Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 18 (2.5.1867)
- Date
- 1867-05-02
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und- Waise» in Deutschland. Spenden: Von einem Ungenannten durch Herrn Vogel in Altenkuwstadt fl. 3. 30; Ludwig Dann in Frankfurt ,*u Pesack" fl. &; zus. fl. 8. 30. GesammtsuMme fl. 116. 15. Jahrbücher: Strauß in Obermoschel fl. 7. 54; Sckwan in Obergiwpern 54'; Singer in Frankentbal fl. 1: 27; Kohn in DeiteSheim fl. 5; Kahn in Holzbausen fl. 2. 31; Nei iu Meerholz fl. 2 11; Herz w Jebenhausen fl. 2 15 Dann in Frankfurt a. M. fl. 1. 48; Eftasser in Edenkoben fl.-it. 54; Lebreckt in Birgen fl.'23. 2; Brandeis in Mönstadt fl. 2. .53; zus. 59. 49. Mitgliedexbeit"äge: 197 Lohn in Deidesbeim, 20) Stra ß in Grünstadt, 21) Alerander in O rigbeim, 22) Kränket in Grünstatt, 23) Hirsch iu NeckarbischofSbeim, 23) Elsafier in Etenkoben, 25) Ledrccht in Bingen, 26) BrandeiS in Wörrstadt, 27) Buchmann in Udelsdorf. Der Geschäftsführer, 3. Kktiugeustein. Anzeige. Wiöetn, Pentateuch etc. etc. Die Verlagshandlung der »Israel. Bibelgesellschaft" Louis Gerschel in Berlin hat mir die Agentur für die sämmtlichen Ausgaben der Bibelgesellschaft für das süd, westliche Deutschland übertragen, und ich habe diese Agentur im Interesse der Schule und des jüdischen Publikums dieser Kreise angenommen. Es können somit von jetzt ab alle Schriften dieser Anstalt, wie auch die andern in jener LerlagShandlung erschienenen Schriftenzu Originalpreisen und unter denselben Vergünstigungen (10 % Rabatt und bei -10 Exemplaren 1 frei) ' wie von der Verlags Handlung selbst, von mir bezogen werden. Auch find bei mir die anderen Verlagsartikel Louis Gerschel's, insbesondere »Sachs Machsorim" (9 Bände, schön gebunden zu 6 Thlr) stets vorräthig. Briefe und Gelder erbitte franco. Bei Bestellungen über 5 Exemplaren vergüte ich eineu Tbeil des Portos J. Klingenstein. in. Ocernheim in Rheinheffen. . hreiv'Di ,->"2 C’*pj Dn”m »Und ihr sollt rein sein vor Gott und Israel." Ist auch jeder Mensch Herr seineeigenen Willen- und ~ über sein Tbvn und Lassen außer seinem Gewesen und seinem Schöpfer höchstens noch seinen Vorgesetzten Rechenschaft schuldig; so liegt eS doch in der Natur der Sache, daß eS Niemanden, der eine Stellung einnimmt oder eine solche eingenommen hat,!gleichgültig sein kann, welches Urtheil -von seinen nahen und eruen Bekannten über ihn gefällt wird. Nun dürste vielleicht Mancher meiner früheren Bekannten und College» es auffallend finden, daß die Stelle eines ReliaiouslehrerS bei hiesiger Gdmem'e ausgeschrieben ist. »Wie" — so dürfte vielleicht Einer oder der Andere ftazen — „hat Sonnenberger «userer gemeinsamen Sache den Rücken gewendet? ist er müde. daS heiligt Feld, die Religionsschule, mit bauen zu helfen? stöhnt er auch dem Götzen .Materialismus," um desfentwillen er die heilige Sache verläßt? Um nun solchen Voraussetzungen zu begegnen, sei es mir gegönnt, in d. Bl. meine» Rücktritt einfach und kurz zu motiv,ren. Daß ich mit Lerv und Seele dem so heiligen Beruf anze» hörte, der mir auch während einer 33jährigen Prarrs, trotz vieler, ja unsäglicher Widerwärtigkeiten lieb geworden war, und daß ich niebloS Die 73p7nJO 7j?, sondern um der Sache selber willen noirP in dem Weinberg deS Herrn gearbeitet habe, daS könnte ich durck manches schöne. ehrende Jeugniß meiner Vorgesetzten Nachweisen: daß iw ferner bemüht war, unserm Stande, nach meinen schwachen Kräften nützlich zu sein, daS wird mir auch die Redaction d. Bl., d-r.n Bestrebungen ich möglichst zu unterstützen suchte, gerne bezeugen. Doch 7tll2 'Fli 72,->. In einer andern Umgebung alS die, welche nun seit 26 Ja)ren meine nächste war, hätte ich vielleicht mehr Anerkennung sür meinen guten Willen, meine eifrigsten Bestrebungen und aufopfernden Bemühungen gefunden. Doch darf ich nicht verschweigen -ine zweisaee Sünde, die ich auf mich geladen: ich habe dem Reichthum niemal» ghuldigt und indem ich meine Unabhängigkeit als höchstes Erkengut betrachtete, babe ich. analog der Bibelstelle 2v2 i'Nvi ,Ui» sran xb, es verschmähet, dem Mammon mich zu tücken' Habe ick mir's doch lieber gefallen lassen, daß mir alle vertragsmäßig anzusprechenden DienfigefäUe, bis auf ein ganz winziges Firum entzogen wurden und suchtelieber auf andere erhabene Weise den Erwerb für meine Familie zu erweitern. Ich, der ich von Kindesbeinen an »gelernt," dem alles Mercartilische stemd war, und der ich heute noch lieber den “ny inpr als meine Geschäftsbücher turü blättere — ich wurde mit oller Wuckt, ohne daß ich'S wollte, in das Geschäftsleb n hineingcdrängt, weil es rinerieits die Eristerz meiner Familie und and.rsei's ein geschmälertes Dienfleinkcmmen, schon bevor ich den Gedanken an «in Geschäfte hatte, zur Nothwendigkeit wachten. Nun trat n aber' Bei bältnisse ein, die mir die Alternative stellten: entwed-r ein Ge'ckäst, das die Haupterist-nz meiner Familie geworden war, aufzvgeben — oder einem mir lieb gewordenenBeruf, wenn auch mit blutendem Herzen ru entsage^. Rach langjährigem schweren Kompsmußte ich mich zu letzterem entsch ließen. Ein Mehreres über jene Verhältnisse rder deren Details in die Ocffcntlichk'it zu bringen, balte ich nicht für ersprießlich, eirmol weil es nicht d.n Anschein Halen soll, als wollte ich Bewerber abschrecken und dann auch aus den; Grunde^pliil'Dp p« mtpa und würde ich, wenn der Fall an mich herankäme, jede israelitische Gemeinde^ also selbst die hiesige, in Schuh nehmen. Nur Ein» sei mir gestattei zu erwähnen, weil das Eine, ohne allen Commentar, genugsam zu meiner Rechtfertigung spricht: qlS ich vor 2 Jahren die in d. Bl. veröffentlichte Eollecte für den »Verein" veranstaltete, wobei es sich zeigte, daß mein moralischer Einfluß bei meiner ebrist. Mitbürgern ein nicht geringer sei, da war ein einziger Israelit — aus persönlicher Freundschaft — auf der Liste, stn p:e! Euch aber meinen nahen und fernen Amts- und LeitenStrüdern, Euch nach wie vor meinen herzlichen collegiaüschen Gruß! Ick hatte Euch angebört", ich gehöre Euch noch an, und ist auch meine Echaar eine der geringsten in Menasche, so werde ich loch nicht ermangeln, so viel es meine schwachen Kräfte zulassrn, für die Kräftigung dieses noch lange nickt genugsam anerkannten Standes zu wirken. Eamberg im Monat Adarscheni 5627. S. Sonnenberger. Verantwortlicher Redactmr: I. Klrngenstein in Ldernheim in Siheinhefim; Selbstverlag der Redaktion. Für dm Buchhandel: in Coinmifsion bei Läkar Leiner m Leipzig. — Tamps^chnellprefimrduck von I. Gottileben in Wainj.