Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 38 (20.9.1866)
- Date
- 1866-09-20
- Page
- Seite 158 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ae» jtt behalte», so daß es von Quelle zu Quelle ohne große Leiden, obgleich dieselke» mehrere Tagereise» ausetranderliege»; reise» kann. •) Die früheste Erwähnung des Handels in der heilige» Schrift ist mit Karavanen verknüpft. Kls Josefs Brüder ihn in eine» Brunnen geworfen halten, setzten sie sich nieder ju esien. Inteffen Huben sie ihre Augen aus und sahen eine Karavane Jsmaeliten kommen von Gilead"mit ihren Kameelen. Diese trugen Würze, Balsam tc. und zogen hinab nach Aegvpten. Reist eine 'Gesellschaft orientalischer Kaust-ute über eine saudigr Ebene, welche den e'rsttöpften Sinnen keine Erfrischung biet't, so bewegt sich las Kam el der schweren Karavane mrt einer Last von 6 bis 7 Etr., so rüstig weiter, daß eö täglich 4'/» Meilen zurücklegen kann; die schuellern Kanieele dagegen, worauf ein Mann reitet, ebne daß eine andere große Ladung getragen wird, ieg-n die doppelte Entfernung nn verdoppelten Schritt zurück. Ged,»big bei seinem D:enft, kniet daS Kameel auf den Befehl sein.» Treibers und erhebt sich wieder heiter mit seiner La-; cs bedarf, weder einer Peitsche noch eines SpornS auf seinem einförmigen Wege, empfindet aber, wie wcn'ge andere Tbiere, ein offenbares'Beranügen, wenn es musikalische Töne vernimmt; ist es d-ßhalvvon Mühen überwältigt, so fingt der Treiber ein heiteres Lied und das entzückte Thür läuft schneller, bis die Stuvtc der Ruhe beginnt. Alsdann kniet es nieder, damit seine Last ihm eine kurze Zeit abgcnommen trerde, und ist der Nahrum svorrakh noch nickst erschöpft, so erhalt es nun auch einen Mun.voll Gerstenkuchen, den es zur Ernährung seines Herrn und seinem selbst auf dem Rücken trägt. Die Kameele ruhen kr.ieend. „Und Elieser ließ niedcrknicen die Kameele beb einem Wassertrugren und es war gerade Abendzeit, zur.Zeit wo die Scköpierinnen.bcrauskcmmcn." **) „Und Rebekah mackste sich ans m V ihre Mädchen nnd ritt.n auf dcn Kameelen," *‘*j diese und viele andere Stellen d r heiligen Schrift belehren uns von der Bedeutung-des Kaineelcs im Mcrenlande. Am wichtigsten bleibt aber immerhin seine Bedeutung sür die Karavane. „Ick setzte mich/ erzählte mir ein Reisender, der ein.- Reise durch die Wüste nach dem leiligen Lande gemacht batte, „auf das größte Kan eel, das ich gesehen habe, welches 10 Fuß hoch war. Tie Komeele knieten jetzt nieder und das meimge, wie die übrigen. JL glaubte mich gut zu^halten und beim Aufstehen festzusihen, dennoch mar seine Bewegung sebr sckweriällig und meine Kraft so setr erschöpft, daß ich mich nicht iestbalt-n konnte und rücklings vom Tbiere b.runternel. Der Ei t<.nthümer des KameelS half mir wieder auf iu ü fragte ob ich Sckaden gelitten hätte. Als ich mit Rein antwortete, sagte er: „Gott sei' gepriesen. Wärest Tu von einem änderen Tbiere gefallen, so warten diese St^ne dick zerschmettert haben, das Kameel aber ist ern heiliges Tbier und der H.mmel schützt die, welche daraus resten." Ist i d: Vorbereitung zu einer langen Reise vollständg ausgeführt, baten die Dromedare ihre Reirer auf dem Rücken, d:e Kameele ih r Gürtelt allen, und Wisie.-schläuche empfangen, so *) Hiergegen ist das in vielen Lesebüchern sich findende Mährchen, daß der Wüstereiicndc beiWassermangel ein Kameel schlachte und das Wasser aus dem Mage» bestechen, das sich fiisch erhalten Härte, trinle, nach aulhentjicheu Wiltheitungen der neueren Reisenden, Geographen und Naturforscher„ unwahr. Das im Magen des Thicres sich befindende Wasier in durchaus für Menschen ungenießbar. I. Leunis, Synopsis der Naturgeschichte -des Thicrreichs S. 161. Brechen, Reisescizzen aus Rordatrica tc. (Red.) •*) 1. Buch Mose 24, II. —*) I. Buch Most- 24,-II. ■ beginnt der Marsch. Den Karavanen d. i. der Reihe von Kaawelen, geht immer ein kleiner Ekel vor ms, worauf der Führer mitunter reitet. Der Esel hat eine S Helle am Hals, auch hängt gewöhnlich am Sattel de» Kameetts eine Schelle, welche ebenfalls einen sanften und hirtlichen Schall giebt. Der Schritt der Kameele ist so gemessen, wie der Schlag einer Uhr, so daß man auf einer Ebene die Entfernung kennt, welche sie in einer gegebnen Zeit zmücklegen werden. Während der Nacktiuhe schlafen dit Treiber meist in der .Mitte deS Kreise», den die sicd niederlsgenden Kame-le bilden. Die hauptsächlichste Ruhr der Karavane jfintet sich des Abends. Bei Tage weiden die Kameele niemals mit Behaglichkeit, die Natur scheint zu erheisch n, daß sie ihre Hauptmahlzeit und einige Stunden Ruhe ron der Abenddämmerung an, bis auf einige Stunden vor Sonncnaufg nz geneßen Wcnn die Karavane über einen unfruchtda.en District kömmt, so geben die Kameelfübrer ihren Thieren mehrere Tage vor ihrer Abreise dreimal so viel Hirse wie gewöhnlich und bringen das mit Gewalt in die Kehlen derselben hii ab; d.r Bau des Magen» ai er befähigt daS Thier, auf ein m langen Marsch daran wieder zu käuen. Die Kosten d-r Erhaltung dieser westhvollen Gescköpfe sind sehr gering; e>n Ge> siekuchen, etliche Tatleln, eine Handroll Bohnen sind genügend, net st dem barten TorngesträuL, daS sie fast überall auf ihren 9k isen vornnden. Das lange Bestehen des Handelsverkehrs in Asien durch Karavanen und der Gebrauch, große Massen Pilger aus allen Tbeilen des Orients nach Mecka zu dringen, hat, von Zeit zu Zeit, die Einrichtung groß.r Wasserbehälter auf jedem stark besuchten Weg veranlaßt. Die Beduin n bemächtigen sich zuweilen dieser Brunnen unv ei pressen einen Tribut für die Benutzung dieses Wassers. Ta die Brunnen auch oft Ei enthum der Stämme-sind, so genügt ein Erlaubnißschein des Etammzäuptlings, um Wass r aus dem Brunnen?u schöpfen. Darum denn auch das Warten deS Elieser, des Dieners Abrabam, mit dem Trinken und Tränken seiner Kameele bei Gelegenheit seiner Reise nach Nachor. In der heiligen Sckrist wird den Israeliten das Fleisch der ' Kameele zu essen verboten; im 3. Buch SjKcfe beißt es tieserhalb wörtlich: „Das dürft ihr nicht essen vcn den Wiederkäuern und Bebusten: das Kamee!, denn wiederkäuend ist cs, aber hufgespalten ist cs nicht: unrein sei cs euch." Die Milch der Kameele ist bei den^rorzenländischen Hirtenvölkern sehr beliebt;'sauer geworden ist.sie von berauschender Kraft, und wird dann für sehr gesund gebdlten. Aus den groben Haaren macht man Zeuge, das sogenannte Kameelgarn aber tief rt die Angora-Ziege. Am Schlüsse dieser Skizze sei noch einer Sitte der Beduinen erwähnt, näm.ich die, daß jene aus Len Auswürfen des KameelS ihr Brcd backen Solche tzla'en find zwar nicht sehr schmackhaft, sieht man aber die reinliche Zubereitung derselben, so gelüstet es doch Jedem danach. (?) Auf einer Schafshaut knetet man den Teich und versckarit ihn dann auSgebreitet in dem im Sande brennenden Kcth. Der Mist des KameelS hat keinen Geruch, da die Nahrung größtenthei's auS Hülienfrüchten Heu rc. b-stebt. Daß das Kameel bei unseren Ahen eine wichtige Rolle spielte, beweisen die zahlreichen sich aus daS Kamee! beziehend-» Stellen der heiligen Schrift. Aber auck in der ZukunftSperiode unseres BolkeS wird iem eine wichtige Rolle angewiesen. „Freut euch mit Zerusa cm," spricht der Herr, „frohlocket der zukünftigen Tage, und tröstet euch mit ihnen. Ja ihr werdet bringen eine Gabe dem Ewigen auf Rosse und Wagen, aus Maultdieren und Drommedaren nach meinem heiligen Berge, nach Jerusalem, ist der Spruch des Ewigen." Lcranrmortticher Rctacicur: I. Klin genstein in L Lern heim in Rhcinhessm; Selbstverlag der Rcdaction. Für dm Buchhandel: in Commisiion bei L sdar Leiner m Leipzig. — Tampf-Schnellprefsmdruck .von I. Gott sieben in Mainz.