Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 24 (14.6.1866)
- Date
- 1866-06-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr Asrselitlsrlre Juter. Zritschrist für die gesammten Interessen deS israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein - zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittiven und -Waisen in Deutschland. J\§ 24. Mainz, den 14. Juni 1866. (Seokster Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementspieis 27 kr. - V4 Thlr. Bei srankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Gallerte berühmter rsr. Schulmänner. Dr. Karnch Htuerbach. .(Fortsetzung- und Schluß.) *) Bei allen Wohlthätigkeits-Anstalten war er Mitglied, bei vnlen eiinS der ältest,»; auch in streng wiffens afllichen Kreisen bewegte er sich gern, in früheler Zeit mit besonderer Borliebe. So war er seit dem Jahre 1837 Mitglied der geographischen Gesellschaft, seit >845 der Eisurter Akademie, seit 1841 im Wetzlar'scd.n Verein sür At crthnmrkünde. Auch manche wisienschaf:liche Arbeiten außer seine« vielen Jahresberichten hat er veifaft, wie «inen Leitfaden der Physik; geographische Schriften, eine Betrachtung der i Moses Statue von Rauch u. A. Uebcrall hin suchte er seine Ideen zu verpflanzen und zu befestigen Und in der Thal, die I Waisenpflege und Erziehung hat mit ihm einen großen Fortschrtt gemacht, nicht allein theoretisch — er schrieb zuerst für ein El'ernhaus — sondern auch praktisch, tnd-m er seine eigenen Jdern durch die Thal als möglich und wahrhaft nützlich b.wieS. Seine Hauptthätigkeit, sein Denken u d Trachten war diesen Anstalt n geweiht; mit der größten Uneigennützig! it, Ausdauer und Liebe trug er nur ihp Wohl im Herzen Gegen Jeden stets liebevoll, klug und trachgiebrg, wo es sein Gewissen irgend zuließ; versöhnlich, edel, großmüthig ' und gut, das waren die Hauplzüge seines Herzens. Durch alle diese Eigenschaften erwarb er sich aber auch eie Liebe und dt' Zuneigung in allen Kreisen der Gesellschaft, wie sie selten Jemand so allgemein besaß, rlnd diese Anerkennung ward ihm nicht allein von den Bewohnern Berlins, den würdigen Mitglieder« jener Gemeinde, sondern auch von den entferntesttn Gegenden her wurde er durch zahlreiche Beweise der Liebe verehrt. Auch vom Throne herab wurde ihm die höchste Anerkennung zu Theil, indem ihn von Er. Maj. dem Hochs. Könige Friedrich Wilhelm IV. *) Schluß des Leitartikels über den Lonfirmandenunterricht in der nächsten Nummer. der rothe Adlrrorden IV. Klaffe Allergnädigst verliehen wurde. Angesehen und beliebt bei Allen, die ihn kannten, ußte seinaWrrksawkeit, die bis zu den letzten Tagen fei- | „es Lebens in gleicher Thatkraft und Rüstigkeit seinen! Schöpfungen gewidmet war, eine große und segensreich« l werden. Was er für die Anstalten gethan und geleistet, 1 das können Worte nicht schildern, es steht verzeichnet im Bache Goites znm ewigen Gedächtniß. Ja den letzten Jahr.n seines Lebens'aber war leider; feine Gtfm dheit durch verschiedene Krankheiten und mehr-! fache Schlagan'änge s>hr geschwächt. Die größte Ruhe,; jo viel fern rastloser Ge st sich rhr hingeben konnte, war! sür seine Erhaltung eine Rolhwcndigkeit. Doch wo es : galt, selbst etwas dur-kzufübren, da war ihm kein Opfer,! keine Müde zu groß. * So hat er noch in den letzten Tagen seines Lebens, im- Dezember vorigen Jahres, große und zahlreiche jährliche Verträge, so beschwerlich es ihm war, gesammelt und war jedesmal hocherfreut über das freundliche Entgegenkommen, welches man ihm allseitig bewies Seine letzte AmtSbandlung war die Berufung der Frau Ernestine Gerson, geb. Cohn, und der Frau Commerzicn Räthin Bleichröder zu Ehrenmütteru der Anstalt. Es war gegen Ende deS Dezembers vorige« j Jahres, als er plötzlich am Morgen in ein heftiges, lautes Weinen ausbrach, welches von größter Beönoftiguug begleitet war. Ein Schlaganfall hatte ihn getroffen Zwar schien die Sorge der treuen Gettin, die Kunst der Aerzte ihn noch einmal uns zu ei Hallen. Doch Gott halte es anders bestimmt. Seine Besierung war nur eine scheinbare, noch am Sonntag vor sxinem Tode unterhielt er sich mit mir über die Anstalten und war hocherfreut und beglückt, als ich ihm das große Resultat seiner Sammlungen mittheille. ,.Dvs ist." so sprach er, „der Segen Gottes, bergauf dieser Anstalt ruht! auf diesem Grunde müsst n wir fort« bauen, dann wird sie groß werden." Auch am Montag , war sein Zustand Hoffnung erregend. In der Rächt vo« Dienstag zu Mittwoch aber traf ihn ein neuer Schlagaa- ' fall, welcher ihm Bewußtsein und Sprache raubte. Beides