Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 19 (10.5.1866)
- Date
- 1866-05-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Her Jsracttferhf ÄeKrer. Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich ' ' t. Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waifm in Deutschland. M 1V. Mainz, den 10. Mai 1866. (Lsvhslsr Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlich« Adonncinentspreis 27 ir. — i/^ Thlr.' Bei srsnkirter Zusendung unter Kreuzband jährlich^ fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Cgr. di« Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. ®Änf Jahre. Und Mancher, den ich kennen sollte, Ätrg stumm und kalt an mir vorbei; Bon Manchem, den ich grüßen wollte, > Vernahm ick, daß er nicht mehr sei. 1 „Die Rückkehr", von Ee tdl. Am ersten Mai des Jahres 1861 begann der „3fr.; Lehrer" seine Laufbahn. Fünf Jahre sind verflossen, — ein | Lustrum, — und man wird es dem Herausgeber nicht verargen, wenn er diesen Moment bknützt, einen Rückblick zu mersen aus die entschwundene Zeit und auf das, was sie uns brachte. Solche Rückerinnerungen zu gewiffen Zeitabschnitten sind bedeutungsvoll schon im Leben des einzelnen Menschen; sie sind es mehr noch für das Gesammtleben eines Standes, einer Genossenschaft. Erinnerung regt an; dem denkenden und fühlenden Menschen ist sie ein theureS Gut und eine heilige Pflicht. Fünf Jahrei Ach, es waren harte Zeilen, diese ersten fünf Jahre für den „Jsr. Lehrer." Es war eine Zeit des Kampfes, des mühsamen EmporhaltenS, der Verkennung, der Täuschungkn, des Schmerzes, herberund bitter er Erfahrungen; aber es war zu Zeiten auch ein Mäßlein Freude und reiner geistiger und gemüthlicher Genüsse unter das bittere Korn gemischt; es war auch eine Zeit der Erhebung, eine Zeit gesegneten Schaffen- und heilvollen Wirkens I — Und jetzt — da ge hin find, diese fünf ersten Jahre nach der Geburt de- „Jsr. Lehrer", fühlen wir nnS gehoben durch das beseligende Bewußtsein, nur stets in edelster Absicht, im Dienste der Wahrheit gekämpft und gearbeitet zu haben, und keine Reue trübt diese Freude; froh schaut unser Auge auf die Zukunft. In diesem wunderschönen Monat Mai, wo alle Bäume blühen und der kahle Boden sich mit Hoffnung erregendem Grün bedeckt, erhebt sich auch unser Herz zu freudigem Hoffen. Und ist auch roch manches Unkraut da, noch manche- Dornengehege und Gestrüppe, so wiffen wir doch, daß es auch viele höhlichwirkende Gärtner gibt, die, wie sie des Gutm Samen ausstreuen in die Herzen der Jugend, auch uns wacker zur Seite stehen; mit uns säen und arbeiten zum Heile des Ganzen; — und das Unkraut .— muß verschwinden. — Der Mensch ist nicht verantwortlich für das, was er nicht mit eigner Kraft ausführen kann. Aber er ist verantwortlich für seinen Willen, verantwortlich für fein Anstreben, das innerhalb seiner Sphäre liegen muß. Er darf sich kein Gebiet wählen, für das feine Kraft zu schwach ist, aber er darf auch nicht ermüden, sein- Kraft nicht schonen. Er muß seine Schuldigkeit thun. Haben wir erfüllt, was wir am ersten Mai 1861 versprachen? Sind wlr „unserer Aufgabe" treu geblieben? Ist eS beffer geworden für die jüdischen Lehrer im deutschen Vaterlande? Hat die Berufsthatigkert, die Hingebung für das schwere aber gottgesegnete Lehramt zugenommen unter unS? Ist die Erkenntniß von der Bedeutung unseres Wirkens, gewachsen bei den Lehrern und — in den Gemeinden? Haben wir, , „waS uns vor Allem Roth thut", ein hinlängliches Auskommen, Achtung, Selbstständigkeit, Streben nach Fortbildung, Gemeinsinn und Vertrauen? Habm wir gegrnseitige Verbindungen'zum Schutze im Alter, zur Fürsorge für die Unseren?- Wir standen nicht allein an der Wiege unsere- Unternehmens. Ein Mann war mit uns geistig thätig für die erste Begründung des „Jsr. Lehrer", der jetzt längst im Grabe schlummert — L)r. Emanuel Hech-t. Gesegnet sei sein Andenken, heilig seine Erinnerung. Er war ein Mann-voll des regsten unausgesetzten Strebens, eifrigen i WirkcnS für die Schule bis an sein frühes Ende. Es ist! nicht ruhmvoll für den dentschjüdischen Lehrerstand, daß von Denjenigin, die ihm nähe standen, noch Keiner die Ehrm-! schuld abling, sein Lebensbild zu zeichnen, so oft wir auch dazu ünfsorderten. Wir vermochten es nicht. — Er war schon von dem Hauche des Todes angeweht, als er mit uns in Verbindung trat — Friede seiner Asche. Noch Andere standen mit uns schon an der Wiege beS 1 Unternehmens, die auch heute noch zu unfern theueren Freunden und Mitarbeitern zählen. Und wieder Andere — , eS ist Gottlob nur ein kleiner Bruchtheil, durch neue Freunde reichlich ersetzt — habm sich mit der Zeit als'„uütreu" erwiesen, und abgefallen wie welke Blätter im Herbste, als der j Sturm einlrof, den Baum zu schütteln. Sie standen mit : uns an der Wiege des Unternehmms. Als dar Knü>