Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 20 (16.5.1867)
- Date
- 1867-05-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Der IsrseWselle Lekrer. Z-iDchrist für die gesammten Jntereffen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich > Organ fur^den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- , Wittrven und -Waisen in Deutschland. M 20. Mainz, den 16. Mai 1867. Siebenter Jahrgang.) WSchmtlich 1 9iuiranrr. «ierteljährlicher AbonnnnentSpieis 27 kr. — '/« Thlr. Sri frankirter Alckendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu I Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter uni, Buchhandlungen an. Der Lehrplan für die jüd. Schule. Lonferenz-Arbrit für die konfeienz der Lehrer Rheinlands und Westfalen« zu ioamm am 12. und 13. Juni 1867. Bon Lehrer Oppenheim*!. -Lehrplan ist die wohl durchdachte, auf schulmännische Erfahrung fußende, übersichtliche Darstellung derjenigen! Grundgedanken, welche den Lehrer bei der innern und äußern Organisation seiner Schule, also bei dem nach pädagogischen Gesetzen zu verfolgenden Zwecke und Ziele des Unterrichts, : der Wahl und dem Maße, der Vertheilung und Behandlung des Unterrichtsstoffes, so wie bei der Wahl der anzuwendenden Mittel leiten sollen. Der Lehrplan ist für die Schule das, was die Verfaffung für den Staat. Der LectionSplan ist nur die Ausprägung dieser Verfaffung in einzelnen Gesetzen. Der Lehrplan ist das System, die Theorie, der Lectionsplan nur eine Tabelle über Vertheilung der Zeit. Der Lehrplan ist der Grundriß des ganzen Lehrgebäudes, in welchem selbst die allgemeine Methodik sowohl als auch die Methode jedes Unterrichtsfaches eine wohlerwogene Berücksichtigung gesunden. Der Lectionsplan dient nicht dem ganzen Gebäude, sondern nur einem Raume desselben. Die Verwechselung von Lehr- und Lectionsplan, d. h. wenn sich der Lehrer damit begnügt, nur für einen kurzen Zeitabschnitt, für eine Unterrichts station die nöthige Einrichtung zu treffen, würde für sein Ziel dieselben Folgen haben, wie wenn Jemand bei Aufführung eines Gebäudes immer erst einen Raum vob—» lenden und dann erst wieder weiter sorgen wollte. Als Grundriß muß er aber über Abschichtung der auf- und nebeneinander anzulegenden Räume, auf- und seitwärts führenden Gänge, über Beschaffenheit und Bearbeitung des *) Wir sind ersucht worden, vorliegende« Referat vor der Eonserenz zu veröffentlichen, da die« von der vor zwei Jahren stattgesundenen Eonser>nz also beschlossen wurde. Wir genügen mit Vergnügen dieser Aufforderung, ol wohl wir bi« jetzt von diesem Beschlüsse keine «enntniß hatten; bitten jedoch um Entschuldigung, daß wir um deffwrllen den bisherigen Leitartikel abbrechen müssen. Schluff wird später ü>lgen. Die Redaction. Materials, über Arbeitskraft und Arbeitszeit, dabei die muthmaßlichen Hindernisse wobl berechnend. feste Normen schaffen, um die game Veranlagung vom Fundpmente bis zur Dachspitze übersehen zu können. Fügen sich 'freilich abstrakte Vorstellungen I wie die des Unterrichtes und der bewegliche Geist der Kinder, nicht so leicht unteb die Hand des Lehrers wie iHoli un!d Stein unter die des Baumeisters, so 'st doch eine mist annähernder Wahrscheinlichkeit zutreffende Basis nicht^blos notbwendig, sondern auch denkbar. Nichts kann dem Gebeiben der Schule mebr hinderlich, dem Lehrer unerquicklicher sein, als eine, wenn auch noch so sorgfältige Vorkehrung aus kurze Zeit, ohne daß eine einheitliche Idee den ganzkn Organismus durchdringt; und das Experimentiren straft sich nirgends empfindlicher als auf dem Gebiete des Unterrichts. Ein guter' Unterricht erfordert also einen wohlgegliederten Entwurf, der eine ganze Schulzeueration umfaßt. In die etwa bedenklich . scheinende Stabilität muß der Lehrer selbst Leben und Bewegung bringen. Zu den wesentlichsten Anforderungen eines guten Planes gehört unter Anderm 1) die Darlegung des . innern Zusammenhangs jedes Unterrichtsfaches in seinem ganzen Verlaufe, 2) die spezielle Charakteristik der einander vorbereitenden und meinandergreifenden Curse mit Hinwesiung auf die einschlägigen Lehrapvarate und Lehrbücher, -s) die Feststellung der Unterrichtsziele, resp. eines Minimums 4) Rathschläge über die schwierige Kunst einer gleichzeitigen, die Fortschritte fordernden Beschäftigung aller Schüler, sowie 5) d!e leitenden Biotioe zur Combination mehrerer Jahrgänge zu einer Claffe. Die Schwierigkeiten bei der Entweisung eines Planes für die jüdische Schule können vom Fachmann nicht verkannt werden. Die jüdische Schule entbehr! zunächst wie jede Volksschule die zur Vollkommheit eines gedeihlichen Unterrichts nöthigen Factoren; dann bildet ste aber noch vermöge der an ste gestellten Anforderungen eine eigenthümliche Kategorie von Schulen. Durch die Nothwendigkeit des gleichzeitigen Zusammenseins aller Schüler des schulpflichtigen Alters, bis zu 40—60 an der Zahl, für die ein einziger Lehrer den Unterricht zu besorgen hat, ist ste Volks-Elementarschule; durch das hebräische Element ein Stück Gymnasium; durch rJ £_