Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 18 (2.5.1867)
- Date
- 1867-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelitiseke Iekrer. Zeitschrift , für die gesammten Jnteresien des israelitischen Lehrerstandcs und zugleich Organ für den Berein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lchrer- Wittwen und -Waism in Deutschland. JVf 18. Mainz, den 2. Mai 1867. (Siebenter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Rumtner. Vierteljährlicher Slbonnementspreis 27 kr. — 1/4 Thlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr . Anzeigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bcflellungm nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Slellnng und Aufgabe des isr. Lehrers in den kleinen Gemeinde«. Von L. R. (Fortsetzung.) Was der Rabbiner in den größeren Gemeinden ist, soll der Lehrer in den kleineren sein — und dieneben seiner Ausgabe als Volksschullehrer. Er hat fast dieselben Verbindlichkeiten, dieselbe Aufgabe im kleinen Kreise. Tie Förderung deS religiösen Lebens durch Schule und Synagoge liegt zumeist ihm ob, hängt von ihm ab. Der Rabbiner wird, bei manchen Hemm nisten, die wir bereits ovdeuteten, doch aueb wieder von gewissen Voraussetzungen unterstützt, die dem Lehrer mangeln. Während der Rabbiner eine „höhere" Autorität und AmtSwürde als selbstverständlich beansprucht, die ihm dann auch oft gerollt werden, wenn nur seine persönlichen Eigenschaften und seine gelehrte Bildung hierzu rrgend ein Nicht geben, fehlen dem Lehrer diese Voraussetzungen und er muß sich Alles vorerst erwerben. ES fehlt ihm die Kraft, die anerkannter AmtSautorität iunewohnt, es fehlen ihm oft die Mittel, die Zeit, der Muth zur genügenden Aus- und Fortbildung (?) und darum die Begeisterung (??), es fehlt ihm sehr viel, was er nothwendig hoben müßte (und hoben mußl Red); was zu einer segensreichen Lehrxrwirksamkeit so ncthwendig ist, wie die Luft den lebenden Wesen. WaS iß da zu thun? Ter Lehrer darf auch bei den traurigsten Verhältnissen, die ihm oft entgegenstehen, nicht verzweifeln, die Hönde nicht müßig in den Cchooß legen, er muß zu wirken suchen, trotz alledem, er muß sich das Röthige zu verschasten suchen durch die Kraft der Begeisterung, welche die richtige Austastung der Berusspflichten erzeugt. Er muß sich und seinem Berufe die unumgänglich nöthige Achtung, Mittel zu seiner steten und unbegränzten Vervollkommnung, Anerkennung für seinen Berus, für seine Kenntnisse und sein Wirken erwerben, erarbeiten. Das Amt des Lehrers war lange ein mißwe, n nicht oft gar verachtetes, dem sich noch dem Alltags-Urtheil nur solche widmeten, die zu anderem Berufe untauglich waren. Trauriges Verhängniß, daß dieses Vorurtheil nicht inimer ein solches war, sondern leider nur zu oft auf Wahrheit beruhte; daß noch heute nicht alle Lehrer es begreifen, wie viel davon abhängt, dieses Vorurtheil gänzlich zu zerstören, daß die Verhältniffe es verschulden, daß noch so mancher Lehrer (?) geduldet werden muß, der jenes Vorurtheil als nicht ganz unbegründet erscheinen läßt, der den Ehrennamen „Lehrer" entweiht. Der Lehrerstand darf nicht mehr daS bleiben, was er bis jetzt war. Ein Band, das^alle verbindet, muß zugleich die unwürdigen Glieder immer mehr verschwinden machen. .-Im Anfänge war das Licht, und Licht war des Allmächtigen erstes Gebot. Die Lehrer in Israel sollen daS Gotteslicht in ihren Gemeinden verbreiten und darum muß sich de-selbe in seiner Gemeinde verschasten 1) Achtung für seine Person, seinen Stand, sein Amt und seine Wirksamkeit; 2) Einen gesegneten Wirkungskreis; erhöhten Einfluß auf alle Anstalten der Gemeinde. — I. Der Lehrer schasse vor AllemAchtung seinem Amte, seiner Person und seiner Wirksamkeit. Das ist keine leichte Aufgabe, und nur dem möglich, der ein Lehrer im echten Sinne der Worteist. Darum verlangen wir vor Allem, daß sich nur. solche dem israelitischen Lehreramte widmen, diesichinnerlich dazu berufen fühlen. Darum ist. es unbedingt nothwendig, daß nicht, wie bisher, derjenige sich diesem heiligen Amte widmet, welcher zu einem anderen Berufe nichts taugen würde, wodurch leider! oft das Amt des JudenlehrerS bei Juden und Nichtjueen zu einem verachteten geworden ist. Der jüdische Lehrer muß sich aus freiem Antriebe, aus Liebe zum Lehramte seinem heiligen Bermfe gewidmet taben Sein Berus muß ihm die Quelle seiner Freude, seiner Beseeligung sein. Er darf nicht» Höheres kennen als seinen Wirkungskreis; er muß fein Amt desto mehr hochschätzen, je mehr es andere unterschätzen. Er muß mit freiem Bewußtsein seine Kräfte und sein Leben zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschheit dem heiligen Dienste weihen. ES darf ihm des LehrerstandeS Begeisterung, Glauben- und Opfermuth nicht fehlen. Und sonach rüste er sich aus mit geistiger Kraft, mit