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Der israelitische Lehrer · 1866-06-14 · 24 (14.6.1866) · p. Seite 101

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
24 (14.6.1866)
Date
1866-06-14
Page
Seite 101 (sequence 3)
Language
German
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101 Aber sein Name, seine Werke, sie leben ewig fori; er hat sich ein Denkmal gegründet, das für alle Ewigkeit den Namen „Baruch Auerbachs in Segen erhalten wird! Und da« find di; Worte, die er uns hinterläffen und die niemals vergessen werden sollen, als Vermächtnisse eine» großen Herzens, eineedlen Geistes: „.Waisenkinder find nicht arme Kinder, denen men blo- Obdach und Brod zu reichen hat, sondern Waisenkinder find elternlose Kinder, die vor Allem elterliche Liebe, ein Vater- und ein Mutterherz bedürfen, darum muß da» Waisenhaus, wenn es seinem wahren Zwecke entsprechen soll, ein Elternhaus für Waisen sein. — R e c ensi o ir. Gründlicher Einblick in die geheimnisvollen Wunder der Naturkräste rc. rc. von Emil Bloch. Preis 36 kr. (96 E. 8 ) Augsburg, in Commiifion in der I. C. Schlosser'- schen Buchhandlung. In dieser Schrift sucht der Verfasser das so schwierige und im allgemeinen trockene Gebiet der Naturwissenschaften in eine Form zu kleiden, in welcher das Eindringen in die Gesetze der Natur eine angenehme und dabei höchst anziehende Unterhaltung in den Musestunden ist. Mit demselben lebhaften Interesse, wie einen anziehenden Roman verfolgt der Leser einige interessante und doch so wenig gekannten Vorgänge, die mit jeder Sekunde in unserer Atmosphäre sich ereignen. Der Leser lernt eine große Anzahl ewiger Gesetze der Natur kennen und gewinnt so eine neue und klare Anschauung von den Erscheinungen derselben, er hat eine Reihe praktischer Beispiele erfahren, die für's Leben oft von unberechenbarem Nutzen sino. Möge daher das allgemeinste Interesse, namentlich dasjenige, der reiferen Jugend der Schrift sich zuwenden und wir sind überzeugt, daß sie Niemand unbefriedigt aus der Hand legen wird Augsburg. Ignatz Kohn, Volksschullehrer. Wochenbericht. Alzey, 21. Mai. Zu Ihrem zeitgemäßen Berichte überl die diesjährigen Programme erlauben Sie uns, einige Worte über das Programm der Gr. Hess. Realschule zu Fnedberg beizufügen. Dasselbe enthält eine wissenschaftliche Abhandlung des Direktors Möller über das „Veilchen im Frühlingsmythus". Wir von unserm Standpunkte wissen solche Arbeiten zu schätzen. Sie decken immer deutlicher den Charakter der heidnischen Religionen als „Naturreligionen und Offenbarungen Gottes in der Schöpfung" auf im Gegensatz zum Judenthum als der „Offenbarung Gottes im Geiste". Abraham bildete in dieser Entwickelung menschlicher GotteSerkenntniß die Mittelstufe. Sein „Schaddai": „der /»^mächtige Gott", ist der Erkenntniß nach aus der Offenbarung Gottes in der Natur hervorgegangen, aber dem Begriffe nach der geistig selbstbewußte, einzige Gott, wie ihn die »Offenbarung Gottes im Gerste lehrt. Trotz dieser Berwandt'chast wirdin der Schrift selbst der Unterschied zwischen abrahamitischer und mosaischer GotteSerkenntniß hervorgehoben (Exod. 6, 3). Es will uns indeß scheine», alS wenn solche Forschungen trotz deS Interesse-, welche» wir denselben von unserm Standpunkte auS widmen, für Realschulen nicht an der Stelle wären. Sie gehen selbst für dle formale Zwecke, welche solche Anstalten verfolgen, nach unserer Ansicht zu weit. Im vorliegenden Falle findet diese Arbeit vielleicht in dem Umstande ihre Erklärung, daß der Verfasser das Material dazu aus seiner früheren Wirksamkeit als Gymnasiallehrer, welche er eben erst verlassen, mltgebracht hat. Wir fügen noch, jedoch mehr als hypothetische Andeutung, denn als zuverlässige Behauptung, die Bemerkung hinzu, daß mit dem Jon (<ov) „Veilchen" auch Jo, Ju piter vielleicht seine Verwandtschaft nicht verläugnen könne, wodurch, da Jupiter die oberste Gottheit bezeichnet, das Grundwesen der heidnischen Religionen/als Naturreligionen in um so klareres Licht gestellt wird. Aber wir können unser Befremden nicht unterdrücken, wenn, wie in vorliegender Arbeit geschieht, etwaige nichtssagende, entlegene Bemerkungen einzelner jüdischer Schriftsteller der Spätzeit für primitive rabbinische Traditionen und Anschauungen des Judenthums ausgegeben werden, und einen wahren Eckel muß es erregen, wenn die Gelehrten unserer Tage noch zu ihrer Aufklärung über das Judenthum nach Quellen gressen, wie „Eisenmenger", dessen judenfeindlicher Schrift der Verfasser jene Bemerkungen entnommen und welche ihm für seine Zwecke als alleinige Quelle gedient hat. ■ Dr. Rothschild. Abterode, 1. Juni. Heute sind es gerade zwei Jahre, daß die Lehrer bei dem theuern Collegen L. Tannenbaum zu Wannfried zur frohen Feier seine» 25jährigen Amtsjubiläums versammelt waren, und heute haben sie leider! die traurige Pflicht, demselben die letzte Ehre zu erweisen; denn vorgestern ist Tannenbaum nach längerm Leiden eines sanften Todes entschlafen. Für die regelmäßigen Leser dieseunseres Vereinsorgans wäre ein ausführlicher Nekrolog überflüssig, da des sel. Tannenbaums Tugenden, Verhältnisse rc. in den» damals gelieferten Referate üher dessen Jubelfeier gelegentlich erwähnt worden find. Um aber auch die spätere Abonnenten nicht ohne Kenntniß derselben zu lassen, sei hier nochmals erwähnt, daß rc. Tannenbaum ein trefflicher isr. Lehrer im vollsten Sinne des Wortes war. Ein Mann von gediegenen Kenntnissen im Hebräischen sowohl, als in den übrigen Wissenschaften, wußte er dieselben in seiner Schule nach den besten Lehrweisen zu verwerthen; und da er nicht weniger auf die Ausbildung des Herzens, al» des Geistes seiner Schüler zu wirken strebte, gingen auS seiner Schule eben so brave, als geschickte Menschen hervor. Seine Thätigkeit in derselben war eine fast übermäßige, und sein früher Tod — denn er hat noch nicht die 60 erreicht — mag wohl theilweise eine Folge seiner zu großen Anstrengung sein. — Durch sein menschenfreundliches Benehmen gegen Jedermann war er überall geschätzt. Bei isr. und christl. Lehrer-Conferenzen war er immer ein eifrige» Mitglied: Belehrung gewinnend und gebend, wobei man oft seine Redseligkeit bewunderte. Eben so war er bei allen gemeinnützigen Bestrebungen bei der Hand. Ja ihm verlieren wir auch ein Mitglied unseres LehrerunterstützungSvereins, dessen Wohlthat ihm seit einem halben Jahre wegen eingetretener Dienstunfähigkeit zu gute kam. Er hinterläßt

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