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Der israelitische Lehrer · 1866-06-21 · 25 (21.6.1866) · p. Seite 106

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
25 (21.6.1866)
Date
1866-06-21
Page
Seite 106 (sequence 4)
Language
German
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\ — 106 — längst verschollen glaubten — die Judenverfolgungen. Bereits baden Unruhen in mehreren der größeren jüdischen Gemeinten, in Ur^pringen, Tbüngen, Wiesentheid. Schwanfeld u. s. f. stattgefnnden. In erste rem Orte sollen 5 JudenhZuser ganz demolirt sein. Obwohl man nur das Eiaenthum zu schädigen trachtet, sollen doch auch schon Angriffe auf Personen stattgefunten haben. Das find Anzeigen einer schlimmen Zeit, die über uns hereinzubrechcn droht. Die Behörden sind wodl mit anerkennenSwerthem Eifer | bemüht, die Unruhe zu dämpfen. Aber was uühts den Armen, die bereits ihr Hab und Gut verloren? Und dann glauben wir auch, daß die ultramontane Pfaffrnpartei, der die jetzigen RegierungSzuständc und insbesondere der freie Sinn unseies Königs im Wege fint. im Geheimen, das Feuer schürt. Gebe Gott, daß bald wieder friedlichere Zustände komm-n, damit nicht alles das, waS wir den ruhigen Zeiten verdauten, wieder verloren gebt. (Auch in Würzburg haben Unruhen stattgefunten. Red.) _Aus dem IIlertbal. Am Sonntag den 2!>. April d. I. wurde Herr Gabriel. Hofheim.cr, Schullehrer in Fellbeim, welcher ganz unerwartet von dem Todescngel begrüßt wurde, (5 Jab re alt, zur Erde bestattet. Herr Nelrg'onslehrer Orthal hielt vor dem Schulhauke an die veOammelte Schuljugend eine Ansprache, welche den besten Eindruck machte. Aus dem Friedhofe gedachte Herr Rabbiner SeligSberg der vielen Verdienste, welche den Versto denen rübmenswerth in seiner Gemeinde machten, und teeldw ibn noch lange im gesegneten.Andenken erhalten werten. Herr Diftriktskchulinspektor Rothham mer und Herr Lokalinspektcr Hiotertircher, so wie mehrere der benachbarten Herren Eollegcn geleiteten die Leiche bis zum Grade, wo letztere einen sehr gelungenen Grabgesang aueführten Hofheimer war ein echter Jsraclite,. geliebt in 'einer Gemeinde von Jung und Alt, und geschätzt von seinen Stantesgenosscn Sein Eifer für die gute Sache erkaltete n e - und jeder Sck ritt, den eS mit dem Lebrerstante vorwärts nabm, war für ihn eine beseligende Freute. 'Friede seiner Asche' — (B. Ech;) H annover, 1. Juni. Dir crüe Kammer gab heute ihren Antipathien gegen tasJutentlum lebhaften Ausdruck Es hantelte sich um eine Bewilligung von .'^liiTktr. für Perl esi'eru.a des jüdischen Schul- 'Und Eynagogenweseus v. Lenthe erklärte die Bewilligung als bin Shmptcm des gesunkenen religiösen Be. wußtftins; es berühre ihn unangenehm, daß. abweichend von tcn Vorjahren, taS Svna.'ogenwesen m,t in tote Pcsit on des Schulwesens bineinge>o,'en werde. Graf Bcrries sprach sick im Allgemeinen im Sir me des bekannten Satzes aus, daß der Jude nützlich, doch mit Vorsicht'zu gebrauchen se. Eultusminister v. Hctenberg erklärte unumwunden, im Principe auf dem Stande punkte des Herrn v. Lentbe ru steben: 'dlebrigens hätten die crtbodcren Juden tcm Staate, von jeher größere Dienste geleistet als die Refornijudcn, und daher fei cs nicht unzweckmäß'g, len jüdischen Eultus zu sculagiren^ E-ai Bremen erklärte ganz offen, daß ihm die krumnir,asi,en Juden persönlich verhaßt sei n; das Recht auf Unterstützung bestr.tl er: die Juden hätten Geld genug, sich Tempel zu bauen. Was werden sollte, wenn sie cs nicht thäten, wisie er nicht. Vielleicht würden sie Heilen. Uebrigers fei lim das zan; gründlich einerlei. Nachdem die Herren auf solche De,se ihr Herz ausgcschüttet, ward die Bewilligung ausgesprochen. (Sehr heachtenSWerth. Red.) In Zürich verschieb kürzlich Calomon Eteinheim, ' der Verfasser des berühmten Werkes „die Offenbarung nack dem Lehrbegriff der Cvnagogr" und anderer wissenschaftlichen Schriflen und Aufsätze (auch als meticinischer Schriftsteller und prak-! tischer' Arzt bekannt) im hohen Alter. Merkwürdigerweise ist derselbe auf en-m reformirten Kirchhofe beerdigt worden. Anzeigen. An die Mitglieder der rheinhessischeu israek. Lehrerconferenz. Wir glauben im Sinne unserer College» zu handeln, wenn wir vorläufig es unterlassen, eine Conferenz zu berufen. Um jedoch die Angelegenheiten des Lehrerleseverein s ordnen zu können, bitten wir bis zum t. Juli über den Verbleib sämmtlicher Lesevereinsbstcher uns Auskunft geben zu wollen, so zwar, daß an jenem Tage jedes Mitglied uns anzeigt, welches Buch es abgesendet hat, und welches etwa noch in seinem Besitze ist. Von jenem Tage geht die Bibliothek an den mitunterzeichnctcn Lehrer Marx in Als heim über. Alsheim u. Odernheim den 10. Juni 1866. li. Marx z. Z. Vorsitzender. J. Klingenstein z. Z. Schriftführer u. Bibliothekar. ^>ie hiesige israel. Gemeinde sucht einen zweiten Vorbeter der zugleich den Dienst als Schächter übernehmen soll. Qualificirte, gut beleumundete B>werber! wollen sich porto frei on den Ünterzeichneken wenden. Gießen. , Dör Vorstand: M» Iliracli. Zur gef. Beachtung. TR Zur Completirung des 8. Jahrgangs der „Schriften des Instituts zur Förderung der isr. Literatur'' brauche ich mehrere Exemplare von „Grätz, Geschichte der Juden VII. Lar 6." Wer geneigt sein sollte, diesen Band zu verkaufen, wolle mich hiervon unter Preisen-eige durch die nächstgelegene' Buchhandlung oder direkt pr. Post in Kenntniß setzen, worauf wegen der Anherscndnng nähere Mittheilung erfolgen wird. Verlagsbuchhandlung von Oskar ijeiner in Leipzig. Die rkrael. Religionslehrer- und Vorbeterstelle zu Ebershe.m bei! Mainz ist vakant. Der Gehalt beträgt fl. 220;. außerdem die Schächtergebühr und andere Nebenverdienste. Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse wenden an den Vorstand der isr. NeligionSgemeinde: Jfaoc Bervcy in Ebertheim bei Mainz. Briefkaste« Herr Fl. in H. kann jederzeit imfranfirt schreiben. — Herrn Ah. in R. a.,R. Erhalten. Tank für die fteundlichm Worte. — Herr M. Rth. in Er. Rk. Ti« sLmmtlichen Jahrgänge bis auf Nr. 6 vom 2. vorhanden und können Eie solche zu 4 fl. öst. W. erhalten. Die Redaktion. Leranurortticher Nedactcur: I. Alingenstein in Odernheim in Nhemheffrn; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Commisiion bei L skar keiner in Leipzig. — T mnpf- Tchnellpreffendrnck von I. 8o<t sieben tn Mainz.

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