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Der israelitische Lehrer · 1867-05-30 · 22 (30.5.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
22 (30.5.1867)
Date
1867-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IsrsMseKc FM,'er. Zeitschrift für die gesammlen Interessen des israelitischen Lehrerstandes i . und zugleich Organ. für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittiven und -Waisen in Deutschland. 22. Mainz, den 30. Mai 1867. (Sishsnisr Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer.' Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 lr. -- 1/4 Thlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Der Lehrplan für die jüd. Schule. Conferenz-Arbeit für die Eonferenz der Lehrer Rheinlands und Westsalens zu Hamm am 12. und 13. Juni 1867. Vom Lehrer Oppenheim. (Fortsetzung.) 2. Spruchunterricht und Gebete. Wöchentlich wird ein leicht faßlicher Bibelspruch, den der Lehrer in dem eingeführten Religionsbuch bezeichnet, von einem Hilfsschüler eingeübt und durch vielfache Wiederholung befestigt: Sprüche als: „Ein, weiser Sohn erfreut den Vater," „Wer des Armen spottet," :c. Haste deinen Bruder nicht im Herj zen, der Staub kehrt zur Erde zurück rc. behalten auch ohne Erklärung unschätzbaren Werth. Die Angst vor Mechanismus ist in unserer Zeit etwas übertrieben. Einübung einiger Morgen- Tisch- und Abendgebete, sowie Segens-! sprüche, hebräisch und übersetzt, wenn auch die Kleinen noch | vicht lesen können, wechselt mit der Einübung der Bibel- I 3 sprüche ab. Präger und Deffauer liefern Material. Die , i „Zehn Gebote" werden in der Ursprache gelesen und überj setzt. Mag auch eine geraume Zeit dazu nöthig werden,! . diese Uebung wird je von einem Hilfsschüler vorgenommen.! | Und je mehr Schwierigkeik^bei einem Uebersetzungsstücke,! » desto nachhaltiger verbleibt's dem Gedächtniffe. Di-ser Mit-! « unterricht fällt in die hebräische Lesestunde für Mittel-Ober-! H klaffe, weil dabei die durch 1 den Hilfsunterricht verursachte - Störung am ersten geduldet, auch ohne Nachtheil für ihn selbst ein Schüler aus der Oberklaffe dazu verwendet werden kann. 3. H e b r ä i s ch. Dieser Unterricht beginnt in der zweiten Hälfte. des ersten Jahres, wenn erst mehrsilbige y Wörter gelesen werden, ungefähr bei der 27. Lection in i. Häster's Fibel. Das Nachmalen hebräischer Quadratschrift, ’i was den Leseunterricht wesentlich unterstützt, tritt noch jt früher auf. Beim dritten Jahrgang steht neben dem Oren I in der Tefilloh das Lesen von Pentateuchsvocabeln mit j deren Uedc^setzung. Buchstabenkenntniß der jüdischen Cur- 1 rentschrift, und das Nachschreiben derselben von einer dazu « aufgehängten Tabelle, die ersten leichten Leseübungen im f „jüdischen Deutsch" gehören in den Elementarkursus. Als! rein mechanische Uebung wird der ganze Hebräischunterricht; von Hilfsschülern ertheilt, auch dann noch, wenn die Fibel j der Tefilloh gewichen ist; und nimmt der Lehrer nur soweit , Notiz davon, als er anordnet, auf die Disciplin achtet und 1 nach der Uebung abhört. Nur in biblischer Geschichte gej nießt die Elementarklaffe unmittelbaren Unterricht, und zwar zwei Stunden wöchentlich unter Abzug von 10 Minuten für die Anfänger. Siebenmal wöchentlich sind hebräische Hebungen, die vornehmlich in die biblische Geschichts-, Gebetsübersetzungs-, und Hebräischlesestunden für Ober- und Mittelklaffen fallen. Ziel für hebräisch Lesen ist Loutrichtigkeit; Geläufigkeit wird später angestrebt. VonVocabeln gehören fürs dritte Schuljahr die ersten sechs Kapitel im ersten Buche Moses. Das wäre der Umsang vom Religionsunterricht in der Elementarklaffe. Religionsunterricht in Oberu. Mittelklasse. 1. Biblische Geschichte. In der Mittelklaffe dient die biblische Geseichte nicht mehr als Lehrbuch. Das Kind kann selbst lesen und muß sich daher gut präpariren. Der Rest des Materials, von Moses bis zur Erbauung der zweiten Tempels, in ungefähr 30 Geschichten gebracht, ist für ein Jahr berechnet. Der Unterricht erhält die katechetische Form. Da in der Erzählweise von Flehinger selbst schon die nöthige Belehrung liegt, so vermittelt der Unterricht nur die Aneignung des gegebenen Stoffes. Die Fragen hat sich der Lehrer in einem besondern Hefte schriftlich auszuarbeiten. Die Fragen, durch momentane Eingebung formirt, find selten ganz zutreffend; durch Besinnen auf die rechte Frage wird der Unterricht schleppend. Die vorbereitete Frage ist sprachlich gewählter, und für Repetitionen ist die Fragbereitschaft das gelungenste Mittel. Fünfzehn bis dreißig Minuten genügen zu einer Geschichte. Der Rest der Stunde gehört dem höhern Cursus in der biblischen Geschichte. In der nächsten Stunde wird die verstandene Geschichte von einigen Schülern dem Inhalte nach erzählt. T Schülern aufwärts ist dieser Unterricht nützliche Wiederyolnng. ' - Von jetzt ab wird ein umfangreicheres Buch — Budinger rc. — gebraucht. Der CursuS ist ein vierjähriger. Von 10. bis 14. Jahre. Lehrform dieselbe; nur^iaß die wie-

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