Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 22 (31.5.1866)
- Date
- 1866-05-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Isrselitjsclle Telirer. Zeitschrift für die gesammten Interessen^ des israelitischen LehferstandeS und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waism in Deutschland. M 22. Mainz, den 31. Mai 1866. (S«vh»ter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Rümmer. Vierteljährlicher Abonnemmtspreis 87 kr. 1/4 Thlr. Bei frankirter ' Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Zus, ri düng unter Kreuzband jährlich 8 fl. 12 kr.. Buchhandlungen an. Lehrerversammlung und Unterstützung»Verein. Tie^ trüben and beunruhigenden Zeiten, in denen wir'leben; die traurigem Aussichten für die nächste'Zukunft unseres geliebten Vaterlandes werfen ihre Schalten auf alle LebenSverhältnisie, un) so können'am allerwenigsten solche fpecielle Justitutionen in solcher Zeit gedeihlich gefördert werden, die einer ruhigen (ntwickelung bedürfend AuS diesen Gründen halten wir eS für unsere Pflicht, für jetzt von Allem äbzusehen, was nicht als durchaus nothwendig und unabweisbar betrachtet werden kann, und die energischere und wirksamere Förderung unserer ^Zwecke auf ruhigere und besiere Zeiten zu verschieben. Es wird daher. — wenn nicht innerhalb eines Monats Gott der Herr, der die Herzen der Fürsten lenket — gleich ^Wasierbächkn diese dem Frieden geneigt macht —, in diesem Jahre die beabsichtigte Lehr ^Versammlung nicht stattfinden können. Mit derselben sollte eine außerordentliche Generalversammlung deS Unterstützungs- Wreins verbunden werdm, um einige neue Unternehmungen und Hilfsmittel zur Erhöhung der VereinSthätigkeit gutzuhesi im und einige, wenn auch im Ganzen 'nur formelle Verbesserungen der Statuten rorzunehmen. Auch das muß für jetzt unterbleiben und auf bessere und ruhigere Zeiten verschoben werden. Ein Gleicher gilt von den längst beabsichtigten Diplomen, welche wir unseren BereinSmitgliedern zuferttgen müssen. Wir wollten diese so lange zurückhalten, bis wir unS mit der Generalversammlung über die Form geeinigt hätten, und bis insbesondere in dem Namen des Vereins selbst eine kleine V> ründerung vorgenommen worden, da vielfältig die Bezeichnung „hilfsbedürftigzu Mißverständnissen Veranlassung gi >t. Allein auch hierzu wie-zur Neubildung der statutarisch nöthigen Bezirkscomitös mag die gegenwärtige Zeit unzeeignet erscheinen und es.bleibt unS nur übrig, das errungene Terrain sorgsam zu erhalten, und im Uebrigen Alles a itf, bessere Zeiten aufzuschieben. Aus diesen Gründen bitten wir umsomehr und zwar dringend, um alsbaldige Einsendung aller rückständigen Bettäge, und mahnen insbesondere hiermit alle Mitglieder, die schuldigen Iah ceSbeiträge höchstens bis zum 15. Juni a. c. an uns einsenden zu wollen, wenn sie ihrer Anrechte als Veninsmiiglieder nicht verlustig gehen wollen. . Odernheim, den 22. Mai 1866. . v : Der Geschäftsführer: «V. KJIngenstcln. 1 Utber dem «konfirManderr-Unterricht. Ein nicht zur Borlesung gekommmeS Conferenzreferat. Ich würde daS Ziel meiner Aufgabe mißkennen, wollte ich »ich hier über dar Wese» und die Nothwendigkeit der irr. Konfirmation aussprechen. WaS die vor dar Forum der Theologie gehörige Frage über Wesen und Begriff dieser synagogell« Feier betrifft, so gestehn wir als Lehrer ja recht gerne zu, unS über diese kein Uriheil anmaßen zu «ollen. Wir möchten die» sogar mit einem gewissen Eclat thun. Wenn wir als Lehrer «s als ein gewissermaßen die Entwickelung unsre» Stande» und Bervfe» störende» Element betrachten, daß Andere in Schulsachen fich «in absprechendes Urtheil erlauben, die die schule nicht als ihr Lebensziel betrachten, so muffen wir Gleiche» ebenso auch andern Ständen zugestehen. Wir sinder es unleidlich, wenn Andere uns meistern wollen, als wäre die Schulpraxis und die au» Psychologie, Methodik, Didaktik, Logik rc. aufgebaute Wissenschaft der Elementarpädo gogik nur etwas, wa» gleichsam au» dm Wolken kömmt für Solche, die sich einem aewiffen Berufe hingegeben habm etwa» was der Herr seinen Diener» im Traume gibt; lobwohl wir denselben Männern dar Recht zngestehm, und als eine bislang und auch fernerhin unabweisbare Nothwendigkeit zugestehen werdm müssen, über da» Resultat, das wir.erzielen, mit zu Gericht zu fitzen. Mir ist nicht» lächerlschtr als da» ungehörige sich breit machm