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Der israelitische Lehrer · 1867-03-21 · 12 (21.3.1867) · p. Seite 48

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
12 (21.3.1867)
Date
1867-03-21
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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48 dem hiesigen Bürget und praktischen Arzte, Hrn. Dr. med. Stein, in Anerkennung seiner verdienstlichen Leistungen in dem jüngsten Feldz^e,. we cken derselbe al- Oberarzt mitmachte, die golden« Milnär-Verdienstmedaille zuerkannt. Dieselbe wurde dem Betrefienbm heute Morgen von dem älteren hiesigen Bürgermeister überreicht. (Dr. Sig. -Theodor Stein ist Israelit — Soin teS Herrn Dr. Leopold Stein allhier.) Köln, 4. März. Die Herren Banquier Eltzbacker haben ein sehr bedeutende- Kapital zur Gründung eine- Asyls für Arme, Kranke und Hülstose bestimmt. Wir halten diese Idee für eine viel glücklichere als die Bestimmung des ganzen großen Baueaupitalfür die Errichtung einer Synagoge zu Gunsten der großen und reichen Gemeinde Köln'-. Diese hätte wenigstendaher ihrerseits eiri entsprechendes Capital ju anderen Zwecken im öffentlichen Jntereffe Israels und des Judenthumbestimmen solle». Aber das Jntereffe der Gemeinden, wie der Einzelnen in ihnen geht heutzutage selten über das ihreengeren und engsten Weichbildbinaus. Man erkennt dieauch an der Seminarsrage unserer Provinzen, welche zu stecken scheint, so daß dadurch die s. g. orthodore Gegenpartei wieder Oberwasser zum Treiben ihrer Mühle zu erhalten sich einredet. Uederhaupt aber ist in unseren Tagen durch die allgemeine materielle Richtung der Zeit der Sinn für die geistigen und wifsensckaftlichen Interessen des Judenthums geschwächt worden. Der Sinn ist üverall ein äußerlicher. Ecköne Svnagogen will man haben, gegen die Art de-- EultuS und der Predigten darin ist man gleichgültig. Gute Sänger a's Ehasonim finv Bedürfniß, gute Lehrer nebensächlich,' Darunter leidet denn auch die Eeminarsrage, wie die Angelegenheit der Lehrer überhaupt. Erstreckt sich aus diese doch sogar nicht einmal die sonst so rege »jüdische Liebevulgo rrjom, wovon der Eingang unsereheutigen Berichts Zeugniß gibt. Die Lehrer find überall auf Selbsthilfe angcwiesn. Lesen wir doch in den Blätt nt, daß sich nach Art unsers »deutschen Verein!- auch jetzt von Odeffa aus ein solcher unter den L.ebrern der süd-östlichen Tbeile des r»ssischen Reichs zur gegenseitigen Unterstützung gebildet hat. Aus Ungarn im Februarfe Herzen der Ungarn pochten höher bei dem bloßen Nennen des Namens unserejetzigen Eultu-ministers EötvöS. EötvöS, der unstreitig zu den vorzüglichsten Männern de- Vaterlandegehört, vereinigt in sich eine solche Fülle vcn Fähigkeiten, daß sich unter seinem Regime auch für das Gedeihen der ungarisch--israelitischen Schule daS Beste hoffen läßt. Die Inden Ungarnsind weder aus einem Guffe gegossen, noch in zwei Parteien a theilt. wie diebei Ihnen der stall ist. Ber unS gibt es Ehässtdaer, Aufgeklärte, Reo'ogen, Orthodore, Hierrorthodore u. s. w. u. s. w., ein Durcheinander von Seiten und Parteien, daß es einem bange wird; und unter allen diesen sind wir Lebrer. die Juden der Juden. Und doch kann nur «ine Autonomie auf breitester Grundlage dem jüdischen Schulwesen Ungarns aushelsen und ein Ministerium EötvöS dem Treiben ein Ende machen (?) Wohl bat die hohe Regierung Gutachten über die Auflöfung der katholtscken Inspectoren de« jüdischen Sckulen gegenüber gefordert, wohl hat man in den Gemeinden im Aufträge der bestandenen Etatthalterei. überdie Ferienzeit Berathungen gehalten; war aber eine jüdische Landesbebörde po Händen, welche ihr berathend zur Seite stand, welche sich unverhohlen über 4en traurigen Zustand, unserer Schulen aussprach? Wobl hat sich in Pest" ein Landeslehrerverein orgaaifirt; hatte aber dieser Verein bei Betatbung feiner Statuten auch die Verhältnisse der Landeslebrer berücksichtigt, hatte er eS für gut gefunden , die Lardeslehrer zu hören,, respektive ihre Stimmen zu vernehmen? Wir find weit entfernt davon, mit den sehr geachteten Männern, die an der Spitze deS Vereinestehen, zu polemisiren , ist aber biheute etwa-geschehen, fragen wir; und wäre nicht bei weitem mehr geschehen, hätte man auch die Landlehrer berücksichtigt? Kan» das ungarische Israel mit der Organiflruog seiner Schulen so lange warten, bidie Reibe an die JSraeliten, ob der Masse der staatlichen Fragen, kommt? stiem und abermals nein. * Seine Aufgabe ist, so bald almöglich eine Versammlung von Schulmännern und unabhängigen Intelligenten nach Pest zu benrfen. Und hierzu ist Nremand mehr geeignet, als der ungarisch israelitische Verein in Pest, um dort anzufangen, wo die Lehrerconserenz im Jahre 1862 stehen geblieben. Denn wenn wir auch die Bestrebungen des allgemeinen Lehrervereinin Pest Keineswegs ignorrren, so wollen wir doch, daß diese vom Geiste «er Magyaren, von sämmtlichen Lehrern der Nation getragen werden. Gleichzeitig sollte ein Bittgesuch, ausgebend von sämmtliichen Gemeinden deS Landebehuf- Autonomie in Schulangelegenheiten an den Landtag abgehen. Wa» wäre da nicht allezu erwarten und durchzuführen! Ist doch der Boden ein fruchtbarer, da- Volk ein geistreiches und bei gehöriger Berücksichtigung seiner Vorurtbeile Alleausführbar. — Doch ich weiß nicht, ob ich mit diesen allgemeinen Betrachtungen nicht Jbre Leser langweile, darum für heute ei» Lebewohl. I. I. Rosenmayer. Anzeigen. ReligonSleheer-- 'Morsieter- & Schächtersteüe. Die hiesige israelitische Religionslehrer- Vorbefer- und Schächterflelle ist erledigt mit einem . garantirten Geholt von 400—450 fl. Reflektirende wollen ihre Anmeldungen frankirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten bald machen. Frone ns darf b. Bamberg, den 12. März 1867. N. Rolisen, ■ CultuS - Vorstand. f a ( a n 5. Durch einen Ruf unseres Lehrers Herrn Kuttnauer nach Baltimore, wird unsere Religionslchrcr- und Cavtorstelle mit dem 1. März d. I. vacant. Der fixirte Gehalt beträgt fl. 400, sowie weitere fl. 50 als Wohnungsvergütung 'Rebengesälle nicht unbedeutend. Reflectirende wollen ihre Anmeldungen frankirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten alsbald machen. Musikalisch gebildete, sowie solche, welche befähigt sind, deutsche religiöse Vorträge zu halten, werden bevorzugt. Seligenstadt b. Franks, a. M. d 24 Febr. 1867. Fiir dr« Vorstand der i»rarlitischra Gemeinde: M Aacharach. Lcramworiucher Revacreur: I. Nltngenstein in Odernheim in Rheinhesten; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Lommist'ion bei Oskar Leiner in Leipzig. — Tampf-Schnellprestenrduck von I. GottSleben in Mainz.

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