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Der israelitische Lehrer · 1866-07-12 · 28 (12.7.1866) · p. Seite 118

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
28 (12.7.1866)
Date
1866-07-12
Page
Seite 118 (sequence 4)
Language
German
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118 die Bedeutung des ReligionsgesetzeS, wie sie hier ausgesprochen wird, gelten lassen. Nicht so können wir übereinstimmen mit dem, waS der Herr Verfasser über die Bedeutung des talmudischen Unterrichtsagt — obwohl daS verblümte Geständniß von' einer dem jugendlichen Alter entsprechenden Auswahl unS zur Genüge beweist, daß es mid dem Maaße des hierin Erreichten nicht sehr weit her sei» mag —; Talmud und Volksschule — und etwas Anderes als eine Volks-, Real- und höhere Bürgerschule soll doch diese Unterrichtsanstalt nicht sein, — daS stimmt ekm nicht zusammen. Nie und nimmer wird es gelingen, diesen Unterricht rn pädagogischer Weise und so zu ertheilen, wie er hier übereinstimmend mit den andern Unterrichtsgegenständen sein müßte. Es ist entweder.die alte Weise — pilpulistisch — oder die neuere rationelle wissenschaftliche Methode; keine von beiden taugt in die Volksschule. Fassen wir das im ganzen Programm Gesagte zusammen, so muffen wir gestehen, daß wir uns nickt befriedigt sühl n von dem Gelesenen, daß, wenn auck daS bier gesagte reckt aut ist, doch damit d:e Bedeutung des hebräischen Unterrickts für die jüdische Eckule keineswegs kla' und genau gezeicknet, am allerwenigsten erschöpft ist. DaS kann eben nur in pädagogischer Weise geschehen — an der Hand der methodischen Erläutungen, die uns zugleich über die Art und Weise des Unterrichts Aufschluß geben, — und diese Ausschlüsse ist unS der geehrte Herr Verfasser schuldig geblieben. ' Ueber das innere Leben der Schule gibt uns das Programm ebenfalls nur sehr unbedeutende Ausschlüsse. Wir erfahren nichts über Lehr- und Stundenplan,' Zahl der Klassen, Schüler und Lehrer. Wir erfahren nur schließlich — und das ist in merhin ^in Beweis für den Werth der Anstalt, — das dieselbe jederzeit von ihren Gönnern reichlich tedackt wird, und die Lpferireudigkeit, mit welcher man bcsteuert, eine großartige genannt werden kann. Die Gaben für eine projektirte Wittwen- und Waisen- Kaffe der Anstalt sind bedeutend — und es zeigt uns das, was ein Zusammenwirken Aller zu einem Ziele im Judeuthume fertig bringen könnte, wenn nicht die Eifer- und Parteisucht leider so sehr groß wäre, und insbesondere in den größten Gemeinden die Engherzigkeit sich immer gerne auf den kleinsten Kreis beschränken würde. So hat jetzt diese Anstalt ihre eigene- WMwem und Waisenanstalt, die Volks- und Realschule der isr. Gemeinde in Frankfurt ihre Creizenachstiitung — wie läßt sich also erwarten, daß diese Herren auch über Frankfurt hinaus, etwa für die armen Landlehrer — etwas thun konnten und wollten? (Schluß folgt.) Frankfurt, 29. Juni. Unser Mitbüraer Herr Dr. med. Sigmund Theodor Stein (Sohn des Herrn Dr. Leopold Stein), hat beim 8. Armeecorps die Stelle eines k würtemb. Oberarztes mit Oberlieutenantsrang beim ersten Feldspital erhalten, und ist am Samstag mit der betreffenden Eanitätscompagnie an den Ort seiner Bestimmung abgeganien. (Auch in Preußen find jüdische Militärärzte ang-stellt worden.) Wien, 2. Juli. Dem Eorreipondenzbüreau wird aus Bukarest vom 1. d. Mts. gemeldet: Gestern wurden bicrselbst wahre Gewaltakten gegen die Juden verübt. Der Pöbel zerstörte die Judentempel vollständig. Viele Juden sind ins österreichische Gcneralconsulat geflüchtet. — Ähnliches war schon lange vorauszu^ehen. Die Zeitungen berichteten mehr und mehr von Agitationen geg-n die Juden, die von den Professoren einer s. g rumänischen Universität, insbesondere ausgingen. DaS sind * würdige Vertreter der Intelligenz und Wiffenschaft. Man hat gedruckte Circulare verbreitet, die „die Leiden der moldau rumänischen Bürger" in der Judenwage finden. Die constituirende Versammlung hatte sich zu Gunsten der Judenemancipation ausgesprochen. ANZEIGE!1. iur gef. Beachtung. Zur Completirung deS 8. Jahrgangs der „Schriften der Instituts zur Förderung der irr. Literatur" brauche ich mehrere Exemplare von „Grütz, Geschichte der Juden VII. Band." Wer geneigt sein sollte, diesen Band zu verkaufen, wolle mich hiervon unter Preiranzeige durch dre nächstgelegene Buchhandlung oder direkt pr. Post in Kenntniß setzen, worauf wegen l>er Anbersendung nähere Mittheilung erfolgen wird. Verlagsbuchhandlung von Oskar Leiner in Leipzig I ># c a n z. In der isr. Religionsgemeinde zu Heldenbergen ist bis zum 1. September I. I. die Stelle deS Religionslehrers und Vorbeters, welcher zugleich den Elementarunterricht zu ertheilen hat, erledigt. Mit der Stelle ist ein Einkommen von 350 fl. baar, 25 st Wohnungs- und Heizungsvergütung und außerdem circa 300 st. Accidenzien für Versehung des Schächterdienstes verbunden. Concurrenzfähige Bewerber wollen sich der dem Vorstand der isr. Geme.nde Heldenberzen im Krers Vilbel anmelden. Simon B. Oppenheimer, Vorsteher. i Israelitisches Knaöenpensionat in Maiuz. Knaben jeden Alters, welche eine Mainzer Unterrichtsanstalt besuchen, können in einem privaten, israel. Knabenpensionate daselbst Aufnahme finden. U Überwachung der Schularbeiten, Erziehung im sittlich-religiösen Sinn, gesunde Wohnung und Verköstigung, sowie schließlich eine liebevolle Behandlung bilden die Grundsätze dieses Etablissements. Die Leitung ist einem öffentlichen Lehrer bei der Gewerbs- und Handelsschule in Mainz übertragen. Preis, Bedingungen rc. werden vom Herausgeber dsr. Bl. mitgetheilt. Bei W. Adolf £» Co. in Berlin 59. Unter den Linden ist erschienen und durch alle Buchbandlungen zu beziehen: Kochbuch für israelitische Frauen von Rebtcka Wolf, geb. tzeineM-nn. Reist vollständiger Speisekarte und Hausapotheke, Anweisung zur Führung einer religiös jüvi chen Haushaltung. Vierte verb. Aust. — Preis: geh. 1 Thlr. Sauber geb. 1'/< Thlr. LerantworUicher Redakteur: I. Klingen stein in Ldernbcim in Rheinhesicn; Selbswerlag der Rcdaction. Für den Buchhandel: in Commission bei Oskar Leiner m Leipzig. — Tampf-Schnellpresiendruck von I. Gottsleben in Mainz.

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