Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 30 (26.7.1866)
- Date
- 1866-07-26
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Mannes für ein» specifisch jüdische Gemeindeschule—für r eine jüdische Lehrerbildungsanstalt, ist eine Lebre, die wir so manchen jüdischen Verständen größerer Gemeinden inEüddeulsch- — land verführen möchten, wenn unsere Zeit für solche Letren empfänglich sein könnte. W>rd man es im hochgebildrten Norden glauben daß in großen und bedeutungsvollen südliche Gemeinden SüddeutschlantS bis jetzt weder jüdische Volksschulen noch solche Religionslehransta'ten eristiren, und daß. in Gemeinden von ICO-200 und »elbst 700 jüdischen Familien die ganze Vorsicht der Gemeinde für den Religiorsunterricht darin besteht, daß der Rabbiner in wöchenilich 1-2 Stunden in den verschiedenen -lassen der Volksschulen unterrichtet? Ist daS die gebührende Sorge für die Zukunft des JudenrhvmS? Was würde der edle, hochgebildete vr. Veil dazu gesagt Halen, der Mann, den semer Zeit seine Mitbürger würdigten, sie' im deutschen Parlamente, im preußischen Ab.ieordnctenhau'e und in der Berliner städtischen Rcprä'entantenversammlung zu vcNreten, dem also doch wo l eine tiefgehende Bildung und ein Verständn ßöer Zeit n'cht abgefprochen werten kann, wenn man ihm er,ählt hät>e, daß süddeutsche Gemeinden sich scheuen, e-ne eigene Stätte für den jüdischen ReltgonSunterricht zu bestimmen, we l sie befürchten, cs möchte der vorüd>rgehende Ebrisi dara f mit der Beze chnung deuten: Hier ist die Judenkchule?! Hatte der selige vr. Beit dadurch, daß er dem jüdischen Unterrichtswesen se ner Vaterstadt und seines Vaterlandes eine so hingehende Fürsorge widmete, etwa an Popularität verloren? hatte fnan darum aufgel ört, ihn als freisinnigen Mann zu preisen und hochzuschätzcn? War er darum wen ger Deutscher, Mensch und Bürger, we,l er ein gesinoungstüchtiger Jude war? Wir wollen diese Fragen jetzt nicht beantworten. Vielleicht hat unsere Gegenwart Erfahrungen im Gefolge, die uns lehren, waS wahrhafte Idealität der Gesinnung ist und wie sie sich im Leben zu äußern hat. I Statiftisehes. Das Lebensalter der Geistlichen und Lehrer. Bei 100 in den fahren 1861, 62 und 63 verstorbenen Geistlichen und Lehrern in Sachten stellen sich nach statistischer Berechnung folgende Zahlen: 100 Geistliche r> präsentirten die Summe von 6392 Jahren. Durchschnittszahl: 63,« Jabr. Von lQu^/o starben im Alter von 30—40 Jahren 2; 40- 50-12; 501-60 - 32; 60 - 70-24; 70—80—26; 80— 90— 4. Bei 100 Lehrern war die Summe der Lebensjahre 5391. Durchschnittszahl: 53,»>. ES starben im Alter von 20 - 30 - 8!! von 30-40-15; 40-50-14; 50— 60 —25; 60 - 70 — 25; 70 - 80-11; über 80 nur 2. — Es starbtn demnach 2'filo vor erfüllt m! 40 Lebensjahr. Dieser Umstand dürfte zum Nachdenken' Veranlassung geben. Bei den Geistlichen sind es nur 1%. ANZEIGEN. 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