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Der israelitische Lehrer · 1867-04-11 · 15 (11.4.1867) · p. Seite 60

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
15 (11.4.1867)
Date
1867-04-11
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 schmacklvse und Widrige. In der Synagoge, die er während edier Zeiträumevon drei oder vier Jahren besuckt, am fremden Platze, bildet oder verbildet sich sein Geschmack, und er trägt ihn hinein in die Kreise seiner Wirksamkeit. Schreiber diesehat diese Wahrnehmung an sich selbst gemacht. Für len Lehrer und Prediger aber ist eS von noch größerer Wichtigkeit, daß dem Zöglinge Gelegenheit gegeben werde, von Zeit zu Zeit musterhafte Kanzelreden zu hören, Einrichtungen, die nur in Gemeinden vo« bedeutenden Kräften angctroff-n werden Hinfichlich der Erfolge verweise ich auf die Zöglinge des BreSlauer Seminars. D>e Reorganisation hat hierauf um so mehr Rücksicht zu nehmen, als auch die Stellung des Lehrers durch ferne Öualificrtiou wesentlich bedingt wird und die Anforder.ungen der Gemeinden nach dieser Richtung bin unleugbare Thatsachen sind. Wir wende« uns hiermit zunächst an die Kommission, durch einen Nachtrag zum Statute diesen gerechten Wünschen geneigte Rücksicht tragen zu wollai. Dann aber an all' unsere würdigen Kollegen, ocklen Einfluß' geltend zu machen, daß die gute Sache ia bester Weise ihre Lösung finden und intellectuell und materiell kräftig unterstütz: werde. Lehrer Oppenheim. London, 20. März. Im Unterbause lenkte,Herr Sir F. Goldsmid die Aufmerksamkeit des Hauses auf die traurige Lage der Juden in Serbien, die fortwährend noch rarbari- Sn Verfolgungen, ausgesetzt seien, und fragt den Staats!ecret2r Auswärt'gen ob in Folge der Korrespondenz der englischen Regierung mit Serbien eine Hoffnung verbanden sei, daß die serbische Regierung ihren jüdischen Untertanen eine bessere Behandluna angedeihen lassen werde. Lord Stanley erwidert, er sei g wiß, daß daS HauS einstimmige und aufrichtige Evmpathie mit den serbischen Juden fühle, und wie Jedermann zugeben werde, habe die englisch« Regierung ein moralisches R-ckt, der serbischen Rath zu erteilen. Es laste sich, wie er fürchte, unmöglich leugnen, daß daS BeNebmen Serbiens gegen die dort lebenden Juden weder eines christlichen noch überhaupt eines civilifirten Gemeinwesens würdig sei; inteß glaube er, daß die Schuld viel mehr an den Vorurtheilen und der Bigotterie des Volke-, als an den schlechten Absicht n der Regierung v. n Serbien liege. Die englische Regi rung werde wie überall, so auch in Serbien, ibren Einfluß in ruhiaer-und unaufdringlicher Weise für die Sacke der Duldung und Menschlichkeit aufbieten. D.r Fürst von Ser ien sei im Begriffe', Konstantinopel zu besuchen, und w nn die dortigen Juden ihm eine Denkschrift zu Gunsten ihrer Glaubensgenossen überreichen wollten, werde dieselbe vom briti'Len Gesandten nachdrücklich unterstützt werten. Hr. Layard benütz: diese G-lcg-mb >t. um Zeugniß für die Duldsamkeit und Gercchtigkctsliebe. der Türken abzulegen. In Krnstantinepel, sagt er, wo es viele Juden gibt, haben manche sich zu großer Woblhabenbeit und Regierungsanstellungen aufgeschwungen. Digroßen Feinde der Juden in der Türkei sind nicht die Mobamedaner, sondern die Kbristen: und sie sind cs nickt aus HandelSreid, wie man geglaubt bat, sondern aus Bigotterie. Ich tlaube, eS wäre den Juden unmöglich in Griechenland zu leben. Läbrend der kbarwocke wüsten die Juden sich in ihre Wch- »nn'en-rinschließen; denn wenn sie sich auf der Straße zeigten, würden sie Gefahr, laufen, zerrissen oder in einer andern schrecklichen Weise umgebracht zu werden. Dich ist sogar in Smyrna der Fall, wo die eine christlich! Gemeinde die civilisirteste der Orients ist. In Jerusalem mästen während der kharwoche die türkischen Truppen Ordnung' kalten und daküsörzen, daß die Katholiken und Griechen einander nicht die Hälse brechen. (Lachen.) Ueberall aber, wo eS Juden gibt, nimmt der türkische Gemeinderath jüdische M tglieder auf, und in gewisten Provinzen der Türkei find Inden, Christen und Mohamedaner gleich» mäßig vertreten. Hoffentlich wird die Verhandlung oieses Abends bis nach dem Orient dringen, und sowohl die Griechen wiedie Serben werden erfahren, daß sie nicht auf Unterstützung rechnen dürfen, so lange sie Andersdenkende verfolgen. (Hört! Hört!)_. _ (g. 3.) Anzeigen. £: Ullterstjitzmlgsverriil. Wir wünschen einen geeigneten Kolporteur anzustellen, der zum Pertriebe unserer Vereinsschriften reisen würde. Vortheilhafte Bedingungen werden zugesichert, und ein guter Verdienst läßt sich erwarten. Baldige Meldungen franco an den Geschäftsführer des Vereins J. Klingeiistein in Odernheim in Rheinhesten. ■p acan z. Durch einen Ruf unseres Lehrers Herrn Knttnauer nach Baltimore, wird unsere Religionslehrer- und Carr torstelle mit dem i. März d. I. vacant. Der fixirte Gehalt beträgt fl 400, sowie weitere fl. 50 als Wohnungsvergütung Nebengefälle nicht unbedeutcrd Rcflectircnde wollen ihre Anmeldungen frankirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten alsl alb machen. Musikalisch gebildete, sowie, solche, welche befähigt sind, deutsche religiöse Vorträge zu halten, werden bevorzugt. Seligenstadt b. Franks, a. M. d 24 Febr. 1867. Für den Vorstand der israelitischen Gemeinde: M. Wacharach. Einen K.nei'oen von 11 bis 12 Jahren wünsche ich noch zu meinem eigenen einzigen Kinde und meinen! Neffen von gleichem Alter in mein Haus aufzunehmen. um denselben gemeinschaftliche j Erziehung und Unterricht in allen Schulfächern, in der Re-! ligion und im Hebräischen, in französischer und englischer! Sprache u. s. f zu ertheilen. Auch vorzügliche Gelegen- 1 heit zum Klavierunterricht im Hause ist geboten. Vorbil-! düng zum kaufmännischen Fache, reale Bildung, sorg- ' samsle Pflege. Billigste Bedingungen. Kollegen, die mir einen solchen Knaben empfehlen, würde ich nach Möglichkeit mich dankbar erweisen Meldungen baldigst an I. Klingenstein, in Odernheim in Rheinhessen. Hierzu eine' literarische Beilage von der C. F. Winter'schen Verlagshandlung in Leipzig und Heidelberg. LeranNvortlicher Sietiacteur•: I. klingen frein in Odernheim in Rheinhefirn; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: Lommifiion bei Oskar reiner m Leipzig. — Tampf-Schnellprestenrduck von I. Gottsleben in Mainz. m

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