des Gelernten und für das Fortschreiten auf dem! Gebiete der Bibel, in nicht unbedeutender Progression, vr i werden. Wird der Schüler tüchtig in der hebräischen Gram- ' matik unterrichtet, und war der Bibelunterricht an der Hand der Grammatik ein gründlicher, so wird der Schüler, wem»! er dann ins Leben hinauStritt, selbst wenn er keine Fortbildung im hebräischen Wissen genießt, nie ein Fremdling in den Urschriften seines religiösen Bekenntnisses sein, er wird die Thora, die ihm in der Synagoge vorgelefe« wird, verstehen, er wird die Gebete im Geiste und nicht mit dem Munde zu Gott empor senden, er wird die Lehren brr Religion gründlich erfassen, wenn er sie am Scheidewegs zwi- ' scheu Tugend und Laster befragt. — Ter jüdische Schüler muß aber auch die Geschichte seiner Nation erfahren und kennen leinen. Mindestens soll er, bei seinem Austritte, bis zum Abschlüsse des Talmud gebracht weiden, damit er die Schicksale und Bestrebungen, die Aufgabe und die ^Entwicklung seines Volkes kennen lerut, und ous dieser Quelle Tiost unr Erhebung, Ausdauer und sittlichen Ernst schöpfe. Tie jüdische Kischichte, die Geschichte der Juden, ist daS Weltgericht im Kleinen. TaS 3. Buch MosiS darf nicht weggelessen, die Opiergefetze düifen nicht beseitigt werden, diese sind ein wesentlicher Bestandtheil des Ritus; gehiren deck auch noch sehr viele legislatorische Abschnitte des Pentateuchs der Geschickte und der Vergangenheit an; nur kann der?. Theil der Bücher Mosis für die reifste Stufe der' Volksschule ausgcspart, und der zartern Jvgerd dasl4. Buch noch dem?. deigcdracht werden, welches den zarren Kindesfinn mehr onspricht und wärmer anzuziehen vermag. Der Vortrag der Misckna sollte, noch meiner Ansicht, in den hebräischen Sch»len, ebenfalls nicht vermißt werden, därnit

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