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Der israelitische Lehrer · 1866-05-17 · 20 (17.5.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
20 (17.5.1866)
Date
1866-05-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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rer Unterstütznugskasse ein unabweisbares Bedürfniß, unsere erste Aufgabe. D-S deutsche Judenthum sollte endlich eiusehen, daß es keine, nothwcndigere und segensreichere Anstalt gibt und geben kann , alS diejenige, welche dem Lehrer die schwere Sorge für das LooS seiner Angehörigen erleichtert und ihm das Bewußtsein gibt, daß er und die Seinigen nie Hunger und Mangel zu leiden haben werden; das deutsche Iudentbum rt'uß wissen und erkennen, daß es keine heiligere _Pflicht bat, als die Förderung dieser Unterstützungskasse. Ist schon bU Füriorge kür die Wittwcn und Waisen im Allgemeiiien eine heilige Pflicht, im Iudentbum wie im Meuschenberwn selbst tief begründet, um wie viel mehr sollen uns dfe Angehörigen der Männer, die im heiligen Dienste ihr sieben hingeben, heilig empfohlen sein! Ich habe daS ausgesprochen, und es ist mit Gott gelungen. Groß ist jetzt schon der Segen, den unser Verein bietet. Ich wage es an diesem-Platze ohne Ruhmredigkeit auszusprechcn, — denn nicht unser ist das Gelingen, sondern der Segen kam von oben, — obwohl verhältnißmäßig noch lange nicht geschehen ist, /vaS geschehen könnte, obwohl nur erst wenige größere Gemeinden sich an der Unterstützung unseres Werkes betheiligen, und obwohl wir vcrbältnißmäßig'schon jetzt bedeutende Lasten haben, — ä_2Eittroen,. 3 ganz dldnstunfäbige Lehrer, wobei 2 mit Fannlien und 2, welche nur vorübergehend Uiuerstützung empfangen, so erhält dennoch schon nach unserem jetzigen Stande eine Wittwe in diesem Jahre eine Pension von solcher Höhe, wie sie nur irgend eine deutsche Lehrerwittwenkasie erlheilt. DaS ist eine erhebende Thatsache, die zum rüstigsten Weiterschreiten berechtigt. Irre ich mich nun nicht, so gelten die Zeichen der Liebe und Achtung, die ich gestern;u empfangen so glücklich war, zugleich als Beweise und Zeugnisse, daß Sie mit mir übereinstimmen, daß das "Streben, das Standesbewußtsein zu kräftigen, an der Hebung des. Lehrerstandes von Innen heraus und vor Allem an drin kräftigen Weiterbau unserer gottgesegneten Unterstützungskafse zu arbeiten, eine heilige Lebensaufgabe ist, und ich kann sicher sesn Ihrer steten Mitwirkung für das, was. unS npch zu khunübrig bleibt. Und das ist viel! Wir,dürfen nicht rasten, so lange es Tag ist, dürfen keinen Moment und keine Dcranlasstmg ungenützt > lassen, um dm hohen Zielm, die wir im Auge habm, immer! näher zu kommm. Laßt Andere im trägen Nichtsthun oder im Saus und DrauS die Tage ihres Lebens vollbringm, unser sei das bewußte, gesinnungstüchtige Streben, der Fortschritt nach Innen und Außen. Unsere Kinder werden den Segtzn ^erndten, den wir säen, Nichts soll uns stören in dieser Erfüllung unserer Aufgabe. Ich stehe kaum im Sommer des Lebens. Fast noch ein Knabe ward ich in die Selbstständigkeit und in das Lehramt geschleudert, dem ich nun seit gestern 2si Jahre ohne Unterbrechung oblag. Erst 1:"» Jahre weile ich hier, und erst 10 Jahre bin ich definitiv angcstcllt. Zu einer öffentlichen.'amtlichen Feier dieses Tages konnte also keine Veranlassung vorlicgcn, und das Ganze war nur von meinen Freunden und Collegen vorbereitet. Und so versichere ich Sie denn nochmals, geliebte Freunde und Amtsbrüder, daß die erhebenden Stunden, die ich im Kreise der von Ihnen gleichsam beauftragten Freunde verbrachte, nie schwinden werden aus meinem Gedächtnisse, und daß die Zeichen der Anerkennung, die ich an diesem Tage auch von Nichtlehrern empfangen habe, mir meine Aufgabe, mein schwieriges Amt mehr und mehr zu einem Dienste der Liebe - machen werden, llnterstüyen Sie mich ferner, indem Sir verbreiten hcls.n die Zeitschrift, die, während sie einerseits das äußere Zeichen und das Mittel der Vereinigung und Verbrüderung der Standesgenossen ist, andererseits das stete Weiterstreben, die Fortbildung und den Fortschritt allseitig fördert. Unterstützen Sic dann ferner nach Kräften unser Aller Werk, den Unterstützungsverei», daß er. gedeihe und immer herrlichere Früchte trage. Arbeiten Sie wacker dem PartikularisniuS und der Selbstsucht entgegen. -Ich wage eö dabei ein sVorl zu wiederholen,' das mir einnial wohl übel gedeutet worden, das aber deniwch wahr ist: Ohne „Jsr. Lehrer" kein „UntcrstütziingSverein!" Kann ja dies Dort keine andere Bedeiltung haben, als daß zur Anregung, Förderung und Kräftigung des Vereins ein demselben ganz gewidmetes Organ unbedingt nöthig ist, und daß der Verein daS höchste Juterefft hat, die Zeitschrift zu erhalten, auS der er hervorgegangen sind die immer wieder an sein Dasein erinnert.. An diesen unseren Errungenschaften und Bestrebungen laßt unS festhalten, sie sind unser Leben und geben demselben seine Weihe und Bedeutung. Einigung, Fortbildung', UnterstützungSvrreiu! Seid nun zum Schluffe nochmals hcrztichst gegrüßt, liebe Brüder und Freunde, und nehmet meinen überströmenden Danf als heilige Versicherung der ewigen Treue Eures i Älingknflem. Bc ur.ittC'.tltffcfr sicdacwur; I II rginftcin in Ctou-Jcim. in Iihcinhcs cn; Lclbstvcrlcg der ZIedaction. Für den Buchhandel: in Lomtnisiion bci Oskar penur m kestzig — Tan>pf-Lchnellpressendnick von I. Gott Sieben 'N Mainz.

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