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Der israelitische Lehrer · 1866-07-12 · 28 (12.7.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
28 (12.7.1866)
Date
1866-07-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IsMlitiMe Jelirer. Zeitschrift für die gesammten Jntereffen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen rn Deutschland. J\§ 28. Mainz, den 12. Juli 1866. (Ssoksler Jahrgang.) Wöchentlich 1 Runmier. Vierteljährlicher Adonncmentspreis 27 lr. ---- 1/4 Thlr. Bei frantirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr Anzeigen zu I Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Bausteine zu einer allgemeinen Unterrichtslehre für isr. Schulen. (Schluß.) _ Die Weise des Unterrichtes richtet sich nach den Jahren. Ausgangspunkt bleibt immer das bereits Erlebte, zu Fleisch und Blut Gewordene, vom Geist Aufgenommene. Und wenn wir mit Engelsjungen redeten, wir könnten dem Kinde nicht das begreiflich machen, wozu ihm die Grundlagen fehlen; wir wären nicht im Stande, den Geist zu nähren, fortzubilden, nenn nicht Anschauungen und Vorstellungen, die voraus kommen müssen, bereits vorh'nden sind für den weiteren Unterricht. Allüberall in der Schule wie im Leben müsien die gegebenen Verhältnisie berücksichtigt werden. Anschaulichkeit des Unterrichts. Wir haben bereits über die Entwicklung des menschlichen Geistes im Allgemeinen gesprochen und. gezeigt, daß die erste Stufe derselben die Stufe der Anschauungen ist. Im Jugendunterrichte muß Alles auf Anschauungen basirt werden. Sollten nun wohl einzelne Gegenstände diesem Principe nicht untergeordnet sein, indem sie weniger auf äußerlich faßbares, als vielmehr auf Tätigkeiten des Verstandes und des Gefühls (des Gemüths) sich beziehen? Religion und Geschichte, fremde Sprachen sind wohl nicht Objekte der unmittelbaren äußeren Anschauung, wie Größen- und Raumlehre, wie Gegenstände des naturkundlichen Unterrichts. Meinte man also unter Anschauung blos das durch die Sinne Wahrnehmbare, Körperliche, so wäre diese Regel nicht als durchgeifende aufzustellen, und dürfte nur das sinnlich Wahrnehmbare Gegenstand des ersten Schulunterrichts sein; so mußten jene aus dem Schulplane für die ersten Schuljahre verbannt werden. Wir legen der Anschaulichkeit der Unterrichts, als praktischer Norm, nächst dem über die Naturgemäßheit desiclben die höchste Wichtigkeit bei. Anschaulich! Vom Anschaulicher, zum Begrifflichen! Wir möchten dies als kategorischen Jnperativ (unumgänglichen Befehl) für allen und jeden Jugendunterricht geltend machen, | damit dieser nicht hohl und nichtig, den Geist schwächend 1 und der gesammten Entwicklung grundverderblich sein kann.! Sind nun jene Gegenstände unter dies Prinzip zu bringen? j Die menschliche Entwicklung hat ihren bestimmten Gang, i Die äußern sinnlichen Wahrnehmungen sind doS Erste; diese ] sprechen zum Gefühl (unbewußt) — werden Empfindungen. 1 Diese werden zu Anschauungen verknüpft; die Anschauungen werden zu Vorstellungen, zu Gedanken und zuletzt zu Gesinnungen; Diese, die Gesinnungen, sind das Oberste, Höchste. Die unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmungen und I die (unbewußten) Empfindungen sind ohne das Hinzuthun des Lehrers vorhanden. Also sind die Verknüpfungen derselben das Eiste, was der Lehrer zu thun hat. Diese Verknüpfungen sind die wahren sinnlich-geistigen Anschauungen. Der Lehrer geht also immer vom Anschaulichen zum Begrifflichen, — durch die reflektirenden Anschauungen, die Vorstellungen hindurch — nach und nach über. Um die Anschauung nach seinem Willen zu bewerkstelligen, führt er entweder (wo möglich) den Gegenstand unmittelbar vor Augen, oder, wo dies nicht geschehen kann, wie bei den obengenannten Gegenständen, da geht er von wirklich Erlebtem aus, er knüpfet an Beispielen an, die die Kinder außer der Schule wahrgenommen haben, z. B. in der Religion an das Familienleben; wo es möglich ist, erläutert er durch bildliche Darstellungen, und führt so zum Begrifflichen. Er begründet allen Unterricht mit einem Beispiele, einem wirklich vom Kinde Erlebten oder Erlebbaren, nie mit einem Regulativ, einer Phrase; mit dem Einzelnen, Besonderen (aber Ganzen) nie mit dem Allgemeinen, der Regel oder einem Principe. Regeln und Principien ergeben sich aus Reflexion und Abstraktion, aus Thatsachen und Beispielen; sie sind Folgen. Auch geschichtlich — in der Zeit und in der Entwicklung des Geist.s in der Menschheit sind sie (die Reflexionen, Philosophen») später gekommen. Die Lnschaulichkeit ist ein Princip alles Unterrichts. — „Alles wahre Wissen geht aus anschaulichem Erkennen hervor." — „Begriffe ohne Anschauungen sind hohl." Das sind Fundamentalsätze für den Unterricht, die sich der Lehrer nicht genug einzuprägen vermag. Auf dem Gebiete der israelitischen Religionsschule hat s r

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