Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 12 (22.3.1866)
- Date
- 1866-03-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jteraditfedic F dir er. > Zeitschrist für die gesammlen Interessen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für dm Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen.und -Waisen in Deutschland. J\g 12. Mainz, den 22. März 1866. ' (Sechste:: Jahrgang.) Wöchentlich 1 Kummer. Vierteljährlicher Ai>onncmentöp>eiü 27 kr. >,. Thlr, Bei srankircer Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 sl. 12 lr. Anzeigen;U 1 Cgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter lind Buchhandlungen an. Der erste Unterricht im Hebräischen. .. (Fortsetzung.) Hel«» wir unS r,rn über die Zeit rtisteudigt, mit welcher der Unterricht im Hebräisäen tcgirncn karr, so wollen wir auch über die Art und Weise, wie dieser eiste : Untcrriä t z« detrcidtn :ft, einige Andeutungen zu ^ebui! uns lemtihln. An das' bereits Ausgesprochene schliest sich das Eisordcrniß als sellstveisiündlich: beim heliächchen Unteiiiett überall mcgliäst den Anschluß an den gesan.mtcn Schulunterricht und inelesendere an den deut'chen Lesc- und sprechlichen Unterricht anzrstreben. Wir Halen oben angedeutet, daß wir nicht beide Lchrsächer unter e.noudcrmischen und durcheincndcr verwirren, nicht neben einander betiilben wissen wollen. Un'omchr müsien wir uns daher bemühen, das, was das Kind weiß, zur Grundlage seiner weiteren geistigen Entnickelung, mithin auch znm Un terrichte im Hebräischen zu verwenden. Und da erscheint unS denn ror Allem der Grundsatz wichtig,'den wir früher oftmals ausgesprochen und auch in unseren beiden betrefsew den Cchrislen niedergele^t haben^ daß auch beim Hebräischen: dos Kind nur das lernen soll, was-ihm auch zur Zeit, wo es diesen Unterricht empfängt, etwas sein tanü, das ihm anschaulich und verständlich gemocht werden kaum Wir haben das vorzüglich zu erreichen gestrebt, indem wir 1) zur ersten hebräischen Leseübnng entweder deutsche, dem Kinde mundgerechte Cylben und Worte benützten, oder daß wir ferner 1 2) diesen deutschen Worten solche hebräische Worte beifügten, die leicht auszusprechen sind, und von welchen wir alsbald die Uebersetznng bieten, und daß wir endlich 3) nie im vulgären Sinne des Wortes „oren" lass-n. fordern von Anfang herein den Grundsatz festhielten, daß Alles, was gelesen wird, auch alsbald zu übersetzen ist. Unsere Ansichten 'in diesem Betreffe sind wohl auch theilweise bestritten worden; wir erinnern uns jedoch nicht, daß wrr diesen Ausstellungen unsererseits entgegen getreten find. Nachdem zur Zeitunsere Schriften und insbesondere unser erstes Lese- und Ueberietzungsbuch jeroch in den weitsten Äutfei: vielfach eingcsührt und benutzt: wird, fühlen wir uns verpflichtet, unsere Ansichten nochmals zu begründen, .die Ausstellungen gebührend zu würdigen, um, obwohl wir die subjektiven Ansichten eines jeden Lehrers als berechtigt anerkennen, wcnri sie sich pädagogisch begründen laffen und von gutem Willen und Einsiä t begleitet sind^doch auch ans diesem Gebiete einheitliches Streben voizubercitcn und aus dein geebneten Boden sortzubauen. Wir üben die einzelnen hebräischen Buchstaben an deutschen Cyl'cn und ein- und mehrsylbigcnWörtern ein, damit r>os Kind, das fremde Formen sieht, doch „bekannte" Klänge vernimmt, die 'einem Anschaurngskreise entnommen sind und rhm etwas begrifflich-erfaßbares buten. Dadurch erst wird das, was sonst rein mechanisch wäre, zur anrcgenoen und geistig sißbarin sprachlichen Uclung. .Nicht daß wir daran etwa entschieden Denkübungen knüpfen wollten; wir sind im Gegkntherl auch der muerdiigS mit Rcät behaupteten Ansicht, daß die grammatikcli'chcn Beispiele nicht zu viel an sich zu denken geben dürfen, nur Verirrungen auf fremde Gebiete zu vermeiden. Aber doch auch, nicht' sinnlos sollen die Sylden und Worte sein, die das Kind ausspricht, weil dadurch geisttftdtcndes mechanisches Ableiern zur Gewohnheit wird und das Kind gleichsam in unbekannte Urwälder versetzt wird, in denen cs weder Ein-noch Ansgang kennt. Wer kennt nicht die Freude, mit welcher das Kind das erste und überhaupt solche Worte liest, die in seinem Anschauungskreise liegen; wem sollte es nicht aus der Schulpraxis bekannt sein, daß verständliche Worte und Sätze viel leichter und geläufiger.gelesen werden, als unverständliche I Darum schließen wir das Unbekannte an daS Bekannte an, entnehmen die Uebungskylben zur Erlermmg des Hebräischen dem deutschen Idiom, erleichtern damit bedeutend dre Einübung und vermeiden all die üblen Folgen, welche die Gewöhnung an den Mechanismus beim AuSsprechen unverstandener Wörter und Sylben hat. r Man hat »ns hiergegen die Grundverschiedenheik der' Aussprache in^den beiden Sprachen eingcwendet, und die Unmöglichkeit hervorgehoben, die ebensowohl dem Schreiben