Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 10 (7.3.1867)
- Date
- 1867-03-07
- Page
- Seite 40 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Heidelberg, 5. Jan. Dieser Tage fand in dem naheliegenden Orte Leimen eine schöne-seltene Feier statt: der dortige israelitische Lebrer Maier feierte sein bOjähriges Dienst« jabiläum, unter V et Heiligung der ganzen israelitischen Gemeinde. Um 1 Uhr versammelten sich di« israelitischen Einwohner mit dem Gemeinderath und dem Bürgermeister an der Spitze, die evangelischen Lebrer be»-Orts und mehrere auS der Umgegend in der Svnagoge, wohin der Jubilar von dem Bezirksrabbiner Fürst und dessen Sohn, Rabbiner Fürst aus Baircuth, begleitet wurde. Beide hielten sodann an den greisen Jubilar Ansprachen, in welchen sie testen Verdienste und guten Leumund bervorhoben, wodurch er sich allgemeine Achtung und Liebe in der Gemeinde erworben habe. Stach beendigter kirch- Ucher Feier wurde der Jubilar in seine Wohnung begleitet, woselbst rb» namhafte-Geschenke, von der israelitischen und politischen Gemeinde Leimen, sowie den israelitischen Gemeinden Rohrlach und Sandbaosen überreicht wurden. Bon dem israelitischen Oberrath erhielt derselbe ein Ehrengeschenk von 10 Du- . katen. Um 2 Uir versammelte sich der größte Theil der Festj theilnehmer im Gasthaus zum Bären bei einem einfachen Mahle, woran fick auch ändere Bewohner des Orts und der Bürgermeister aus St. Ilgen bethriligten und bis zum späten Abend j in schönster Eintracht verweilten. ' ' Äclit, 22. fttbx: Die Inden haben für ihre Freunde j ein gute- Gedächtniß Bei der Reichstagswahl dahier haben sie! meistens für den Eandidaten der katbolischen Partei — Stadt» : Pfarrer Thisse» aus Frankfurt — gestimmt. Eie haben es nämlich nicht vergessen, daß Thissen im Jab re 1835 in der Debatte der Abgeordnetenkammer über die Petiticn des Rittergutsbesitzers Friedländcr ganz entschieden ihre Rechte in Schutz nahm^ Lüneburg, 13. grtj. Die Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu Hannover haben nach vorgäng-ger Beratbung und im Einvcrständniß mit dem Landrabbiner Dr. Meier alle Svnagoqengemeinden devormalige» Königreichs Hannover durch Eirculari'chreiben anfgesordert, bei dem königl. StaarSminifter in Berlin, event. bei dem Könige selbst in einer Gesammtpetition zu beantragen, daß ,1) die verfassungsmäßige Gleichberechtigung der hanuvver'schen Juten in allen ihren Eonsequenzen erhalten bleibe und iactisch dürckgesührt w.rde, 2) daß in dem Armenwesen der hgnnovch.'scheu Juden, wie rn den Beiträgen zu den christlichen Schul- und Ki'chenlaften, da hier rock einzelne Abweichungen im Principe befteben, ebenfalls sactische Gleichberechtigung berbe-gkrührt rqerde, 3) daß die innere Organisation des jüdischen Synagogen- und Schulwesens als berechtigte Eigentbümlichkeit 5er bannover'scken Juden urtcr stcatlicher Leitung utid An»rkenr-ung erbalt.n werden möge, 4) daß fernerweit mindestens '»•( •*» Tbaler aus Staatsmitteln für das jüdische Syna-ogen- und. Schulwesen Hannovers bewilligt werden, 5) daß die hannvver'sche Bildungsanstalt für jüdische Lehrer sernerweit unter staatlicher Anerkennung, Leitung und Beibülfe erbalten werden möge, .6) daß der Eid more judaico in keiner Weise hier wieder ring,führt werde, 7) daß, so lange nicht für alle Staatsbürger die obligatorische Eivilehe eingeführt, .die Schließung der jüdische» Ebe wie bisher volle staatliche und bürgerliche Gültigkeit bebalte,' ") daß die Führung der Civilstandsregister, insofern - sie 'nicht überall besonderen Beamten übertragen wird, auch ferner den Vorstehern der Eynaxogen-Gemeinten verbleiben möge. — Die ,Ztg. f. Norddtschl." glaubt nickt, daß die Gemeinden dieser beabsichtigten Petiticn in allen .ibren Tbeilen znstimmew werden. (Wir auch nickt. Red. d. Jsr. Lehrer.'). — In Szegedin (in Ungarn) war eS beinahe aus Freude über die Wiederherstellung der ungarischen Verfafiung zu einem Judenkrawall gekommen. Mehrere geachtete israelitische Persönlichkeiten wurden insultirt. Anzeigen. Lvlißiollslvdrer- & Vorbeten teile. Die hiesige israelitische Aeligionslehrer- und Vorbeterftelle, mit einem Geholt von 300—400 il. nebst Nebeneinkünsten ist vacant. Qualifizirte Bewerber wollen sich gefälligst an den Unterzeichneten portofrei wendin. Ca m berg (Nassau), den '.6. Februar 1867. Leop. Friedmann. Vorsteher. a c a n z. Durch einen Ruf unseres Lehrers Herrn Kuttnaurr nach Baltimore, wird unsere AekigionskeHrer- und Kanlorftell'e mit dem 1. März d. I. vacant. Der fixirte Gehalt beträgt fl. 40 0, sowie weitere fl. 50 als Wohnungsvergütung. Nebengefälle nicht unbedeutend. Reflectirende wollen ihre Anmeldungen srancirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an' den Unterzeichneten alsbald machen. Musikalisch gebildete, sowie solche, welche befähigt sind deutsche religiöse Vorträge zu halten, werden bevorzugt. Seligenstadt b. Franks, a. M. d 24 Febr. 1867. Für den vprstaud der israelitischkn Gcmcindc: JH» Macharaciiu In unserem Verlage erschien soeben: Der Sprachunterricht in der Volksschule. 1 Ein Beitrag zur sachgkmaßrrrn Gcstaltung drfiilbrn. Von $ e o t a c£ u ä. 12-/2 Bogkn groß 80. Preis fl. I. od(r >8 Nor. Wiesensteig, 18. Januar 1867. Schmid'sche Bnchbandlung. l-sbirsr-Ossucii. Tie israelitische Gemeinde zu Flörsheim a. M. sucht einen Lehrer (ledig), der zugleich Vorbeter- und Schächterstelle versehen kann. Die Einkünste belaufen sich aus^ circa 460—450 fl. Gef. Offerten sind dorthin unter Adresse der Vorstands M. B. Kahn daselbst ,u richten._ Briefkasten Herr S. in V. und M. V. in A. — Erhalten! Im nächsten Blatte 2. Vereinsliste. LeeanNrortliebek Redactnzr: I. stlingenstcin in Ldernheim in Rheinhdfien; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: in EonimMion bei Csitt deiner m Leipzig. — Dcmps-EchneUpresienrduek von I. Gottsleben ln Mainz.