Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 49 (6.12.1866)
- Date
- 1866-12-06
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4896751-5428724-5431676--1510-4897995- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
202 i erreichen Hilst. Lassen wir die größeren und schwereren Gelänge denen, Tür die sie geschrieben, nämlich den Vereinen in solchen Städ'eN, die die Mittel zur Ausführung besitzen. Und selbst diese dürsten es nickt verschmähen, das Volkslied zu pflegen! Ein. vor mehreren Jahren in Berlin ab- . gehaltenes Concert (wenn ich nicht irre, auf Anregung Erk'S), l in welchem nur Volkslieder vorgetragen wurden, hatte sich j eines ungetbeilten Beifalls zu erfreuen, und Mancher, der ver^der Aufführung die.Nase rümpfte ob solcher einfachen j und bäuerlichen Musik (wie er sie nannte), mußte gei stehen, daß im deutschen Volkslied eine Kraft und Tiefe des Gefühles liege, die man in gar vielen gekünstelten Schürfungen der Neuzefl auf diesem Gebiete vergebens sucht. ' Darum begrüßen wir auch vorliegendes Werkchen, ron! dem bereits 2 Hefte erschienen, und besten 3. noch im Laufe die>es Jahres erscheinen wird, anf'S Freudigste. Ter Herausgeber, der schon Vieles zur Veredlung, des deutschen Männerchores gethan, hat auch hier wieder glücklich gegriffen, in-, dem er eine Maste Volkslieder, die oft als Gastenhauer verhunzt wurden, vierstimmig Gearbeitet und den Vereinen mundgerecht gemacht hat. -(Manche davon erschienen auch schon in früheren Sammlungen). Die Harmonisirung ist, wie | das von Erk bekannt, einfach und schön. Außer den Volks-; liedern, die weitaus die Mehrzahl bilden, finden fich noch einige andere sehr wertbvolle Chöre darin, z. B. Gebet aus „cosi fan tutti“ von Mozart, mehrstimmig vom Herausgeber bearbeitet, Abendchor aus dem „Nachtlager" von C. Kreutzer, das Lies von der Ruhe von P. Winter, Quartett aus der Oper „Lodoiska"' von Cherubini u. a m. Tie Ausstattung ist eine sehr gute, der Preis mäßig! (das vorliegende Heft Partitur, 43 Gesänge enthaltend) kostet 1>»Ngr., die Einzelstimmen 4. bei Abnahme von 20 Eremvl. 3 Ngr.,. Eines nur. hätten wir gewünscht und zwar, daß, wie bei anderen früheren Sammlungen des Herausgebers, auck in der Partitur der ganze Text und nickt blos der l. Vers der Lieder beigedruckt wäre. Vielleicht würde sich der Verleger bei späteren Ausgaben hierzu verstehen, wenn auch dann rer Preis etwas höher würde. Alsheim, im Qktober 18(ii>. K. Marx. ü e i e f r ü cfc t c. Mitgeth eilt v on^K. M ar x Ter Bolkskalender von B. Auerbach für 1667 hat unter vielem Trefflichen manche „neue Stückiein vom alten Gevattersmann / von denen ick einige mitzutheilen mir erlaube, da fie ffir gar Manchen behcrzigenswerth sein dürsten: Wer ist niederträchtig? ..Es ist doch schrecklich," sagte ein vornehmthuerischer Kaufmann jüdischer Confeision zu einem Glaubensgenossen, „es ist doch schrecklich! Ich' laste meine beiden Töchter, um keine Trennung und kein Aufsehen zu erregen, in der Schule, die ste besuchen , auch den christlichen Religionsunterricht mit anhören, und da brack nun iw der letzten Stunde der Geistliche mit einem io bitteren Haß gegen die Juden los, die Christum gekreuzigt haben sollen, daß meine Kinder ganz verzweifelt heimkamen und vor Weinen fast vergehen wollten." „Das ist niederträchtig." „Nicht wahr, Sie finden es auck niederträchtig?" „Ja wohl, aber zunächst von Ihnen. Der Geistliche mag es vor seinem Gewissen verantworten, daß er Zwietracht in die jungen Herzen pflanzt; von Ihnen aber ist es einfach niederträchtig, aus Furcht und Zaghaftigkeit oder gar aus Lässigkeit Ihre Kinder nicht daran zu gewöhnen, offen ihren Glauben zu bekennen und sie darum theilnahmlos oder mit Widerspruch in der Seele in eine Unterrichtsstunde zu versetzen, die ihnen fremd bleiben soll." Der Angeredete ließ den Klagenden sieben, der ihm staunend nachsah. , (Wird fortgesetzt.) Anzeigen. ür die israelitische Religionsgemcinde in Main; wird ein gualisizirler 'Religion3' lehrer gesucht Fixer Gehalt fl. 600. — Anmeldungen sind bis zum 13. Januar 1867 an den Aktuar Moritz Jvurdan zu richten. Die Verlagshgndlung der „Israel. Bibelgesellschaft" Louis Gerschel in Berlin bat mir die Agentur sin die sämmtlichen Ausgaben der Bibelgesellschaft für das südwestliche Deutschland übertragen, und ich habe biete Agentur im Interesse der Schule und des jüdischen Publikums dieser Kreise angenommen. Es können somit von jetzt ad alle Schriften dieser Anstalt, wie auch die andern in jene): Verlagshandlung erjchienenen Schritten zu Originalpreisen und uiUer ceuselben Vergünstigungen (l0 °/o Rabatt und bei in Exemplaren 1 frei) wie von der Verlagshandlung selbst, von mir bezogen werden. Als besonders empfehlenswerth und preiswürdig erwähne ich von den Ausgabrn in kleinerem Druck Bibel, hebräisch, 24 Sgr. — fl. 1 27 kr. desg. hebräisch und deutsch l Thlr 18 Sgr. 2 fl. 54 kr. Ausgaben mit arößerem Druck „ hebräisch 1 Thlr. 3 - Gr. — fl. 2. Pentateuch, hebräisch 10 Sgr. 0 P'g — 3s kr. „ | „ und deutsch 19 Egr. — l fl. 6 kr. „ hebräisch mit -Haphthara 14 Sgr. 50 kr. „! „ .. Tabäthgebeten 17 Sgr — fl. 1 „ hebräisch und deut'ch mit Haphthara 22 Sgr. 6 Psg. fl. 1. 21 kr. - „ hebräisch und deutsch mit Haphthara und Ta- „ bathgebeten 25 Sgr. fl. l. 30 kr. Alle diese Preist gelten für gebundene Exemplare und ist der Preis des Bandes zu 2;/2resp. 3 Sgr. mit eingerechnet. Alle anderen Ausgaben zu den bekannten Preisen. Auch sind bei wir d:e anderen Verlagsartikel Louis Gerschel's, insbesondere „Sachs Machsorim" (9 Bände, schön gebunden zu 6 Thlr) stets vorräthig. Briefe und Gelder erbitte franco. Bei Bestellungen über 5 Exemplaren vergüte ich einen Thefl des Portos. J. Klingenstein. in Ocernheim in Nheinhesten. Deranttvortlicker Rcdac-.eur: ' Commn-bei 3. Klingen st ein in Ldcrnhenn in Rhrinhesten; Selbstverlag , der Redaction. Für den Buchhandel: in L skar Leiner m Leipzig. — Tampf-Schnellpressendruck von 'L. Got^tsieben in Mainz.