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Der israelitische Lehrer · 1866-06-28 · 26 (28.6.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
26 (28.6.1866)
Date
1866-06-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Organ Der Jürattitiüdi t Iekrer. Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerst^lndes und zugleich für den StettinN^ur Unterstützung hilfsbedürftiger ifracli Wittwen und -Waisen in Deutschland. ischer Lehrer, Lehrer- J\o 26. Mainz, den 28. Juni 1866. < Sechster Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Adonnemcntepieis 27 kr. -- Th!r. Bei sranlirter Zuscndum Anzeigen zu I Cgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buch jandlunqcn an. ll---—— i unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. ' Mit dieser Nummer schließt das II. Quartal unserer Zeitschrift, und ersuchen wir um ungesäumte Erneuerung des Abonnements bei den betreffenden Postanstalten. Krieg. - Eine traurige, unheilcolle Zeit ist für unsegeliebtes, armes Vaterland hereingebrochen. Wir gehen einer düstern Zukunft entgegen. Teutschlands Stämme, haben einen Bruderkrieg begonnen, und bald werden unsere Felder mit Leichen besäet, mit Blut — das Deut chlands Söhne an ihren eigenen Brüdern vergießen — gedüngt sein. ■ In so fürchterlicher Zeit stocken die Pulse des menschlichen Verkehrs; Schmerz und Verzweiflung, Armuth und Noth droht hereinzubrecken über jedes Haus, über jede Hütte. Hier fehlt der Sohn — dort der Vater, ausgenommen in die Reihen der Krieger I Wir haben kein Recht, hier über die Beweggründe und die politischen Folgen dieser fürchterlichen.Krisis ein Urtheit abzugeben. Nur die Gefährdung aller Eignungen des Friedens, besten wir uns erfreuten; nur das Schwinden dek Ideale, welchen wir dienen, ist es, was auch uns zu einer kurzen Betrachtung nöthigt über das, was jetzt fast ausschließlich die Herzen und die Geister in Anspruch nimmt. Wir diencn der Religion. Jede Schule erkennt dies als die höchste Aufgabe ihres Etrebens, und die Verbrüderung der Menschheit durch und im Dienste Gottes ist unser Ziel. Die Verbrüderung der MenschheitI Wann wird sie endlich kommen, die Zeit, von der schon die Propheten weistagten, wo die „Völker umschmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen, und ihre Spieße zu Rebmessern; wo nicht mehr wird erheben Volk gegen Volk das Schrbert, und sie nicht mehr lernen werden den Krieg. Und wo sie ruhen werden, ein jeder unter seinem Weinstock und seinem.Feigenbaume, undRiemand wird sie aufs cd recken." Wir glaubten diese Zeit nahe, seitdem der Bürger sich mit so vieler Liebe hingab der Arbeit, und der Mensch anfing den Menschen zu schätzen als Gottetz Ebenbild; nach seinem wahren inncin Werthe und nicht mehr nach äußeren Zufälligkeiten; seitdem Recht, Billigkeit, Bildung und Humanität mebr und mebr sich ausbreitete; — seitdem man anfing den Werth der Bildung auch dadurch anzuerkennen, daß man den Lemerstand zu heben suchte, und der Jude als Bruder galt unser den Besteren seiner Vaterlandsgenostcn. Wir haben isie trhofft und erstrebt, diese Zeit des ewigen Friedens. Wir, die Leh'er des Volks, haben unsere Schüler erzogen im Geiste des Reckits, im Geiste des Friedens. Wir lehrten sie, die Selbstständigkeit,. die Freiheit i aller Menschen und aller Nationen als die höchsten Güter erkennen, als das heligeRcht, in welchem allein das Heil 1 l egt für Alle. Und nun gehen sie hin, unsre Schüler, die wir in diesem Geiste erzogen haben, die wir lehrten, daß das kleinste Weh, das Mensch aus jedem Lande ein Verbrechen, eine S den rafflnirtesten Regesn Sittlichkeit, Tapferkeit^ Ein 'anderes Id ea sie ihrem Nächsten — und jeder ist unser Nächster — verursachen, öruna ist der von Gott gesetzten Oidnung, — und schlacsien sich einander im Haufen, nach der Kunst — und das ist Tugend, , ein anderes Ziel des Unterrichts * und der Erziehung ist die heilige Liebe zum Vaterland. Und unser deutsches Va ierland, dar wir immer als einiges lehrten, ist jetzt eigentlich kaum mehr ein geographischer Begr.ff, und sdue Zukunft — dunkel, unheilvoll.! Die mit einander sain>n: „Was ist des deutschen Vaterland?"; die die gleichst BildungSfloffe verarbeiteten; die zu ' denselben xroßen Mämnrn der Nation in gleicher Verehrung ■ emporschauen, die die g leiche Geschichte als Geschichte ihres! Vaterlands erkennen; eie zusammen National feste feier- > ten, — sie stehen sich etzt als Feinde gegenüber, entschlos- ' sen, sich einander zu v n derben, zu tödten, den Untergang zu bereiten. WaS ist in solcher-Zeit ein Stand, eine kleine Minderzahl? Werden die Güster und Gemüther nicht abgezogen werden von den Best düngen, die uns seit vielen Jahren

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