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Der israelitische Lehrer · 1866-05-31 · 22 (31.5.1866) · p. Seite 94

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
22 (31.5.1866)
Date
1866-05-31
Page
Seite 94 (sequence 4)
Language
German
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«mntlfert, nai als eia Beweis gettca fann, daß fick auch nach dieser Richtung ein Z»g zum.Besseren geltend machte wir finden, daß man auch in Fränkinrt anfängt. Len Weg za iuckeu «nd zu finden» um den Krtschreiteuten Geist der Zeit mit dem Geiste des JudenthumS zu vermählen. Mehr als der Beweis, der hier allseitig geliefert wird, wie matt in dieser jüdischen Schule in allen DiSripkiuen'und in jeder Richtung vervollständigt und erweitert und das höchste Ziel einer Real- und Volksschule zu erreiche« strebt nach den gegebenen Verhältnissen, hat nus daher der ebenso bündige, wenn auck verschleierte Rückschuttt, — die Herren in Frankfurt wollen' darob nichterschrecken — der Rückschritt, der in der Tbqt ein Fortschritt ist zur gerechteren Würdigung des Begriffs der jüdischen Eckule, erfreut. Trotz einzelner Aussprüche, die gewissermaßen eine Entsckuldi- Wiug sein sollen für diese Währung des Charakters der jüdischen GckÄe, drängt fich unS die Ueberzeugung aus, daß man auch in Frankhrrt ru fühlen ansängt, wie die dem Fortschritte huldigende jüdische Eckule auch die Aufgabe hat, taS Judentbum, feine reine Lehre, sein herrliches Schristthum zu lehren, und so ein Gegengewicht zu bilden gegen die Anstrengungen jener Fanatiker, dir das einig« und einzige Judentbum in Parteien spalten und das alt den wesentlichsten Inhalt lehren, was, wenn auch heilvolles Mittel zur Deriunerlickung und Erhebung, doch nickt den Lern bildet, der unvergänglich ist; die taS Judentbum des Schmuckes der Vernünftigkeit entkleiden und es einhüllen wollen in ein Gewand unbegreiflicher Togwen und Symbole, unter welchem die Geister und Gemntber um so besser beherrscht werden könnten. — Zu diesem Ziele der Erhaltung deS reinen 'JudcnthumS kommt man nicht durch Nivellirung und Anlehnung au christliche Anschauungen, nickt durch Ausgeben einer jeden Eigeuthümlichkeit der jüdischen Religion, sondern nur durch vorurtheilsfreie und gerechte Würdigung ibreS ewigen JntaltS. Wir müssen es darum auch für gefährlichen Jrrthum beze chnen, wenn der^Herr Verfasser dieses Programms in seiner Einleitung sagt: »In gleicher Weise ist der religiöse Fortschritt, der ron dieser Bildung getragen wird, längst zum Gemeingut der Gesammtheit geworden."' Es liegt in dieser Verkennung und Unterschätzung der retcgrajen Elemente, die gerade die Gemeinde Frankfurt in so grosser Zockt in fick birgt, eine Gelahr, vor der man die Augen nicht schließen darf, die nur zum Unheil führen könnte, und nur der thatsäckliche Standpunkt der Schule, die dem Religionsunterrichte und insbesondere dem Hebräischen uach diesem Lehrplan eine Ausdehnung giebt, wie man ihn anders nicht wünschen kann, macht diese theoretische Anschauung wieder bedrutungS« und gefahrlos Wenn wir darum auch nicht so reckt begleiten, was Herr vr. Stern meint, indem er sagt, dich der Schule ibre volle Unabhängigkeit von der Synagoge erhalten worden, so hot unS dagegen daS Wort, das dersclte gleich folgen lässt, mit um so größerer Befriedigung erfüllt, indem er sagt: „Unsere Schule ist da, um nicht murder ein« jüdisch« Eckule geblieben. Sie ist bestimmt, den Bildungsinteressen der jüdischen Gemeinde zu dienen, und daß zu diesen auch die religiösen gehören, kan» wohl nicht bezweifelt werden. Tie Stellung, die der Unterricht in der biblischen Geschichte, in der Religionslelre und im Hed-äischen in der Sckule einnehmen, wie dabei den betreffend u Unterrichtsgegenstänten näher ausgcführt ist, bezeichnet daS Maaß des hohen Wrrlhes, den dieselbe auf die Wahrung ihrcSjütischen Charakterlegt." Wir nehmen gerne von diesem offenen und klare« Ausspruche Rotiz. Er würde unS allein schon eine Bürgschaft geben für den leitenden Geist in dieser Sckule; wir finden ihn aber bedeutungsvoll gegenüber dem beispielweise weit matteren PassuS im Programme von 1856, wo der ReligionSunt rricht unter den verschiedenen Disciplinen noch ganz am Schlüsse des Programms erscheint, (während ihm hier die gebührende Stellung an der Spitze angewiesen ist,) und wo es heißt: „Endlich 5) Verstäuduiß und Aneignung der..religiösen Lehrea und Vor-; schriftrn des JudenthumS, wie fie zur Aufrichtung und Befesti- > guna einer sitllicke» LebenSgrundlage erforderlich ist; Bekannt- I schaft mit Form und Inhalt der heiligen Bücher, durch welche j der naiv-erhabene Geist des alten (!) JuderithumS fich dem Gemüthe erschließt und eingehende Kenntniß von der bedeutungsvollen Entwickelung-geschickle des JudenthumS und von den wunderbaren Schicksalen seiner Bekenner, die taS Verständniß seiner geschichtlichen Bedeutung für die Gegenwart und daS Bewußtsein von dem Derth des dauernden Zusammenhangs mit -einer so grossen Vergangenheit wecken und befestigen soll." — Hier, wo der Religionsunterrick t nur zur Befestigung einer ’ „sittlichen" LerenSgrundlage erscheint, ist daS Judenthum eine historische Erscheinung und der Religionsunterricht, wie in der Form des Lehrplan so auch thatsäckiich ein Appendir; dort, im nenesten Programm, ist das Judentbum Religion und der Unterricht ,n der Religion gibt der ganzen Scknle ibren Eharatter. Das ist fürwahr ein bedeutungsvoller Fortschritt. Wir mindestens könnten das Gesagte nur in diesem Geiste aussassen. _ (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Israelitisches LnaKenpensionat in Mainz. Knaben jeden Liters, welche eine Mainzer Unterrichtsaustalt besuchen, können in einem privaten, israel. Knaben- Pensionat« daselbst Aufnahme finden. Ueberwachung der Schvlarbeiten, Erziehung im sittlich-religrösrn Sinn, gesunde Wohnung und Verköstigung, fiwie schließlich eine liebevolle Behandlung bilden die Gruudsäste dieses Etablissemruts. Die Leüung ist eiuem öffentlichen Lehrer bei der Ge- «erds- und Handelsschule in Mainz übertragen. Preis, Bedingungen rc. werden vom Herausgeber dss. Bl. mitgetheilt. Inserat. Die geehrten Eltern, welche ihre Söhne einer der vorzüglichen hiesigen Schulanstaltrn übergeben wollen, finden für dieselben passende Pension in meinem Hause, wo denselben Kost, Logis und Nachhülfe im Unterrichte zum billigstm Salair geboten wird. Darmstadt, im März 1866. A. Oppenheimer, . Lehrer und Cantor. Leronta»etlicher Redacte«: I. Altageupein « Odemhei» « Rhrmhefien; Selbstverlag der Xrdoction. Für be» Buchhandel: m Commission bei Lökar Seiner ia Leipzig. — Dampf-Schnrllprfisrndruck von I. Go^tsieben ja Mainz.

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