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Der israelitische Lehrer · 1866-08-02 · 31 (2.8.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
31 (2.8.1866)
Date
1866-08-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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t Der Jüracliüüchf Jelirer. I Zeitschrift | für die gesammten Interessen des israelitischen LehrerstandeS und zugleich Organ für dxn Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-!' Wittwen und -Waisen^in Deutschland.!. > > . ..... J\§ 31. Mainz, den 2. August 1866. (Sevksler Wöchentlich I Nummer. Vierteljührlicher Lbonnementepreis 27 lr. 1,4 Thlr. Bei franlirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 tr. Anzeigen zu I Sgr. die Pctitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Das Lesebuch für jüdische Schulen. Ernste und bedeutungsvolle Fragen treten nie ganz zurück, so lange sie ungelöst sind. Sie können vertagt werden^ aber nicht für immer. Sie ruhen, weil die Kämpfer müde sind, weil die Zeit noch nicht zum Abschluß reif ist. Sie treten aber immer wieder von Neuem, und jedesmal mit um so größerer Entschiedenheit, in den Vordergrund. Dürfen wir uns erlauben, heute eine noch zu lösende Schutsrage als ernst und wichtig zu bezeichnen? Meinet man doch jetzt, daß nur der Krieg und die Politik ernst und wicht'g seien I > Eine wichtige Frage für die Schule ist die.Lesebuchsj frage, eine Frage von tiefeinschneidender Bedeutung für die j gesammte Schulbildung. Sie ist immer noch nicht ganz < entschieden. Und dennoch treten die leitenden Gesichtspunkte; mit immer größerer Klarheit hervor, und wir zweifeln 1 nicht, daß, je nach der allgemeinen Zeitrichtung, in kürzerer! oder längerer Frist mustergültige Lesebücher mehr und mehr; an Stelle der schwächeren Fabrikate treten werden, die man jetzt noch in der Schule benutzt, und die wohl mehr ein .Kunterbunt" ein unnennbares Allerlei, als klaren päda-; gogischen Anforderungen und leitenden Gesichtspunkten entsprechende Lesebücher vorstellen. Viele und 'gewichtige Unterrichtsfragen treten bei dem Leseunterrichte und mithin bei der Bearbeitung der Lesebücher in den Vordergrund. Auch in dieier, dem jüdischdeutschen Lehrerpublikvm gewidmeten Zeitschrift sind schon mehrere dieser Fragen beantwortet worden. Legen wir uns ' dieselben immer von Neuem wieder vor; vielleicht finden wir , dann neue leitende Gesichtspunkte und irgend em praktisches! Ziel. Ich glaube, daß gerade, in unserer unglücklichen, j traurigen Zeit die Anregung friedlicher Bestrebungen der > Schule für die geehrten Leser dieser Zeitschrift besondern Reiz! bieten wird j Unsere Aufgabe ist eine dreifache: | 1. Welche Grundsätze sind überhaupt bei der Bearbei- 1 tung eines Schullesebuches zu berücksichtigen?! II. Hat die jüdische Schule das Recht, ein besonderes Lesebuch in den jüdischen Schulen einzuführen? Und dann endlich ttt. Wie erreichen wir das wüm'chenswerthe Ziel? Gehen wtr mit Gott an die Besprechung dieser Fragen. I. Die leitenden pädagogischen, methodisch-didaktischen Grundsätze sind für uns als Juden selbstverständlich die gleichen, wie sie für die christliche Schule find. Unterrichten wir ja im Allgemeinen nach denselben Unterrichtsprincipien l Es treten daher die Fragen, welche bisher überhaupt die Differenz zwischen den verschiedenen Ansichten über die -Gestaltung des deutschen Schul-Lesebuches bei den Schulmännern bildeten, auch bei uns in den Vordergrund. Insbesondere müßte es unsere Ausgabe sein, zu untersuchen, ob( das Schullesebuch wirklich das Alpha und Omega, das GnS' und Alles, der Mittelpunkt d:r ganzen Volksschule sein soll. Diese Frage ist auch in diesen Blättern bereits zum Oestern, wenn auch nur vorübergehend, besprochen worden. Jedenfalls bleibt das Lesebuch die wichtigste und nothwendigste Druckschrift für die Volksschule. Ein tüchtiger Lehrer kann eher jedes andere gedruckte Lehrbuch, für die Hand der Schüler entbehren — nur das Lesebuch muß natürlich vor-; Händen sein,, sonst kann das Kind nicht lesen lernen. Und Lesen ist das vorzüglichste Bildungsmittel, — wenn auch nicht, wie vielleicht manche in Uebersct ätzung dieser allerdings herrlichsten Kunst glauben — das ■ Einzige. Dann ist es ebenfalls wahr, daß düs Lesen bei richtiger Benützung einen bedeutsamen Einfluß äußert auf die anderen Unterrichtsgegenstände, die schließlich ^ast doch sämmtlich in ihrer Fortbildung überhaupt vom Lesen abhängen, und.ist daffelbe also allerdings das unentbehrlichste und wichtigste Unterrichtsmittel der Schule. Darum ist aber das Lesebuch durchaus noch nicht das Eins und Alles, und kann die sorgsamste Betreibung anderer Unterrichtsfächer nicht entbehrlich machen und nicht ersetzen. Das ist der Punkt, wo sich die Ansichten der Gegenwart, d. h. unserer neuestrn Zeit von denjenigen der sich überhebenden Anhänger der „Concentration", der „Reallesebücher", die insbesondere in den 50t Jahren so viel Lärm

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