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Der israelitische Lehrer · 1866-03-29 · 13 (29.3.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
13 (29.3.1866)
Date
1866-03-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IsiÄMiselle Iekrer. Zeitschrift für die gesammlen Jntereffen des israelitischen Lehiserstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. JM 13. Mainz, den 29. März 1866. (Sevkstsr Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Lbonnemcntspreis 27 kr. --- 1/4 Thlr. Bei frankireer Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Egr. die PetitzeUe. Bestellungm nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Als Mit dieser Nummer schließt das erste Quartal unserer Zeitschrift und rung des Abonnements bei der Post, damit die Zusendung keine Unterbr Die stetig wachsende Theilnahme für unsere Zeitschrift legt auch uns die äußeres Fortschreiten derselben-. Sorae. zu tragen. Wir werden dieser unserer längstens bis zum nächsten SemeWkErmöglichte Erweiternng zu genügen trachtle uns durch häufige Correspondenzen, — auch solcher aus dem Gemeindeleben, die all;e und durch gute pädagogische Leitartikel zu unterstützen. Die Verbreitung des Blattes, das jetzt wohl fast von allen isr. Lehrern De selbe zu Inseraten, insbesondere für Lehrerstellen, mehr als irgend ein anderes Blatt zuweisen zu wollen. Odernheim in Rheinheffen, den 22. März 1866. bitten wir um ungesäumte Erneüechung erleidet. Verpflichtung auf, für innere» und gäbe durch eine, wie wir hoffen, n. Wir bitten jedoch unsere Leser, mein - jüdisches Interesse haben — utschlands gelesen wird, macht daSgeeignet, und bitten wir, uns solche Der Herausgeber. Der erste Unterricht im Hebräischen. (Schluß.) Es ist nichts schwieriger, als üblen Gewohnheiten und eingerosteten Vorurtheilen zu begegnen, wenn man denselben insbesondere noch den Anschein geben kann, daß sie religiösen Motiven entstammen. Aberglaube und Unglaube sind Zwillingsbrüder; der Schritt von dem diesseitigen ins entgegenstehende Lager ist weniger selten, als der Ucbergang zum vernünftigen, einsichtsvollen Glauben. -- Eine unserer begründeften Forderungen für Hebung des religiösen Lebens ist die, daß der Gottesdienst verständlich und andachterweckend sein soll. Ein Gräuel dem Herrn, ist unverstandenes Lippenwerk; und gewohnheitsmäßiges Ableiern eines nach der Maffe nur berechneten Gebetes führt den Betenden von der Andacht ab. Wohin? Wohin geräth der Geist, wenn er unbeschäftigt ist, während der Mund sich bewegt, als hätte diese Bewegung an und für sich schon eine läuternde Kraft? Die Gedankenlosigkeit beim Gebete ist ein Uebel, dem wir zu begegnen haben. Und unsere Aufgabe ist nm so schwieriger, weil der Mensch eigentlich nur in seiner Muttersprache denkt, und weil wir all das, was wir in fremden Sprachen lesen, erst im Geiste gleichsam in die Muttersprache übersetzen. Das ist ein heiliges Anrecht der Muttersprache auf Geist und Gemüth, angeboren, wie die Sprache selbst. Darum also, wollen wir die Andachten unseren Gotteshäusern heben -- und dies muß unsere heiligste Angelegenheit als Relig onslehrer sein und bleiben — so dürfen wir kein Mitül unversucht laffen, unsere Zöglinge in der Schuld schon zr gewöhnen, daß sie mit jedem ausgesprochenen Worte de t richtigen Gedanken verbinden, daß mit der Gedankenlosigk werde und durch die das Gemüth angeregt die das Gebet erst zurst!it auch der Andachtslosigkeit gesteuert Beschäftigung des Geistes zugleich und in die Stimmung versetzt werde, Gottesdienste macht. Eines der größtefl Hinderniffe, das sich diesem unserem .berechtigten Streben «nlgegenjetzt, ist die Art und Weise, wie der hebräische Lesmntericht betrieben wird. Da fitzen vie Schüler in einer s leihe — der Unterricht beginnt. Und nun wird das bcstimn te, zu Hause schon eingeübte Lesestück abgelesen, abgeleiert nich der Reihe — vielleicht eine ganze Stunde lang l Und wi.hrend dieser ganzen Stunde kein Gedanke, nichts, was >ie -geringste Anregung zum Denken bieten könnte, eine mechanische Beschäftigung wie die des Webers, der sein Schiffchen hin- und herwirft, nur noch geisttödtender, und lnngweiliger,,da das Kind wohl sein Pensum ableiert, aber kein Zunehmen seiner Kraft und auch nicht das Wachsen eines von ihm. verfertigten Gegenstandes bemerkt. Wohin wild die Phantasie während dieser Zeit gerathen? Haben , die Lehrer, die diesen Unterricht noch so betreiben, nicht bemerkt, daß die Disciplin ihnen in dieser Stunde bei denkregen Kindern am meisten zu schaffen macht? Haben sie nicht die A Spannung auf den Gesichtern bemerkt, die bei den denkfaul! n Kindern auch noch auf die nächste

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