Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 33 (16.8.1866)
- Date
- 1866-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jteratlitiürtu' Ichrer. I Zeitschrift t ' für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrcrstandes \ und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, t-, Wittwen und -Waisen in Deutschland. Lehrer- J\§ 33. \ Mainz, den 16. August 1866. (Ssvbsler ^s.brxs.»x.) Wöchentlich I Nrriwier. Bicttcljahrlicher Abonnkmentspieis 27 tr. — >/< Thlr. Bei frankirtcr Zusendung unter Kreuzband jährlich Ü fl. 12 kr , Anzeigen zu 1 Egr. die Petitzeilc. Bestellungen nehmcn alle Postämter und Buchhandlungen an. Untei stützungsverein. Nachdem der Postvcrkehr wieder geregelt ist, steht der Einsendung der rückständigen Beträge kein Hindcrniß mehr entgegen; wir müssen darum unsere Mitglieder, die ihre Beiträge cdcr den Erlös für Achawas noch bis zur Stunde nicht cingcscndet haben, dringend aufsordern, die Abscndur.g an die Agenten oder an uns unter jedep Bedingung nunmehr zu bewerkstelligen. Eine längere Verzögerung müßte, da der Rechenschaftsbericht demnächst geschlossen und gedruckt wird, den Verlust der Vereinsrechte unbedingt nach sich ziehest. Zugleich bitten wir die Herren Bezirksagenten, Behufs klarer Ucbcrsicht und um geeignete Einnahme- und. Ausgabebelägc vorlcgcir zu können, uns demnächst einen Jahresbericht, dem unsrigen nachgebildct, einsenren zu wollen, in welchem sie ihre gesammten Einnahmen und Ausgaben in bestimmte Artikel, als in 1. Spenden, 2. Mitgliederbeiträge und 3. Achawqs, sowie 4: Ablieferungen und 5. Ausgaben zusammenstellen. Wo die Gelder in einer oder zwei Sendungen zusammenkamen, und bereits übersichtliche Notizenbeilagcn, ist eö natürlich nicht nochmals nothwcndig. Hoffen wir, daß die Verhältnisse mit Gott sich so gestalten, daß demnächst auch die Vollendung und Versendung der dritten Achawa, -— die vor dem Kriege schon sehr weit vorgerückt, in dieser traurigen Zeit leider inhibirt werden mußte, — zur versprochenen Zeit geschehen kann. Odernheim, den 12. August 1866. j. KJingenstein. Das Lesebuch für jüdische Schulen. (Fortsetzung.) Die logische richtige Betonung des Lesestückes ist also, wie wir bereits andeuteten, eine Folge des einfachen Verständnisses derjenigen Lesestücke, die für das Kindesalter überhaupt als die geeignetsten erscheinen, und sie kann dem Lehrer nur dann ganz erhebt.che Schwierigkeiten machen, wenn er nicht dafür sorgt, daß das logische Verständniß vorhanden ist. Wenn wir nun auch ein zu weit gehendes Zerreißen und Zerpflücken des Lesestückes bereits als verwerflich bezeichnet haben, und wenn wir ferner behaupteten, daß es dem guthörenden Lehrer*) leicht sein mag, schon aus *) Ist die Behauptung eines deutschen Schulmannes richtig, daß „gut hören" die wichtigste Eigenschaft eines tüchtigen Lehrers sei? Ist es wahr, wenn er behauptet: In der Stimme, in dem Bortrage, in dem ausgesprochenen Worte tritt dem guthörcndm Lehrer die ganze Seele des Kindes, das Verstandes- und Gefühlsleben desselben entgegen? i dem blosen Vortrage des Lesestückes sich zu überzeugen, ob der j Schüler den Inhalt des Lesestückes begriffen hat, ob er die > Bedeutung der Begriffswörter und ihre Beziehungen kennt, | so kann doch eine Zergliederung der Lesestücke vor ihrer! Einübung durchaus nicht erlassen werden. Diese Zcralie-! derung darf aber —'wir wiederholen — nur eine logische,! nicht eine grammatische sein. Der Lehrer fragt so lange, bis er überzeugt ist, daß dem Schüler der einzelne Gedanke und seine Beziehungen zum Ganzen, sowie das Ganze klar ist. „Die Leseslunde ist für den Lehrer keine Zeit der Ruhe und Erholung. Der gründliche Leseunterricht nimmt in allen Klaffen die ganze Kraft und Thätigkeit eines Lehrers in Anspruch. *)" Wer logisch richtig lesen will, muß den Cylbenton, den Wortton, den Satz- und'Redeton richtig anwenden. Es ist hier der Olt nicht, auf die hierher gehörigen einzelnen Regeln über das logisch richtige Lesen näher einzugehen. Wer darüber eingehende Belehrung wünscht, den verweisen wir *) Lutz, praktische Methodik I. 269.