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Der israelitische Lehrer · 1866-05-03 · 18 (3.5.1866) · p. Seite 76

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
18 (3.5.1866)
Date
1866-05-03
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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7« Diesterweg'S wohl zu den ersten Pädagogen Deutschlands durch Geist und Stellung gehört. Derselbe spricht im Hamburger t Schult latt" vom 1. März 1866 .fiter eine Schrift von Rudolph Dulon (in Amerika) und die deutsch« Pädagogik, und gibt da ein Urtheil, daß wir, weil so wahr und treffend, unfern Lesern um Nachdenken und zur Beachtung empfehlen. Herr Dulon pricbt von den faulen Schülern, die nichts lernen, und will dafür nur die Schule verantwortlich machen. Herr Tr. Lange spricht dem entgegen, cbarakterifirt die unverbesserlich faulen mit treffenden Worten, spricht von den „Denkfaulen", die nur thätig sein wollen mit dem Körper und spricht dann weiter folgendermaffen: < „In dritter Linie begegnen uns die Altklugen und Zerfahrenen. Sie sind in der Regel in der Jugend für großartige Geniegehalten worden. Man bat sie wie' die Erwachsenen behandelt und Tinge mit ihnen geredet, die. ein Kind noch nicht hören soll, hat jeden Ausspruch eines kindischen Einfalls, jede kecke und vorlaute Bemerkung als eine glanzvolle Aeußerung eminenter Geistesanlagen beklatscht, hat das Kind förmlich zu einem Götzen erhoben, zu einem goldenen Kalbe, um das die ganze Familie in einer wahnsinnigen Weise anbetend und verehrend herumtanzt. Man wird wissen, daß ich nichtweuiger bin als ein Judenfeind, und darum wird man es mir mcht übel deuten, wenn ich ausspreche, daß ich einen derartigen Uebelstand mehr i» jüdischen Familien gefunden habe als in christlichen. Kommt man diesen vermeintlichen Genialen, die oft nichts weniger als begabt, sondern nur kecke und vorlaute Treibhauspflanzen sind, mit gesunder Kost und ernstlicher Ar» beit, verlangt von ihnen geistige Sammlung, wirkliche- Nachdenken und solide- Thun, so ist Holland in Noth, und da- Genie entpuppt sich nicht selten als ein gewöhnlicher Faulpelz, der äußerst schwer und erst nach langer erziehlicher Einwirkung und Correctur zur gewiffenhaften Pflichterfüllung und zu einiger Zuverlässigkeit zu bringen ist." Dieses Wort ist so zutreffend, so wahr, daß wir nicht umhin können, Herrn Lange dafür zu danke». „Der Mann versteht's." Wir empfehlen es daher den Lehrern und Eltern zur geneigtesten Berücksichtigung. Herr Lange hat eine Privatanstalt in Ham» bürg, mit über 20 Lehrer und über 600 Schülern. ANZEIGEN. Verein jur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland. . .Spenden: Bon Seiner Königl. Hobeit, Ludwig Ul. Großherzog von Hessen und bei Rhein 5<> fl. — Durch Hrn. Eichengrün in Meinbresien: von W. Pfister, Apotheker in Grebenstein 10 Sgr., Freiherr von Wolf v. Guden- Irerg zu Meinb ressen (beide, wie ersichtlich Nicbtjuden) 2 Thlr. Joseph Berg in Hofgeismar 7'^ Sgr., Jsaae Eisenberg daselbst 5 Sgr., Summe 2 Tblr 22J/2 Sgr. 4 ft. 48 kr. Jsaac in Alsfeld gesammelt bei einer Berith Milah 2 fl. Zns. 56 fl. 48 kr. Gesamm.tsumme 1238 fl. 26 kr. Jahrbücher: Kramer in Gleicherwiesen 7 -fl. 45 kr.. Ehrlich in Mutterstadt 8 fl. 30 kr., Boppard in Gräfenwiedbach 42 kr., Herzfeld in Witllick» 8 fl. 45 kr. Durch den Präsidenten des Bczirkscomitr's Oberbessen, Herrn Mayer in Gießen: von Lehrer Wertbeimer in Heldenbergen 9 . fl. 22 kr, Jsaac in Alsfeld 8 ft. 30 kr., Oppenheimer in Darmstadt 28 fl., Rabb. Dr. Eüßkind in Wiesbaden 26 fl., Rothschild in Hemsbach 3 fl. 36 kr. Krämer iu Alrenmubr (abscbl.) 177 fl. 3o kr. Zus. incl. Nr. 14 316 fl. 33 kr. Gesammtsumme 730 fl. 30 kr. M i t g l i e'd e r b e.i t r ä g e : l!0) Moses Müblbeimer in Montabauer (Neues Mitglied), 111) Gemeinde Bülow in Pommern, 112) Hause in Neukirchen b. Z., 113) Wertheimcr in Heldendergen, 114) Isaak in Alsfeld. _ Der Geschäftsführer des BereinS: I.- Kllngenstein. Concurrenz - Eröffnung. Die Lehrer-, Vorsänger- und Echächterstelle bei der israel. Ekelig ionsgemeinde dahier ist sogleich zu besetzen. — Reflectanten wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugniffe baldigst an den! Unterzeichneten Vorstand melden. Solms-Laubach, 1. März 1865.! L. Herzog. Israelitisches Knabenpensionat Lu Mainz. Verantwortlicher Redakteur: I. Klingen ft ein in Ldernheim in Rheinheffen; Selbst«rl> -r--— . ~ pRjtlbtUffl vl Knaben jepen Alters, welche eine Mainzer Unterrichtsanstalt besuchet können in einem privaten, israel. Knabenpensionate daselbst Aufnahme finden. Ueberwachung der Schularbeiten, Erziehung im sittlich-religiösen Sinn, gesunde Wohnung und Verköstigung, sowie schließlich eine liebevolle Behandlung bilden die Grundsätze dieses Etablissements. Die Leitung ist einem öffentlichen Lehrer bei der Gewerbs- und Handelsschule in Mainz übertragen. Preis, Bedingungen rc. werden vom Herausgeber dsS. Bl. mitgetheilt.! Inserat. Die geehrten Ellern, welche ihre Söhne einer der vorzüglichen hiesigen Schulanstalten übergeben wollen, finden für dieselben passende Pension in meinem Hause, wo denselben Kost, Logis mzd Nachhülfe im Unterrichte zum billigsten Salair geboten wird. Darmstadt, im März 1866. A. Oppenheimer, Lehrer und Cantor. , . . .. ._.lag der Redaktion. Für dm Buchhandel: in Commission bei Lskar'Leiner m Leipzig. — Dampf-kchnevpresiendruck von I. Go.ttsteben -» Mainz.!

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