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Der israelitische Lehrer · 1866-06-21 · 25 (21.6.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
25 (21.6.1866)
Date
1866-06-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IsrselitiseKe Jenrer. Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lchrerstandcs und zugleich jQnjcm für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittrven und -Waisen in Deutschland. M SS. Mainz, den 21. Juni 1866. (Sech£t\.r Jaurg&ng.) Wöchentlich 1 Rümmer. .BirrtrljLhrlicher Advnncmentspieis 27 kr. Thlr. Bei lrankirlcr Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 -fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Cgr. die Pelitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. - Ueber den Confirmanden-Unterricht. | 1 Pin nicht zur Vorlesung gekommenes Conserenzeeferat. l (Schluß.) Das Ziel desConfirmandennrterrichts ist die Erfassung! und Aneignung desjenigen religiösen Stoffes, der dem Mensä en die Richtschnur fürs Leben bietet; lind wevn.auch Religion ihrem innersten Wesen noch nicht g,!>brh'werden kenn, („Religion und Sittlichkeit stützt sich nicht arf Gründe. Tie Menge der Pfeiler verfinstert und verengt die Küche." J»an Paul, Levana,) so ist doch die Kennlniß bcs gccffcnbarten Gottes Wortes und die Erfahrung, wie sic di Geschichte und das Leben bevorzugter Menschen bietet, zur. Begründung eines rcligiöSfittlichen jüdischen Lebens unentbehrlich. / Ter Lehrgang beim Eorfirmondenunterriät ergibt sich hier wie überall aus dem Lehrstoffe und dem Lehrziele. Ich habe Eingangs angedentet, daß ich eine strenge Scherdung von Thora und Mizwa nicht liebe. Ferner habe ich argedeit t, daß wir den biblischen Geschichtestvff als bekannt voraussetzen wüsten, und daß die aus diesen Geschichten sich in einfacher Weise ergebenden Lehren dem Kinde ebenfalls nicht mehr unb<könnt sein dürfen. Es ist demzufolge Pflicht, in diesem Unterrichte das ganze Gebäude der Religion von seiner Grundlage aus gleichsam vor den Augen des Kindes erstehen zu lasten. Zwei Schriften der neueren , Zeit sind es besonders, die wir hier zur Hand nehmen Stein, Tora umizwa*) und Löwenheim: rrx rmc« die mosaische Religion. Indem wir vor allem die Lehre ron der Einheit und Einzigkeit Gottes in ihrer Bedeutung betonen, lehren wir ihn als den Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt und als rein geistiges Wesen, als den Heuigen und Gerechten, als Bater kennen und verehren. Die anderen s. g. Eigenschaften sind hier naturgemäß eingeschlosten. Eine Reihe ausgcwählter Bibelsprüche, bei welchen jedoch die, welche in der Liturgie Anwendung finden, Vorzug finden, wird selbstverständlich hebräisch und deutsch ein¬ *) Für das etubium des Lehrers empfehlen wir noch ür. Aub, Grundlage zu einem wissenschaftlichen Unterrichte in der mosaischm Religion. geübt werden müsten. Mit dieser Lehre verbinden wir die Kenntniß der vier ersten der zehn Aussprüche, die bereits früher ihrem Wortlaute nach bekannt, mit der Lehre von Gottes Wesen Md Eigenschaften in Zusammenhang gebracht werden müssest. Gott ist einzig — Aberglauben und Abgötterei ist verpönt; er ist gerecht, heilig und allmächtig — wir dürfen seincn Namen nicht mißbrauchen. Er ist Schöpfer der Welt, — der Jude dokumcntirt diese Erkenutn ß durch die Sobathfner. Nicht cm tieferes Eingehen in die Bedeutung dieser finaiitischcn Aussprüche verlangen wir hier, sondern nur das einfache Gebot, wie es sich aus der tieferen Erkenntniß vom göttlichen Wesen und dem einfachen Worte des Ansspruchs crgiebt. — Ter Mensch ist I Gottes Ebenbild; Bestimmung, Aufgabe und Zweck des Lebens; gut und böse That; Tugend und Laster. Sell sterkenntniß — Gotteserkenntniß; Fcrtdauerder menschlichen Seöler. — Der Lehi er muß liier, weit mehr noch als aus der ersten Stuie die ganze Fülle seiner Krcst auswenden, um diesen heiligen : Lehrm den Weg irftdas Kindesherz zu bahnen. Es rst eine eigenthüm'.iche aber! nicht JU leugnende Wahrheit, welche sicher jeder sinnige Lehrer durch eigene Erfahrung bezeugen kann, daß die Eskzuntniß des göttlichen Wesens dem Kindesg,eiste — soweijt diese Erkenntniß überhaupt mgelich ist, — näher lic. t, als die von der Bestimmung und Aufgabe des Pttnschcnlebensi Wie gerade bier die schwierigsten und unauflösbarsten Probleme der Religion? - Pd.losophie liegen, io ist auch für den einfachen Kindesnun dies Gebiet eines der schwierigsten und unfaßbarsten. Darum wüsten wir uns hieb bei den Lehren über Lohn und Strafe, ewige Seligkeit unv Vergeltung nach dem Tode auf das Einfache und Gegebene beschränken, und jedes Abschweisen, das zu Zweifeln führen könnte, zu vermeiden streben. Ein gleiches gilt von dein Schluß dieses Abschnittes, der Krone , der Lehre von der Pestimmung des Menichenlel>ens und des göttlichen Sieges des Judcnthums: dem M e s s i a s g l ä u b e n. Die Mizwa beginnen wir mit den zehn Aus''prüchen,! und suchen ans ihnen den Begriff der religiösen Pflicht zu entwickeln. Auch die Eintheilrmg der Pflichten: Pflichten gegen Gott, (1—4) Pflichten gegen unsere Mitmenschen, (5—7) Pflichten gegen uns selbst, ,(8--—10) ergibt sich aus der Ent-

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