Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 3 (17.1.1867)
- Date
- 1867-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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sraetitiscltc Lehrer. Zeitschrift für die gesammten Jntereffen des israelitischen LcHrerstaiides und zugleich Organ für den Perein zur Unterstützung hilfsbedürftiger ifraeliti j ' Witlwen und -Waisen in Deutschland. ch»r Lehrer, Lehrer- J\§ 3. Mainz, den 17. Januar 1867. (8i ebenter Jahrgang-.) Wöchentlich I Rümmer. Vierteljährlicher Abonnementtzpreis 2? kr. ---- iU Thlr. Bei frankier er Zusendung i ‘ Anzeigen zu 1 Cgr. die Petitzeile. Bestellungen nehnrcn alle Postämter und Buchha nter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. rdlungen an. Mehr Schatten als Licht. Ein Erzichungsgrundsatz. (Schluß.) Co hhkkn auch die philosophisch durchgebildetkn Ralbinen in der germanischen sowohl als besonders der spanischrn das größte Licht der Synagoge, der zweite Moses an der Spitze, — Gesitz ünd Lehre geistig zu durchdringcn und ihre erleuchtende, läuternde und heiligende Kraft aufzuweisen stch angelegen, sein lasten; - wäre hier der Ort dazu und es nicht ohnehin hinlänglich bekannt, wir könnlin fß' mit Hunderten von Beispielen belegen. Mußten wir daher den ForschungStrieh auf dem religiösen Gebiete in unserer Zeit für mrderbenstistcud erklären, das Judenthum hält? schon längst vnd-.n.or Jahrhunderten an ihm zu Gr rr.de gehen müssfn, und „liegt in uns der Drang, dem Lichts uns zuzuwend^n, will unser Geist sonnenhast hell scheiß was ihm die Religion befiehlt/ auf die Gefahr hin uns „Ruhe und Frieden zu rauben/so ist es uvsers Pflicht, ihm willig zu genügen, denn nur durch rüstigen Kampf und angestrengtes Ringen wird der Sieg erstritten, und mit verbundenen Augen können wir nimmer „des Sonnen lichts uns freuen." Weit entfernt daher, denselben in uns, unseren Kindern und Jünglingen (um mich der hieibei üblichen rabbinischen AusdruckSwcise zu bedienen) mit so ge»' brechlichem Rohr zurückzustoßen und zu ersticken, wie es der Redner zu thun beflissen ist/) werden wir, Väter und Mütter, Lehrer und Erzieher, im Gegentl eil ernstlich darauf bedacht sein müssen, die bei unseren Vorvätern ob ihrer im mer gesteixerten traurigen niateriellen wie geistigen Lage (und diese allein und nichts Anderes ist der wahre Grund, warum sie in blindem Gehorsam alles Ueberkommere, Mosaisches wie Traditionelles, Sinnreiches wie bloß dem *1 Tcs alte Glcichniß von der Sonne seirohl als der von McseS hcrbciaezogene Beleg saßen eines wie tet andere augensedeinlick nur so viel, daß es dem Meniebcn versagt sei, jn s innerste Wesen Gottes den GetsteSblick zu senken, niel-ts weniger akicr als daß er Seine Gebote zu verstehen unfähig und dahin zu streben ihm untersagt sei. / ' Aberglauben seinen Urtynmi Verdankendes mit gleichem Eifer befolgten) — die bei t nseren Ahnen darob herrschend gewordene Sellstlosigkeit uid unbedingte^ Autoritätsgläubigkeit in uns selbst und als rann eben'o in d.m nachwachsenden Geschlechte — das uts mit der Frage: Warum? wozti? in heutiger Zeit am wenigsten verschonen wird — durck gediegenes Selbstbewl ißtscin, einsichtige Erkcnntniß, von den Ergebnissen jüdischer Geschichte und Wissenschaft durchleuchtetes Erfassen aller ritualen Vorschriften zu ersetzen. Rur dann treten die e den übrigen Messungen der - Religion, welche die gtite Sitte, allgemeine und besondere Liebe zu den Nebenmenschen, Wahrheit, Gerechtigkeit und jede sonstige Tugend zu ib em Gegenstände haben, ebenbürtig zur Seite, indem ja die Befolgung der letzteren, wie schwerlich heute Jemand im Ernst chestreiten dürfte, ihren hauptsächlichsten Werth in der lichtvollen Ueberzeugung von ihrer Heilsamkeit, Beielizung und Erhebung, und dem so erzeugten, freien, aus rollern Herzen hervorquillenden Entschlüsse ihnen nachzuleben und nimmer von ihnen abzulassen, hat hiermit aber ich nickt'e:n gewohnheitsmäßiger, mechanischer und kneötischcr, sondern nur ein ebenfalls aus bester lleberzeugun > und freiem Antriebe beruhender Gehorsam gegen die speziell religiösen Gebote in Harmonie befindet. Alles dies üer kurz Angedcutete in innigster Verbindung und in de ■ gedachten Art und Wesse erworben, ersaßt und erhaltet, bildet das wahre, echte Judenthum, in dessen Festhaltt ng und Dethatigung. allein der Israelit seine, von Gott ihm gestellte Ausgabe:/ als ein würdiges Glied des Priestervolkes und der geheiligten Nation sich zu bewähren, redlich löst, wie leidlich also auch geistig, wie mit Hand und iMund also auch mir/Herz und Seele, mährend er bei tmverstasidenem Formefidienst Gefahr läuft, die Schaale für wichtiger zu halten als den Kern, und statt im ledendmen und lebengebenden Glauben, Wollen und Thun sich immer höher zu 'schwingen. auf die Höhen der Erde, vielmehr in deren Tiefen zu versinken, in ihren Cchachssn zu verknöchern, und in ibrest Sümpfen zu verkommen droht. TochlPreis dem Himmel! die Strömung unserer Zeit ist solchem /Jrrgange gänzlich abhold, und mögen aufrichtige und i^askirte Priester in dessen Dienste r/ -