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Der israelitische Lehrer · 1867-05-16 · 20 (16.5.1867) · p. Seite 80

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
20 (16.5.1867)
Date
1867-05-16
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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Wenn die Kosten für die Herstellung der 2. Achawa kaum durck den Erlös gedeckt worden sind, so ist dieeine Folge einer Boraussehuna gewesen, welche durch die Umstände gerechtfertigt war. Im ersten Jahre war der Verkauf der Achawa ein glänzender und rin Beweis für die Richtigkeit unserer Ansichten gewesen. Wir mußten schließen, daß im zweiten Jahre mindestendie doppelte Anzahl verlangt würde. Wir halten während der Sommermonate zudem auf bedeutende Eolportage in den Städten gerechnet. Unsere Berechnung ist, wie so viele andere des vorigen Jahre-, nur durch die Macht der Ereignisse zu Schande aemackt worden. Selbst in den bedeutendsten Stätten unserer nächsten Umgebung -^Frankfurt, Mannheim k. — konnte nichtfür unfern Verein -unternommen werden. Rock w-niger konnte daran eedackt werden, auf entfern'er- Kreise zu wirken — Hannover» Kassel, Hamburg, Berlin, Elsaß, Baden, olle- Orte und Gegenden, die wir in unseren Calcul ausgenommen batten, mußten leider unberücksichtigt bleiben. ES konnte also kaum die Hälrte verkauft werden. Dock sind ja die übrig gebli-benen Bücher noch votbanden, sind nickt veraltet. Wir sind mit niedreren geeigneten Männern in Unterhandlung, welche als Eolporteure in diese Stätte und Gegenden reisen werden. Wir hoffen mjt Sicherheit, daß die Bücker, welche wir jetzt noch aus Lager.haben, im Laute dieses Sommers vollständig vergrstxn und so den Ertrag verdoppeln werden. Die ungünstigen Umstände des vorigen Jahres veranlagten viele firnen, welchen wir Ettmplare der Achawa in Condition zugeschickt hatten; selche . zurückzusenden. Das verursachte leider enorme Portokosten. Em einziges Paket, das nack einem halben Jahre unerösinet zurückkam, kostete beispielsweise st. 4. 24 kr. Im lautenden Jahre sind weniger gedruckt und diese nur fast an teste Abnehmer versendet 'worden. Dadurch ist eine bedeutende Minderausgabe für Druck. Papi-r und Portokosten erzielt, während wir mindestens eine gleiche E.unabme erwarten dürfen. Auch von dem Papierv'orratb lagert neck ein großer Tbeil, da die Auflage bober berechnet wir, aber in Folge der Zcckerignme warum nicht wir Juden ebenso? An Mitteln wird eS nicht fehlen; man suche lieber die unuöthigen Rabbinate zu beseitigen. DaS ganze badische Judenthum würde bei vier Rabbinern eben so religiös sein können, als dies bei 16 der Fall ist. Denken wir uns einen Rabbinersitz in Freiburg, in Mannheim, Heidelberg 'und Mosbach, so find alle andern überflüssig, und dieseersparte Geld könnte man um so zweckmäßiger anwenden, wenn man für eine tüchtige jüdische Lehrerbildung bedacht wäre. Es dürfte vielleicht unsere wohlwollende Oberschulbehörde die Fürsorge für unsere Seminaristen als die einstigen jüdischen Lehrer in nächster Zeit als Pflicht anerkennen. Daß die Lehrer dazu beitragen können, ist gewiß. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihre badischen Abonnenten bitten, zur Verbeitung dieseechten Lehrerorgans, des »Israelitischen Lehrers" unter jüdischen Lehrern >m Lande beizutragen. — Der Lehrer muß vor Allem volles Interesse an dem Leben und Treiben seiner Standesgenossen zeigen. Was nützen uns die dogmatischphilosophischen Zeitschriften und das Parteigezänke in denselben? Hoffen wir, daß die von mehreren hochgeachteten Eollegen aus» gegangene diesbezügliche Arregung nickt unberücksichtigt bleibt. Wir möchten aber auch, daß der »Israelitische Lehrer" sich räumlich erweitere. Wenn mmdestenS 1 Bogen, von dem die Hälfte auch für das Laienpublikum Werth hat, wöchentlich erscheinen könnte, so würde hierdurch sicher eine größere Verbreitung des Blattes erzielt werden, auch wenn dadurch der Preis erhöht werden müßte*). *) Tiefer Gedanke beschäftigt uns schon lange und wird jedenfalls über kurz oder lang zur Ausführung kommen. Redaktion. 'Anzeigen. Verein der it»r. Lehrer vermindert worden ist. Sollte jedoch d,-r Ertrag der Ackawa im Ganzen zur Zeit auch gerade nickt so sebr bedeutend fern , so ist doch die Herausgabe des Buches al' Anregung--, und Bmdemittel für unsere Zwecke von der böchsten Bedeutung. Das VereEbuck ist nolhwendig, um die Theilnabmrollen und Gebildeten im deutschen Judcnttum stets wieder an unsere Zwecks und Ziele zu erinnern, sie für unstren Ver-in und seine nickt ausschließlich materielle - sondern auch geistig bebe Bedeutung zu'erwärmen, zu begeistern. Mögen d-wum unsere Freunde im Fortschreiten aui der betretenen und Gottlob bald geebneten Babn nickt ermüden. -Das Haupicomite Wwd in seiner nächsten Zusammenkunft -Ort und Zeit der in dietem Sommer stattstndenden Generalversammlung bekannt machen Mögen die einzelnen Bezirke indess-n in kleineren Kreisen zusamm-ntreten, ihre Wünsche und Arsickten über dasjenige, was zur Hebung und Förderung des heiligen Werkes geschehen kann auStauicken und'— der Segen deS Allgütigen wird mit unserm Werke sein, las schon jetzt die Roth armer Lebrersannllen, armer Wfttwen unk Waisen lindert, mjjo U’T nryci. Aus Baden. Ein Beschluß des Oberraths der J-raeliten erhöht die Grcalte der israelitischen Religionslehrer von fl. 172 auf fl. 2ti). Dieser Eckritt wird manchen Lehrer freuen, die Freude würde jedocch eine noch größere sein, wenn die jüdische Behörde die Selbstständigkeit der israelitischen Religionslebrer mehr anerkennen würde, dafür sorgte, daß die israelitischen Seminaristen in Karlsruhe nicht mehr gleichsam betteln müßten , überhaupt ein geregelteres Leben führten. Sind doch unsere christlichen Kollegen als Seminaristen wohl versorgt. im (ehkmal.) Königr. Hanuover. Die diesjährige Generalversammlur g findet am 12. Juni m Hildesheim statt. Programm: 1) Welche Witlwen-, resp. Unlerstiitzungscasse wollen wir Herstellen? bezw. weicher uns gemeinsam anichließen? 2) Die Mittcl einer guten Echulzucht. Vortrag von Sommer aus Verden. 3) Berathung über etwaige gemeinsame Schrille, uns Lehrern unsere definitive Anstellung zu sichern. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein J, 8s. Fleiaclihacker, p. t. Vorsitzender. an wünscht bei braven Leuten ein elternloses Madchenzur Pflege, zur Erziehung und. zum Unterricht unterzubringcn. Die Vergütung ist annehmbar. Die Redaction dieses Blattes wird gefälligst Näheres auf franlirte Anfrage mittheilen. Lerantmortlicher Redacteur: J.^Ningenstein in Oderrcheim m Rhemhesseu; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: in Commission bei Lrkar Leiner in Leipzig. — T«nps-Echnrllpressenrduck von I. Gottslebrn in Mainz.

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