Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 36 (6.9.1866)
- Date
- 1866-09-06
- Page
- Seite 150 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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150 interrsscmteS Lebensbild aul Unter franfcn, das uns belehrte über die Stellung der Religionslehrer daselbst. Gerade solche Detailbilder zeigen uns, wie sehr noch die Verhältnisse unsere» Standes einer Hebung und Förderung bedürfen. In der Veröffentlichung solcher einzelnen Thatsachen liegt schon eine Bedeutsamkeit des »Nr. Lehrer." Erlaube» Sie mir heute eine Erfahrung von gestern mitzutheilen, die ich i« ihrer ganzen Ausführlichkeit gebe, weil sie überaus lehrreich ist und mrch — ich gestehe dies — auf» Tiefste ergriff und indignirte. — Ich kam von der Schule nach Hause, als mir beim Eintritte eine jener traurigen Lchrergestaltea begegnete, deren Zahl Gottlob immer weniger wird. ES war gerade kein um der schrecklichsten Sorte, aber in seinem abgettagenen schweren Kleide, ein Bündelchenin einem rotben Taschentuche unterm Arme, kam er wir recht wie ein Ritter von der ttaurigen Gestalt vor- Er redete mich mit: „Herr Lehrer" an und fragte mich, ob keine Stelle für ihn in der Umgegend sei als Lehrer und Vorbrder. Aber wie ttaurig, wie erschrecklich war dies: Frage! Der Arme hat den Sprachkrampf, jenes Uebcl, daS nach den Aussagen der Aerzte durch verschiedene Veranlassung hervorgerufen, da» Sprechen und das Anbören des Sprechenden gleichmäßig zur Pein macht. Ich fragte den Armen, wie er unter solchen Umständen Larandenken könnte. Lehrer und Vorbeter zu werden, er antwottete: „daß das Uebel nur eine Folge der »Verzweiflung" wegen „Stellenlosigkeit" sei, da» sicher aufhören würde, wenn er wicdcr eine Stelle häbe-.i würde. Er sei ohne Familie, fast heiwathloS u. f. f." Ich fragte weiter wie er in diese Lage gekommen sei und da nun kam ich auf einen Umstand, der die Veranlassung.;u diesem Schreiben bietet. Ter Gefragte war 1j Jahre Lehrer in G. ' Am vergangenen Wo chm feste batte er den dritten Vorstand zur Tlora gerufen Da xassirte ihm daS Menschlische, daß er, ohne lieble? dabei zu denken, die Worte jn DiD 5} etwas stärker benachdruckte. Der erste Vorstehe-, der Wächter der Ordnung in der Synagoge, 'agte da halblaut: »DaS ist an ibm," — (dem zur Thora Gerufenen.) er war sein Feind. Eine Folge daron war, daß dieser glaubte, der Lehrer habe diese Morte abficktt'ch benachdruckr, um ihn ru beleidigen und eine weitere Folge, daß er nicht wieder ruhte, bis er den Leb: er aus seiner Stelle verrrieben hatte. Die Aussagen des Mannes, der durchaus nicht ohne Wissen war, trugen den Stempel der Wahrhaftigkeit, wenn auch freilich die außer'order tliche V rzagthe t und Schüchternheit mtt Schuld an seinenr Unglücke sein mag. lr. Städtchen von nur 3060 Einwohner nahe an 80 der kräftigsten M>nschen hiuraffte, Einhalt gebieten. 1 Anzeige«. Zur Nachricht« Wir bitten die Herren Bezirk» - Agenten dringend, die Bücher, die Sie jetzt empfangen haben werden, schleunigst zu versenden. Selbstverständlich haben diejenigen, die noch vom vorigen Jahre mit Zahlung rückständig sind, keine Sendung zu gewärtigen, und wenn sie ihren Beittag nicht eingesendet haben oder doch bis zum 15. September einsenden, ihre Anrechte auf den Verein Erkoren. Israelitisches Knabenpensionat in Mainz. Knaben jeden Alters, welche eine Mainzer Unterrichtsanstalt besuchen, können in einem privaten, israel. Knatenpensionate daselbst Aufnahme finden. Ueberwachung der Schularbeiten, Erziehung im sittlich-religiösen Sinn, gesunde Wohnung und Verköstigung, sowie schließlich eine liebevolle Behandlung bilden die Grundsähe dieses Etablissements. Die Leitung ist einem öffentlichen Lehrer bei der Ge- .werbs- und Handelsschule in Mainz übertragen. . Press, Bedingungen 2c. werden vom Herausgeber dss. Bl. milgelheilt. -—. -> i-- .... - > - -- >--> Bei G8. Adolf Sf Co. in Berlin 59. Unter dm Linken ist er» schienen »ad durch alle Tuch-Handlungen zu beziehen: Kochbuch für israelitische Frauenvon Rebecka Wolf, geb. Heinemann. Nebst vollständiger Speisekarte und Hausapotheke, Anweisung zur Führung [einer religiös jüdischen Hauobaltung. Vierte verb. Aust. — Preis: geb. 1 Thlr. Sanier geb. I' 4 Ttlr. Miltenberg a. M. Unserer israelitisch n EultuSgeweinde hat le'.der die verheerende Ehol-raseuche auL schmerzliche Opfer auferlegt. Wir beklagen den Verlust-unseres trefflichen Lehrer- Hirsch. Derselbe war nrch am Donnerstag Ten 3. Auz. Vormittag in seinem heiligen Berufe thätig, und Freitag den 4 Abeuds schon beerdigt. So schnell schreitet jetzt der Tödesengel. In gerechter Würdigung der Verhältnisse durften bei demselben [ nicht einmal die üblichen ReinigurrgSgebräuche statt staken. ES! war ein Mann von kaum Vt> Jahren, der erst vor drei Jahren [ die hiesice Stelle übernahm. Sein älühende» Kind ron 2'/»! Jahre» folgte ihm nach wenigen Tagen, und ließ die trauernde! ju»ge Wit'.we und Mutter in gerechtem tiefen Schmerz zurück.! Gott tröste die Tiefbetrübte. — Der herbe Verlust einer edlen! Lehrerkrast trifft hier nicht allein die Gemeinde, der er ein lie- [ der Führer war, sondern auch de» Brud»r, der hier ein Jnsti-! tut gegründet hatte, in welche« der Verstorbene mit vorzüglicher; Kraft wirkte. Möge der Allgütige/ der unsere Gemeinde und [ 6t«fct, tote vielleicht keine wehr in unserem Vaterlande durch [ de» Kriea heimsuchte, der uns fast unerschwi-nliche Opfer aus- [ erlegte, gnädia unserer gedenkep in unsere« tiefen Leid, und der '• verheerenden Seuche, die i« Laufe von 14 Tagen i» einem \\ Bei 8ß. Adolf Ü Co. in Berlin., sind »schienen und durck» alle Buchhandlungen zu beziehen: Gaffel, Dr. David. Schulwörterbuch der hebräischen Sprache, nebst Paradigmen. Preis trcck. 15 Sgr. Hkinemaull, vr. I. Vocadularturu zum Llckäur “i“C, nebst alpbabctischem Wörtcrbuch und Anbang, enthaltend die Fundamente der hehräisltin Sprache. Zum Selbstlinterricht und Schulgebrauch. 3. Ausgabe. Preis brach, 12*/* Sgr. Nathau»! Joel. Vooadulariuw» zum reutalouerl» nebst Biexnngstabellln der hebräischen Sprach«, Substantiva und Verba. Vermehit und vkrbeffcrb von Dr. Meisel, Rabbiner in Prstb. 3. Auftage! Preis I2',r Sgr. — Vocabnlarinm zu deu Psalmen D’^nn und den wichtigsten Theilenl dcs Gebeibuches, für Schulen und zum Privatgebrauch. 2. vermehrte Auflage. Preis 10 Sgr. Pleßner, Sol. I. nHi.Ti “tfö m Jüdisch-mosaischer Religionsunterricht für die israelitische Jugend. Ein für den öffentlichen, auch Privat- und Selbstunterricht sich eignendes Lehrbuch der Hauptreligivnb Wahrheiten und Lehren des Judentbvms. 2. Ausgabe. Preis geh. 20 Sgr. Vorstehende treffliche Lehrbücher sind bereits in mehreren Lehranstalten eingefüirt und empfehlen wir dieselben zur weiteren Verbreitung. Verantworliicher Redakteur: I. Klingenstein in Ldernheim in Rhencheffen; Selbswerlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Lormnffnon bei Oskar Leiner in Leipzig. — Dampf-Schnellpreffendruck von I. Gottsleben in Mainz.!■