Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 46 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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190 Oesterreich und seine Verbündeten im Jahre 1866. Men Deut'cken gewidmet. Bon detnselben und ebendaselbst (Pr. 7 7' Sgr.) , Lu den schwierigsten Aufgaben der Erziehung gehört die Leitung und Beaufsichtigung der kindlichen Lektüre. Der Mangel an guten Jugendfchrfften ist. allseitig anerkannt. Das Kind will lesen, wir unterstützen selbst und sicher mit Freude diesen kindlichen Trieb;, und dochwie leicht aerathen Schriften in seine Hand, die seiner sittlichen und selbst oft seiner sprachlichen und Geschmacksbildung (Struwelpeter!) durchaus nicht förderlich sind. Für unö als Israeliten kommen dann noch religiöse Bedenken hinzu, da viele Schriften, welche den Titel „JugendundBolksschriften" tragen, christliche, oder mehr noch „mystische und pietistische" Zwecke verfolgen. ' Aber auch abgesehen davon ist es höchst schwierig, den richtigen Ton für die Jugend und das Volk zu treffen, und wir können außer den Schriften Krämers und der zwei Piecen Selke und Graumantel von Treu Nichts, was'von Juden für Kinder geschrieben wäre. Wir sind schon sehr oft nach derlei Schriften gefragt worden, und waren darum stets in Verlegenheit, weil uns Einschlägiges nicht bekannt war. — Um so mehr haben wir uns bei der Durchsicht dieser beiden Schriften gefreut. Ferdinand Schmidt ist als der bedeutenste und genialste der deutschen Jugendschriftsteller allgemein anerkannt, und das will was heißen! Seine Sprache ist ebenso einfach als edel, frei von allem Schwulst und von jenem düstern pietistischen Ton, der uns anderwärts so sehr anekelt-^— Homer's Odysee hat seit Jahrtausenden diejenigen erquickt, die sie in der Ursprache lesen konnten. Danken wir dem Verfasser, daß er rS unternommen hat und eS versteht die deutsche Jugend, die nickt Griechisch liest, mit diesem edlen Erzeugniffe der Dichtkunst des berühmten untcrgegängenen Volkes begannt zu machen. Eben so hat er es verstanden, die neueste traurige Episode unsrer Geschichtedem deutschen Volke in einem geschlossenen Rahmen vcrzusühren. Möge sein Grundgedanke, der als Motto auf dem Büchlein sicht, zur vollen Wahrheit, werden: „der preußische Adler ist daö Symbol deö sich im Lickte des Protestantismus*) verjüngenden Deutschlands;" dann werden sich auch diejenigen mit den Ereignissen versöhnen, nach deren Ansichten jedes vergossene Blut zum Himmel schreit und die die Notwendigkeit oder gar Nützlichkeit des Krieges in unserer Zeit nicht einzusehen vermögen. Wir können schließlich nicht umhin, die beiden herrlichen Büchlein für jede Jugendbibliöthek auf's Wärmste zu empfehlen. H ■ 11 ■■■■■— — W o ch e n b e r i eh t. Wien. DaS HzljScomit« für Soldaten, israelitischer Re, ligion veeinsraitet 'm hiesigen Tempel eine S-«lenfeier für.die auf den Schlachtüldern gebliebenen Soldaten ffraelitifcher Eor- *) Sagen wir fjietüt Geistesfreiheit! denn das soll doch der Inhalt sein! feffion. Wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir die Anzahl, däselbeu auf mehrere Hundert, soaar auf ein halbes Tausend veranschlagen, eine Ziffer, die wohl Erstaunen erregen muß. Obwohl d'.e Israeliten Oesterreichs seit Kaiser Joseph zum Militärdienst herangezogen find und fortan alle Feldzüge mitmachte», ist bisher für die in ihrem Berufe und in ihrer Pflicht Gefallenen kein Andenken veranstaltet worden. Wie wir hören, .wird der GotteSdi-nst nicht blos durch die geistlichen Personen und Vertreter der israelitischen Gemeind«, sond'rn auch durch die Theilnahme der militärischen und Eivil, Behörden, sowie durch Assistenz eines Tbeiles der Garnison solenn begangen wer, den. Die Feier soll am 15. Nov stattfiadcn." (Kam"ad.) Anzeige«. ie Stelle des Direktors der israelitischen. Schule in Bagdad ist vacant geworden. Ein Gehalt von dreitausend Frcs.wird dem Direktor dieser Anstalt zugesichert. Gründliche Kenntniß der französischen oder englischen Sprache ist unerläßlich. Meldungen der Candidaten sind mit den gehörigen-Belegen schleunigst einzusenden an das Sekretariat der Alliance israelite universelle ä Paris, rne d’Enghien 28. SErltkiguttg der israel. ReligiouSlehrrr-, Schächter- und Borhrterstclle in Kindenheim, Kantons Grünstadt. Die iSrael. Religionslehrer-,. Schächter- und Borbeterstelle ist erledigt und soll alsbald durch einen interimistischen Verweser wieder besetzt werden. Der Gehalt beträgt: 1) aus der CultuSkaffe.fl. 200 2) Schächtergebühren und sonstige Casualien . . fl. 100 fl. 300. ‘ Bewerber um diese Stelle wollen innerhalb 14 Tage ihre Gesuche persönlich einreichen. . ' Kindhcim, den 25. Oktober 1866. Der CultuSvorstarrd. Israelitisches Knaöenpensionat in Mainz. Knaben jeden Alters, welche eine Mainzer Unterrichtsanstalt besuchen, können in emem privaten, israel. Knabenpenfionate daselbst Aufnahme finden. Ueberwachung der Schularbeiten, Erziehung im sittlich-religiösen Sinn, gesunde Wohnung und Verköstigung, sowie schließlich eine liebevolle Behandlung bilden die Grundsätze dieses Etabliffements. Die Leitung ist einem öffentlichen Lehrer bei der Gewerbs- und Handelsschule in Mainz übertragen. Preis, Bedingungen rc. werden vom Herausgeber dss. Bl. mitgetheilt. Teionrwortlicher Rebacteur: I. Llingenstein in Obernhei« m Rheinhefien; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Commiffion bei Lstar Leiner in Leipzig. — Dampf-Echnellprffsendruck von I. Gottsleben tn Mainz. 1