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Der israelitische Lehrer · 1867-06-07 · 23 (7.6.1867) · p. Seite 95

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
23 (7.6.1867)
Date
1867-06-07
Page
Seite 95 (sequence 7)
Language
German
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Sache ansch'ießen. Wir strebm nickt Centralisation, sondern organische Verbindung an. In den Bezirks- und LandeScomitö» unsere- Vereins liegt der Schwerpunkt dieser Organisators I» ihrer Hand liegt die Leitung der Angelegenheiten der Einzelnen. Damit ist einer oft gemachten Einwendung gegen die Ausdehnung unseres Vereind e Bedeutung genommen. Die Thätigkeit dieser Bezirks- und LandeScomitöS ,u kräftigen vnd-u organisiren. wird der Generalversammlung Vorbehalten sein. Die Selbstständigkeit der Bezirke w rd gewahrt. Wo aber ein Zusammengehen nicht möglich ist auf allen Gebieten, da dürfen wir erwarten, daß mindestens «in friedliche» Rebeneinandergehen Patz greise; daß durch Heraustreten auS den beiderseits gezogenen Gränzen nicht gefährdet werde, was wir bauen -rollen und der Weg für die Zukunft srei bleibe. Dürfen wir hoffen, daß mindesten» in denjenigen Bestrebungen ein Zusammengehen stattfinde, die unleugbar die Interessen aller Lehrer betreffen, für Alle heilvoll sind, — in der Förderung deS einzigen Organs, da« den Lehrern mit Aafrtchtiqkeit, (wenn auch zuweilen mit zu beitiger) dient. Wir glauben, manche Lehrerangelegenheiten der jüngsten Z.tl haben bewiesen, daß trotz alled.m und alledem die Lehrer eine treue Stütze in j ihrer Bestrebungen nur da suchen dürfen, wo sie naturgemäß Walt t — im Herzen eines Lehrer», und in der W rksamkert «in s wirkliren. denselben ganz und mit wahrer und voller Hinz bunz dienenden Organs. "Aus der Pfalz Wir haben abermal» einen schmerzlichen Der hst zu registriren. Dienstag den 16. Mai wurde 6-r pens Ledrer Elsässer in Edenkoven zu Grabe getragen. Wer den Derbl chenen kannte und die hohe Achtung, vre Ehrfurcht, die ihm alle Eollegen zollten, wird unseren Schmerz zu würdigen wiff n. Wir werden eine» Rekrolog deS so bescheidenen, an Ebarakter und Wissen großen und reichen Mannes in diesen Blätiern bringen, de, wir wissen die» mit Bestmmtheit, an ihm «inen warmen und begeisterten Freund hatten. Aus Ungarn im Mai. Der ungari ch israelitische Lebrer- Derein hat bereit» seine Thätigkeit begonnen und läßt sich von dem energischen Wirken der an der Spitze de» Vereins stehenden Männer das Beste hoffen. Unter den Deputationen die in jüngster Zeit dem Cul'uSminister Baron Eötvös iare Aufwartung machten, verzeichnen wir die de» P sth r L hrkö per» unter Führung des p st her ungarisch n Predi ers. Sr. Er. versp ach sich des israeli iscken Schulwes ns wam an,u>,ehm n, je cd könne eine Orzanisirung deS Pesther Schulwesens erst nach de, Krönung siatlfin^en. Ber der jüngsten Restauration wurden sehr viele Medicincr jüdisder Confe ston zu B zi ksärit n ernan it Rabdem die Emancipation auf pol ti'chem Geb ete -üttig sortsckreitet. heffen Wir ebenso bald die Emancipatien ds Geistes und warten wir gerade ron unseren Med-cin r n, daß sie sich de Landschulen an« nehmen werden, nachdem von j ber die Medic ne- Ungarns warm' Verehrer der Volksbildung w-ren. So eben erschau: Handbuch ein zum U terricht in der deutschen Spräche in Verbind»»», mit der Rechtschreibung und rer nöthigen Anleitung zum schrist tchen Ausiah von Over.earer I. J. Ro-senmeyer. Ladcnp-ei» 4 Rgr (20 9t ukreuz r). Das Büchlein ist besonders für die unteren Klassen ^rechne- und >st so ang legt, daß die Rechtschreibung als intearirender Theii er Sprachlehre auft itt.*) Wien, 27. Mar. Die kaiserlichen Coisuln in Jassy und Bukarest sind angewiesen, gemeinsam mit den V rtretern Frankreich» sich auf'S Lebhafteste der bedrückten jüd scken Bevölkerung anzunehmen — Aus Bukarest wird gem.ldet, der Fürst habe eine Ju end-putat-on empfan cn, welche über die, die jüdischen *) Wir werden auf dieses intereffante Büchlein zurückkommen und bemerken heule, daß dasselbe im Wege der Redaktion dies.r Blätter zu beziehen sind. Die Redaktion. Einwohner der Moldau! betreffenden RegiernngSmaßrezeln Be»! schwerde führte^ j (Eine verschämte Reiche.) Wir lesen so häufig von , verschämten Armen, jedenfalls ist es seltener, daß ein Reicher in! tiefster Verborgenheit Wohllhaten übt und erst, wenn ihm der Schleier des Todes daS Erröthen erspart, die ganrc Fülle seine» ' edlen HerzenS enthüllt Eine solche Persönlichkeit war die in i Preßburg geborene, seit einem halben Jahrhundert in Wien lebend«, verw.ttw te Frau Ran-tte Schlesinger, welche am 26. April, 73 Jahre alt, verschieden ist. Die Summe der von ihr für Stifi tungen bestimmt n Beträge ist: 87.4>>0fl. und-20 Stück Aclie»! der Triester Azienda, deren Werth im Testamente nrcht angegeben ist; nur wird angedeutet. daß daraus zur Zeit der Codicill-Erricktung (1867) bereits 600 > fl. einge.ahlt waren. Davon ent» fall n 66,00:) st. nebst den Ac:ien für israelitische WoblthätigkeitS« Anstalten in Wien und Baden. Mehr al» 190 00Ö fl. find an einzelne Verwandte und im Dienste rer Erblasserin gestandene Personen vermacht worden. Jassv, 22. Mai. Racb einer Correspondm; der „N. fr. Pc." enthalten die von L-atian» genehmigten Verfügungen der! hiesigen „Premerie" (Communal-Verwaliuna) gegen die Juden : folgende Bstim vungen: ») ES w-rde beschlossen, den Juden die Eriaubniß zum Ankäufe von Häusern und jliegenden Gründen, sowie da< Packten der ley'eren zu entziehen; d) es wurde br» schlossm, den Gutsbesitzern zu. verbieten, ihre Gutspropinatione« an Juden zu verpackten; --) cs wurde beschlossen, den Juden der Verkauf von Branntwein in ber Statt iJassy zu entziehen;! <k) es wurde den Jaden verboten, Spezereihändler zu sein; «) wurde ein Gesetz zur Abscki'bung von Vagabuiden au» Jaffp nach Ismail erlassen! Doch wie wird dies gehandhabt? ...! Unter den an Euiem Tage zu diesem Zw cke zusamnen verhaf» teten Individuen waren 12 Christ n und 111 Juden! Unter diesen Juden befinden sich sechzigjährige ehrlich' Greise die seit 30 oder 40 Jahren sich a.s kärgliche, aber ehrliche Weise ihr Brod in Jassy verdienen. Unter den 200 — 300 Eingesperrte« und zum theile schon an die G änze Teaasportirten dürften viell icht kaum 20 wirklich Vagabunden sein, die meisten haben ih en nothwendizen Erwerb und viele sogar ihr HäuSchen. Haarsträuoend ist die Art und Weise, wie diese arm n Leute;« Vagabun'en geempelt, eingesperrl und transportirt werten. Es ge.t ein Jude m etwas ärmlicher Kleidung mit Bart und Pe»S (H a'locke.i) über die Straße; der Sergant nähert sich ihm, schaut ihn an — — tu ja« Jydan B-tgabuocll (du blst ein Judenva a und) fpr-ckt er und fahrt den armen Mann fv't. Doch nickt aui der Gasse all >n. selbst in die Wohnungen wird eing>drun „n. ES wertzen Söhne ron ihren Elern, Greise, Väter ron Fr u und K-nk g.trennt und trotz ihrer zeait.marion > ai? erw>rb- und p iphavente Leute elnz-'ip rrt und transportirt. Aus änter. Oe>ter,cick r Russen, suchen sich daduch zu schützen, aß si tote Pässe vorzeige i; diese - jedoch werden-ror iwen Äugen zerrisse., und dann he-ßt es: „Du bist paß.os." Dre-chwsige Jud. ngem in e bat sich le egraphtsch und schklstlick nach Pari» an Rotyickild und Eremieur unr Fürbitte bei ,der Regierung ye« w.nd-t. (Eruer r soll -nner anderen M tlh-ilung zujolge berertS erjolgreicke Stritte in Paris gbtban haben) Ern n größeren Arkirel über diese Vorgäu,e der ü s >oeben von der All.ance zugeht, bringen wir in unser-r i-ächit-n Rümmer. Pari«, 29. Mai. D r „ IVuir.-eut" verich'ct nach Briefen au' T a n a - r, v?m 23. M i, daß - ine Bande von Bergbewohner,- des Riff dje sck.vernen Gemaltthoten an yerschiedenen Israeliten, d-e sich i;ai) Tetu,n dega? n, und name kllck an der * Per o > des Abrabam P>ri-nte,.hcs Tolmelscker« und Schutzbe- - t ht-n'n des oftr icktick n"V c-consulat S, v ruht bat. Pariente todt auf dm P tz', u»d da» o*t rretckuwe Generale nsu- ,t ber ils Sckriti^ etbau, um aus ojsiciellem Wege Geblieb j lat h, ' nugthuung für diesen Frevel zu erlangen.

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